SACD Steely Dan – Pretzel Logic

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Format
Hybrid Stereo SACD
Quelle
Originale Masterbänder
Genre
Pop/Rock

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LabelAnalogue Productions
GenrePop/Rock
Artikelnummer: CAPP 136 SA Kategorien: ,

Elf Songs zwischen Band und Studiokunst

Es gibt Alben, deren Wendepunkt erst im Rückblick sichtbar wird. Pretzel Logic lässt ihn mitten in den Songs hören: Steely Dan waren noch eine Band mit fünf bekannten Gesichtern, doch Donald Fagen und Walter Becker begannen bereits, für jedes Stück die passenden Mitspieler zusammenzubringen. Das dritte Album, im Februar 1974 bei ABC veröffentlicht, verbindet diese beiden Vorstellungen von Zusammenarbeit. Denny Dias und Jeff „Skunk“ Baxter gehören weiterhin zum musikalischen Kern; zugleich treten Studiomusiker hinzu, deren Klavierfiguren, Schlagzeugparts und Klangfarben den einzelnen Aufnahmen ihre besondere Gestalt geben.

Nach den ausgedehnteren Formen von Countdown to Ecstasy wirkt die Konzentration auf elf vergleichsweise kurze Stücke wie eine neue Disziplin. Die Musik muss ihre Möglichkeiten nicht in langen Solostrecken ausstellen. Manchmal genügen ein unerwarteter Akkord, eine verschobene Betonung oder eine instrumentale Antwort auf den Gesang, um hinter einer eingängigen Melodie eine zweite Ebene zu öffnen. Rock, Jazz, Rhythm & Blues und ältere amerikanische Unterhaltungsmusik stehen dabei nicht ordentlich nebeneinander. Becker und Fagen verarbeiten sie zu Songs, deren Eleganz auch von kleinen Reibungen lebt.

Rikki Don’t Lose That Number wurde mit Platz vier in den amerikanischen Singlecharts zum größten Hit der Gruppe. Für das Album ist dieser Erfolg ein einladender Eingang, aber keine vollständige Beschreibung. Zwischen der Zurückhaltung von Any Major Dude Will Tell You, der gedrängten Bewegung von Parker’s Band und dem schiefen Blues des Titelstücks liegen sehr unterschiedliche musikalische Räume. Gerade diese Nachbarschaften machen die kurze Spielzeit reichhaltig: Vertrautheit stellt sich schnell ein, während die Arrangements noch lange Entdeckungen erlauben.

Donald Fagen · historisch inspirierte Illustration
Donald Fagen

Musiker für den jeweiligen Moment

Die Aufnahmen entstanden zwischen Oktober 1973 und Januar 1974. Die Originalcredits nennen den Village Recorder in West Los Angeles für die Aufnahmen sowie Cherokee in Chatsworth für Overdubs und Mischung. Gary Katz produzierte, Roger Nichols betreute die Aufnahmetechnik. In seinen späteren Begleittexten erinnert Fagen daran, wie beeindruckt Becker und er von den Studioprofis im Umfeld von ABC-Dunhill gewesen waren. Nun wollten sie deren Fähigkeiten für die eigene Musik nutzen. Damit veränderte sich auch die Rolle der bisherigen Bandmitglieder.

Besonders deutlich wird das beim Schlagzeug. Jim Hodder gehört zu den fünf auf der ursprünglichen Hülle genannten Musikern, seine Rolle darf hier jedoch nicht pauschal mit der seiner früheren Steely-Dan-Aufnahmen gleichgesetzt werden. Die ergänzende Dokumentation führt ihn bei Parker’s Band als Chorsänger. Am Schlagzeug treten Jim Gordon und der damals sehr junge Jeff Porcaro hervor. Fagen beschreibt ausdrücklich, dass beide auf Parker’s Band gemeinsam spielen. Das ist mehr als eine Fußnote für Musikerfreunde: Die rhythmische Dichte dieses kurzen Stücks gewinnt dadurch einen konkreten Hintergrund.

Auch die Tasten- und Gitarrenfarben reichen über die beiden Songwriter hinaus. Michael Omartian, David Paich, Victor Feldman, Dean Parks und Chuck Rainey gehören zu den beteiligten Studiomusikern. Nicht für jeden von ihnen ist jede Titelzuordnung gleich gut überliefert. Wo die Beiträge klar beschrieben sind, zeigen sie jedoch, wie sorgfältig die Besetzung auf die Musik zugeschnitten wurde. Feldmans Flapamba eröffnet die Albumfassung von Rikki Don’t Lose That Number; für die damalige Single wurde dieser Vorspann entfernt. Auf dem Album bleibt jener kleine, eigentümlich schwebende Moment erhalten, bevor der vertraute Song beginnt.

Walter Becker · historisch inspirierte Illustration
Walter Becker

Ellington, Parker und ein Blues außerhalb der Zeit

East St. Louis Toodle-Oo führt besonders anschaulich vor, wie Steely Dan Musikgeschichte in eine eigene Sprache übersetzen. Duke Ellington und Bubber Miley schrieben das Stück; die Band übernimmt nicht einfach die Instrumentierung einer alten Aufnahme. Nach Fagens eigener Beschreibung bildet Beckers Talkbox-Gitarre Mileys Trompetenwirkung nach, Baxters Steel-Gitarre greift die Posaunenstimme auf, und Fagen überträgt ein Klarinettensolo auf das Klavier. Für die Farbe eines Saxofonsatzes der zwanziger Jahre kommt außerdem sein Selmer-Altsaxofon zum Einsatz. Das Vergnügen liegt im Wechsel der Mittel: Man kann die Erinnerung an das frühere Klangbild verfolgen und zugleich hören, wie ein anderes Ensemble daraus etwas Eigenes macht.

Die Hommage an Charlie Parker in Parker’s Band funktioniert auf andere Weise. Hier begegnen sich eine gedrängte Songform, bewegliche Harmonik und die Energie zweier Schlagzeuger. Through With Buzz benötigt wiederum kaum anderthalb Minuten und erhält durch Jimmie Haskells Streicherorchestrierung eine andere Kontur. Solche Wechsel zeigen, dass Kürze auf diesem Album nicht mit Einfachheit verwechselt werden sollte. Die Stücke legen ihre Eigenheiten ohne lange Vorbereitung offen und sind schon beim nächsten Gedanken, bevor eine Idee zur Routine werden könnte.

Im Titelstück steht Beckers Gitarrensolo einer Erzählstimme gegenüber, deren Zeitgefühl aus den Fugen geraten scheint. Fagen bezeichnete die musikalische Grundlage als veränderten Blues in a-Moll. With a Gun, Charlie Freak und Monkey in Your Soul führen den Schluss anschließend durch weitere Stimmungen. Wer das Album wiederholt hört, kann sich einmal den Stimmen, dann den Bassbewegungen oder den kurzen instrumentalen Übergängen widmen. Die Songs tragen solche Perspektivwechsel, ohne ihren unmittelbaren Reiz zu verlieren. Das macht Pretzel Logic zu einem lohnenden Album sowohl für den Einstieg als auch für eine Sammlung, in der Musik mit der Zeit neue Seiten zeigen darf.

Die Hybrid-Stereo-SACD von Analogue Productions

Diese Ausgabe ist die Hybrid-SACD von Analogue Productions mit der Katalognummer CAPP 136 SA. Sie enthält die elf Titel des Originalalbums in Stereo und ohne Bonustracks. Die CD-Schicht lässt sich auf einem üblichen CD-Spieler wiedergeben; für die hochauflösende SACD-Schicht wird ein SACD-kompatibles Gerät benötigt. Eine Mehrkanalfassung ist hier nicht enthalten. Die Verpackung ist eine Super Jewel Box.

Analogue Productions nennt Bernie Grundman für das Mastering und beschreibt einen direkten Transfer vom originalen Masterband nach DSD. Diese Quellenangabe gehört ausdrücklich zu dieser SACD. Sie unterscheidet sich von den Bandkopien, die der Herausgeber für andere Steely-Dan-Alben der Reihe dokumentiert. Eine bestimmte DSD-Rate oder ein bestimmter Wandler wird nicht genannt; aus dem Namen des Formats lässt sich beides nicht ableiten.

Für Sammler ist die genaue Trennung von den Vinylausgaben hilfreich. Hier geht es um eine digitale Disc mit zwei abspielbaren Schichten, nicht um den Lackfolienschnitt, das Presswerk oder die Ausstattung einer UHQR. Die musikalische Einladung bleibt dieselbe: elf sorgfältig gebaute Songs als zusammenhängendes Album erleben, vom ungewöhnlichen Vorspann von Rikki bis zum knappen Schluss von Monkey in Your Soul. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch als LP mit 45 RPM: Pretzel Logic

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Donald FagenLeadgesang; Keyboards; Klavier (anstelle Klarinettensolo) (5); Altsaxofon (Satz) (5); E-Piano (3); Wurlitzer (8)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Walter BeckerTalkbox-Gitarre (5); Gitarrensolo (8); Bass (1); ChorMitwirkung: 1, 5, 8, albumweit
  • Jeff „Skunk“ BaxterSteel-Gitarre (Posaunenpart) (5); Pedal-Steel (10); Gitarrensolo (1, 2, 3, 5, 11); HandtrommelnMitwirkung: 1–3, 5, 10, 11
  • Denny DiasE-Gitarre (3); Gitarrensolo (6)Mitwirkung: 3, 6
  • Jim HodderChor (6)Mitwirkung: 6
  • Jim GordonSchlagzeug (1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11)Mitwirkung: alle außer 2
  • Jeff PorcaroSchlagzeug (2, 6)Mitwirkung: 2, 6
  • Victor FeldmanFlapamba (1); PerkussionMitwirkung: 1, albumweit
  • Michael OmartianKlavier (1, 10)Mitwirkung: 1, 10
  • David PaichClavinet (2); E-Piano (3)Mitwirkung: 2, 3
  • Dean ParksAkustikgitarre (1, 3); Rhythmusgitarre (8); BanjoMitwirkung: 1, 3, 8
  • Chuck RaineyBass (3)Mitwirkung: 3
  • Wilton FelderBass (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Timothy B. SchmitChor (1)Mitwirkung: 1; 4, 8 offen
  • Ben BenayGitarreMitwirkung: offen
  • Plas JohnsonSaxofon (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Ollie MitchellTrompete (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Lew McCrearyPosaune (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Jerome RichardsonSaxofonMitwirkung: offen
  • Ernie WattsSaxofonMitwirkung: offen
  • Roger NicholsGong (5)Mitwirkung: 5

Albumcredits bedeuten nicht, dass jedes Instrument auf jedem Titel gespielt wird. Gesicherte Titelzuordnungen stehen bei den jeweiligen Rollen; weitergehende Zuordnungen bleiben offen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,2 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Donald FagenLeadgesang; Keyboards; Klavier (anstelle Klarinettensolo) (5); Altsaxofon (Satz) (5); E-Piano (3); Wurlitzer (8)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Walter BeckerTalkbox-Gitarre (5); Gitarrensolo (8); Bass (1); ChorMitwirkung: 1, 5, 8, albumweit
  • Jeff "Skunk" BaxterSteel-Gitarre (Posaunenpart) (5); Pedal-Steel (10); Gitarrensolo (1, 2, 3, 5, 11); HandtrommelnMitwirkung: 1–3, 5, 10, 11
  • Denny DiasE-Gitarre (3); Gitarrensolo (6)Mitwirkung: 3, 6
  • Jim HodderChor (6)Mitwirkung: 6
  • Jim GordonSchlagzeug (1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11)Mitwirkung: alle außer 2
  • Jeff PorcaroSchlagzeug (2, 6)Mitwirkung: 2, 6
  • Victor FeldmanFlapamba (1); PerkussionMitwirkung: 1, albumweit
  • Michael OmartianKlavier (1, 10)Mitwirkung: 1, 10
  • David PaichClavinet (2); E-Piano (3)Mitwirkung: 2, 3
  • Dean ParksAkustikgitarre (1, 3); Rhythmusgitarre (8); BanjoMitwirkung: 1, 3, 8
  • Chuck RaineyBass (3)Mitwirkung: 3
  • Wilton FelderBass (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Timothy B. SchmitChor (1)Mitwirkung: 1; 4, 8 offen
  • Ben BenayGitarreMitwirkung: offen
  • Plas JohnsonSaxofon (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Ollie MitchellTrompete (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Lew McCrearyPosaune (8)Mitwirkung: 8, sonst offen
  • Jerome RichardsonSaxofonMitwirkung: offen
  • Ernie WattsSaxofonMitwirkung: offen
  • Roger NicholsGong (5)Mitwirkung: 5

Albumcredits bedeuten nicht, dass jedes Instrument auf jedem Titel gespielt wird. Gesicherte Titelzuordnungen stehen bei den jeweiligen Rollen; weitergehende Zuordnungen bleiben offen.


SACD

  • 1 · Rikki Don’t Lose That Number (4:30)
  • 2 · Night By Night (3:36)
  • 3 · Any Major Dude Will Tell You (3:05)
  • 4 · Barrytown (3:17)
  • 5 · East St. Louis Toodle-Oo (2:45)
  • 6 · Parker’s Band (2:36)
  • 7 · Through With Buzz (1:30)
  • 8 · Pretzel Logic (4:28)
  • 9 · With A Gun (2:15)
  • 10 · Charlie Freak (2:41)
  • 11 · Monkey In Your Soul (2:31)