Ein Album zwischen Aufnahme und Veröffentlichung
Intensity wurde im November 1960 aufgenommen, erschien aber erst 1963 bei Contemporary Records. Diese zeitliche Trennung ist für die Einordnung wichtig. Die Musik gehört zu Art Peppers Arbeit am Beginn der Sechzigerjahre, auch wenn die ursprüngliche Veröffentlichung später erfolgte. Am 23. und 25. November spielte er in Los Angeles mit dem Pianisten Dolo Coker, dem Bassisten Jimmy Bond und dem Schlagzeuger Frank Butler. Lester Koenig produzierte, Roy DuNann betreute die Aufnahme. Die sieben Titel der ursprünglichen LP bilden ein geschlossenes Quartettprogramm, das vollständig aus bereits bestehenden Songs besteht.
Das Album markiert außerdem einen Einschnitt in Peppers Laufbahn als Leiter eigener Studiosessions. Darauf folgte eine längere Unterbrechung. Daraus sollte man jedoch keine pauschale Behauptung machen, er habe nach diesen Tagen überhaupt nicht mehr aufgenommen: Weitere Mitwirkungen sind dokumentiert. Für das Verständnis der Platte hilft die genauere Perspektive mehr als ein dramatischer Schlussstrich. Intensity bündelt eine bestimmte Besetzung und Arbeitsweise zu einem Zeitpunkt, an dem Pepper bekannte Melodien als Ausgangspunkt für sehr persönliche Improvisationen nutzte. Die spätere Veröffentlichung lässt diese Musik rückblickend erscheinen; entstanden ist sie aus der unmittelbaren Zusammenarbeit jener Novembertage.

Vier Stimmen ohne zusätzlichen Bläser
Bond und Butler hatten bereits im Umfeld von Smack Up mit Pepper gearbeitet. Mit Dolo Coker am Klavier ergibt sich hier eine Quartettbesetzung, in der kein weiterer Bläser neben dem Altsaxofon steht. Dadurch verändern sich die Möglichkeiten der Begleitung. Das Klavier kann auf eine Saxofonphrase unmittelbar reagieren, der Bass die harmonische Bewegung kenntlich machen und das Schlagzeug Übergänge oder Pausen gestalten. Der Blick auf die Besetzung hilft, diese Funktionen beim Hören auseinanderzuhalten. Er sagt jedoch noch nicht voraus, dass sie in jedem Takt gleich verteilt bleiben müssen.
Der Albumtitel lässt leicht an Lautstärke oder ununterbrochenen Vorwärtsdrang denken. Musikalische Intensität kann aber ebenso aus einer zurückgenommenen Wendung, einem verzögerten Einsatz oder einem unerwarteten Abstand zur vertrauten Melodie entstehen. Gerade ein Standardprogramm lädt dazu ein, auf solche Entscheidungen zu achten. Wo bleibt Pepper nahe am Thema, wo nimmt er nur einen kleinen Baustein mit? Wann antwortet Coker, und wann lässt er Raum? Die Besetzung unterstützt ein Hören, bei dem die Veränderungen innerhalb der Stücke wichtiger werden als die bloße Wiedererkennung ihrer Titel.

Sieben Standards als gemeinsamer Ausgangspunkt
„I Can’t Believe That You’re In Love With Me“, „I Love You“, „Come Rain Or Come Shine“ und „Long Ago And Far Away“ bilden die erste Seite. Danach folgen „Gone With The Wind“, „I Wished On The Moon“ und „Too Close For Comfort“. Das Material stammt aus unterschiedlichen Zusammenhängen des amerikanischen Songrepertoires. Cole Porters „I Love You“ und „Long Ago And Far Away“ gehören ins Jahr 1944; Harold Arlen und Johnny Mercer schrieben „Come Rain Or Come Shine“ für ein Musical von 1946. Die Songs waren also längst vor dieser Session in Umlauf und brachten jeweils eigene melodische Erwartungen mit.
Genau diese Vertrautheit macht Veränderungen hörbar. Man kann einem Standard zunächst über seine Melodie folgen und anschließend verfolgen, welche Wege Pepper und seine Partner daraus entwickeln. Das Album enthält keine Eigenkompositionen. „Five Points“, das in manchen digitalen oder erweiterten Tracklisten auftaucht, gehört zur späteren CD-Erweiterung und nicht zu den sieben Titeln dieser LP. Auch „Autumn Leaves“ aus demselben Aufnahmeumfeld ist kein Bestandteil des ursprünglichen Albums. Diese Unterscheidung betrifft mehr als eine Zahl: Sie bewahrt die tatsächliche Reihenfolge und den Umfang der Platte, die unter dem Titel Intensity veröffentlicht wurde.
Die Ausgabe von Craft und Acoustic Sounds
Diese Neuauflage erscheint in der Contemporary Records Acoustic Sounds Series als Stereo-LP mit 180 Gramm und 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Bernie Grundman verantwortet den Schnitt. Craft nennt die originalen analogen Masterbänder und beschreibt die Ausgabe mit einer AAA-Herstellung. Diese Angaben sind als Aussagen des Herausgebers zu verstehen. Quality Record Pressings übernimmt die Pressung, Stoughton die Tip-on-Hülle. Auf der Ausgabe steht CR00761; die zugehörige Produktnummer lautet ACONC 761. Das enthaltene Programm folgt den sieben ursprünglichen LP-Titeln.
Für die Auswahl zwischen unterschiedlichen Fassungen ist damit der entscheidende Rahmen klar: Hier geht es um das ursprüngliche Stereoalbum auf einer einzelnen LP. Später ergänzte Titel gehören zu anderen Veröffentlichungen und verändern weder Aufnahmedatum noch Originalumfang. Innerhalb von Peppers Contemporary-Aufnahmen bietet Intensity einen konzentrierten Zugang zu seinem Umgang mit Standards und zur Zusammenarbeit mit Coker, Bond und Butler. Die bekannten Songs geben Orientierung; die eigentliche Geschichte spielt sich darin ab, wie vier Musiker diese gemeinsame Grundlage in jedem Stück neu nutzen. Das Datum der Aufnahme bleibt dabei 1960, das der ersten Albumveröffentlichung 1963.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Art PepperAltsaxofon, LeaderMitwirkung: Album-Besetzung
- Dolo CokerKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
- Jimmy BondBass (Kontrabass)Mitwirkung: Album-Besetzung
- Frank ButlerSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Vier Musiker, sieben Original-LP-Titel. „Five Points“ ist CD-Bonusmaterial und hier nicht enthalten.








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