Eine Balladenplatte bekommt vier Seiten
Chico Freeman gehört Ende der Siebziger zu den prägenden jungen Tenorsaxofonisten in New York, wohin er aus Chicago gezogen ist; 1979 gewinnt er den New York Jazz Award. Sein Label India Navigation steht für Avantgarde-Jazz. Gegründet hat es Bob Cummins, ein Wirtschaftsanwalt, der Jazzmusikern bei Rechtsfragen half. Umso reizvoller ist, was Freeman auf Spirit Sensitive von 1979 macht: Er widmet sich Standards und Balladen – eine unerwartete Wendung für einen Musiker aus diesem Umfeld.
Die 45-RPM-Ausgabe von Analogue Productions zeigt das Album in erweiterter Form: Statt der sechs Stücke der Original-LP hörst du zehn, verteilt auf zwei Platten und vier Seiten. Gemastert hat sie Matthew Lutthans bei The Mastering Lab, von den originalen analogen Masterbändern.

Vier Stücke mehr, zwei davon von Coltrane
Die zusätzlichen Titel kamen 1988 mit der CD-Ausgabe von India Navigation hinzu; auf der 33⅓-LP fehlen sie. Zwei stammen von John Coltrane: „Lonnie’s Lament“ und „Wise One“, beide 1964 auf seinem Album Crescent erschienen. Bei Coltrane ist „Lonnie’s Lament“ eine Ballade, die ein langes Basssolo von Jimmy Garrison prägt. Die Wahl passt zu Freeman, dessen Alben Standards mit Stücken moderner Komponisten wie Coltrane und neuer Musik von Weggefährten wie Cecil McBee verbinden.
Dazu kommen „You Don’t Have To Say You’re Sorry“ und „Carnival“. Bei „Carnival“ wächst die Besetzung: Laut den Credits der CD von 1988 spielt Jay Hoggard Vibrafon, und Famoudou Don Moye sitzt am Schlagzeug. Hoggard, Jahrgang 1954, war 1977 nach New York gekommen und spielte dort unter anderem mit Freeman; unter eigenem Namen nahm er ebenfalls für India Navigation auf.
Eine Band voller eigener Wege
Den Auftakt „Autumn In New York“ spielt Freeman im Duo mit dem Bassisten Cecil McBee, 1935 in Tulsa geboren, von dem auch „Close To You Alone“ stammt. Am Klavier sitzt John Hicks, der in diesen Jahren fest zur Band von Betty Carter gehörte und 1978/79 auch mit Freeman aufnahm.
Billy Hart hatte zuvor im Mwandishi-Sextett von Herbie Hancock und in der Band von Stan Getz gespielt; Famoudou Don Moye kennen viele vom Art Ensemble of Chicago. Die New York Times nannte das Album 1981 „a lyrical, utterly traditional album of ballads and jazz standards“.

Die 45-RPM-Ausgabe von Analogue Productions
Diese Ausgabe trägt die Katalognummer AAPJ 151-45: zwei 180-Gramm-LPs mit 45 Umdrehungen, gepresst bei Quality Record Pressings und verpackt in ein Tip-on-Klappcover von Stoughton Printing. Bei 45 Umdrehungen läuft pro Sekunde mehr Rille unter der Nadel, und jede Seite fasst weniger Spielzeit – deshalb verteilen sich die zehn Stücke auf vier Seiten.
Die kompakte Fassung mit den sechs Originaltiteln gibt es weiterhin als 33⅓-LP (AAPJ 151). Sie wird von Metallteilen gepresst, die auf dem Mastering mit Röhrenelektronik von Gavin Lurssen und Ron Lewter bei The Mastering Lab beruhen. Die 45er beruht auf dem neuen Mastering von Matthew Lutthans.
Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden. Noch nicht vorrätige Ausgaben versenden wir nach Wareneingang.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende laut den Credits der Original-LP von 1979 und der CD-Ausgabe von 1988.
- Chico FreemanTenor- und Sopransaxofon, BandleaderMitwirkung: Album-Besetzung
- Cecil McBeeBassMitwirkung: Album-Besetzung
- John HicksKlavierMitwirkung: „Peace“, „A Child Is Born“, „It Never Entered My Mind“, „Close To You Alone“, „Don’t Get Around Much Anymore“; Bonustitel nicht einzeln zugeordnet
- Billy HartSchlagzeugMitwirkung: „Peace“, „A Child Is Born“, „It Never Entered My Mind“, „Close To You Alone“; Bonustitel nicht einzeln zugeordnet
- Famoudou Don MoyeSchlagzeugMitwirkung: „Don’t Get Around Much Anymore“, „Carnival“
- Jay HoggardVibrafonMitwirkung: „Carnival“
„Autumn In New York“ spielen Freeman und McBee im Duo. Schlagzeug auf den Originaltiteln: Billy Hart, bei „Don’t Get Around Much Anymore“ Famoudou Don Moye. Bei „Carnival“ nennen die CD-Credits Famoudou Don Moye (Schlagzeug) und Jay Hoggard (Vibrafon); die übrigen Bonustitel ordnen sie keinem Schlagzeuger einzeln zu. Die sechs Originaltitel entstanden zwischen Oktober 1978 und Januar 1979; Aufnahmedaten der Bonustitel liegen uns nicht einzeln vor. Mastering dieser Ausgabe: Matthew Lutthans, The Mastering Lab, von den originalen analogen Masterbändern. Pressung: Quality Record Pressings. Klappcover: Stoughton Printing.












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