Jimmy Witherspoon – Evenin‘ Blues (Stereo)

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Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Blues

Auf Bestellung

LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7300
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

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Artikelnummer: APRJ 7300 Kategorien: , , ,

Eine Stimme und ein besonderer Partner

Jimmy Witherspoon und T-Bone Walker auf derselben Platte: Schon diese Begegnung macht Evenin’ Blues zu einer reizvollen Aufnahme. Der eine gehört zu den großen Stimmen zwischen Blues und Jazz, der andere zu den prägenden Gestalten der elektrischen Bluesgitarre. Hier treten sie nicht als zwei voneinander getrennte Attraktionen auf. Walker spielt in Witherspoons Band und stellt seine Gitarre in den Zusammenhang der Songs. Das eröffnet die Möglichkeit, einen berühmten Instrumentalisten in einer besonders aufmerksamen Rolle zu erleben: als Partner eines Sängers, dessen Phrasen Raum und Antworten brauchen.

Die Sitzung fand am 15. August 1963 in Los Angeles statt. David Axelrod betreute die Produktion; das Album erschien 1964 bei Prestige als PR 7300 beziehungsweise in Stereo als PRST 7300. Damit gehört die Aufnahme zwar in den Prestige-Katalog, entstand aber nicht in Rudy Van Gelders Studio in New Jersey. Diese geografische Unterscheidung ist musikalisch und historisch hilfreich. Die Platten eines Labels bilden keine einzige Aufnahmesituation ab. Evenin’ Blues bewahrt eine Begegnung in Los Angeles mit einer eigenen Besetzung und einer anderen Vorgeschichte als die zahlreichen Prestige-Sitzungen an der Ostküste.

Witherspoon brachte zu diesem Zeitpunkt fast zwei Jahrzehnte Plattenerfahrung mit. Seine frühen Aufnahmen mit Jay McShann reichen bis 1945 zurück; 1949 wurde Ain’t Nobody’s Business zu einem wichtigen Erfolg. Nach schwierigeren Jahren für die großen Blues-Shouter hatte sein Auftritt beim Monterey Jazz Festival 1959 neue Aufmerksamkeit gebracht. Evenin’ Blues steht somit in einer Phase erneuerter Präsenz. Man begegnet keinem Sänger, der seine musikalische Identität erst noch finden muss, sondern einem erfahrenen Erzähler, der zwischen unterschiedlichen Begleitformen und Repertoires seinen eigenen Zusammenhang herstellen kann.

Jimmy Witherspoon · um 1963 · historisch inspirierte Illustration
Jimmy Witherspoon · um 1963

T-Bone Walker, Clifford Scott und die Band

T-Bone Walker war 1963 längst eine Schlüsselfigur der elektrischen Bluesgitarre. Seine Aufnahmen aus den vierziger Jahren und Call It Stormy Monday hatten einer jüngeren Generation gezeigt, wie eigenständig eine elektrisch verstärkte Gitarre im Blues sprechen konnte. Auf dieser Platte ist gerade seine Position innerhalb der Band interessant. Die Gitarre muss nicht fortwährend im Vordergrund stehen, um unverwechselbar zu wirken. Ein Einsatz zwischen zwei Gesangszeilen, eine kleine melodische Antwort oder die Gewichtung eines einzelnen Tons kann für den Verlauf eines Songs entscheidend sein. Darauf lohnt es sich, neben Witherspoons Stimme zu achten.

Clifford Scott bringt eine weitere prägnante Stimme hinzu. Der Saxofonist hatte bei Bill Doggett gespielt und ist mit dessen Honky Tonk verbunden. Zuvor arbeitete er unter anderem mit Jay McShann und Roy Brown. Das schafft interessante Verbindungen innerhalb dieses Albums: McShann gehört auch zu Witherspoons früher Geschichte, und Roy Browns Good Rockin’ Tonight erscheint im Programm. Solche Bezüge machen aus den Credits ein musikalisches Beziehungsgeflecht. Die Musiker und Stücke stehen nicht zufällig nebeneinander, sondern berühren gemeinsame Erfahrungen aus Blues, Rhythm and Blues und der Arbeit in kleinen Bands.

Scott ist in den Sessionnachweisen am Tenorsaxofon aufgeführt. Der Herausgeber hebt zusätzlich sein Altsaxofon auf Grab Me a Freight und die Flöte auf Evenin’ hervor. Besonders die Flöte erweitert die Vorstellung von einer klassischen Bluesbesetzung. Sie bringt einen anderen Tonansatz und eine andere Luftigkeit in das instrumentale Umfeld einer kräftigen Männerstimme. Das ist ein schöner Anlass, den Titelsong nicht nur als Gesangsnummer zu betrachten, sondern auch auf seine Begleitfarben zu hören. Eine kleine Band kann ihr Klangbild verändern, ohne dass dafür zusätzliche Musiker oder große Arrangements nötig werden.

Bert Kendrix an der Orgel, Clarence Jones am Kontrabass und Wayne Robertson am Schlagzeug vervollständigen die Besetzung. Kendrix wird in ergänzenden Quellen außerdem am Klavier genannt. Für den Charakter dieser Gruppe ist die Verbindung von Tasteninstrument, Gitarre, Bass und Schlagzeug wesentlich: Sie kann den Sänger tragen und zugleich genügend Beweglichkeit für die Bläserantworten lassen. Gerade bei einem erfahrenen Sänger ist Begleitung keine passive Aufgabe. Sie muss auf die Länge einer Zeile, einen verzögerten Einsatz oder eine andere Betonung reagieren können. Die sechs Musiker bilden gemeinsam den Rahmen, in dem die Songs ihre jeweilige Gestalt annehmen.

T-Bone Walker · um 1963 · historisch inspirierte Illustration
T-Bone Walker · um 1963

Zehn Songs zwischen Alltag und Aufbruch

Money’s Gettin’ Cheaper eröffnet das Album mit einem Titel, dessen alltägliche Beobachtung bis heute unmittelbar verständlich bleibt. Darauf folgen Grab Me a Freight, Jesse Stones Don’t Let Go! und I’ve Been Treated Wrong, bevor Evenin’ die erste Seite beschließt. Das Programm verbindet Bewegung, Beschwerde, Nähe und nächtliche Stimmung, ohne daraus eine künstliche Handlung zu bauen. Witherspoons Aufgabe besteht darin, jeder Vorlage ihre eigene sprachliche Haltung zu geben. Für das Hören ist deshalb nicht nur die Melodie interessant, sondern auch die Art, wie ein Wort in den Takt gesetzt und eine Zeile beendet wird.

Die zweite Seite beginnt mit Cane River. Mit Baby, How Long folgt ein Stück aus dem Repertoire von Brownie McGhee, während Good Rocking auf Roy Browns Good Rockin’ Tonight zurückgeht. Die Schreibweise des Titels auf dieser LP ist verkürzt, die Verbindung zur Geschichte des Rhythm and Blues bleibt aber erkennbar. Solche Songs bringen bereits eine Vergangenheit mit, wenn Witherspoon sie aufnimmt. Der Reiz liegt darin, sie durch seine Stimme und durch diese bestimmte Gruppe neu zusammengebracht zu erleben. Eine Interpretation gewinnt ihr Gewicht nicht allein dadurch, dass ein Titel möglichst unbekannt ist.

Kansas City von Jerry Leiber und Mike Stoller führt zu einer weiteren weithin vertrauten Songvorlage. Drinking Beer beendet das Album. Neben diesen fremden Kompositionen stehen Beiträge, die Witherspoon selbst zugeschrieben werden, darunter Cane River und Drinking Beer. So erscheint er innerhalb des Programms nicht ausschließlich als Interpret. Die Mischung aus eigenem Material und Songs anderer Autoren gehört zum Bild eines Sängers, der aus unterschiedlichen Quellen ein persönliches Repertoire formt. Die Einheit entsteht durch seine Anwesenheit und durch die Band, nicht durch einen einzigen Komponisten.

Die zehn Titel der LP bilden das ursprüngliche Albumprogramm. Spätere CD-Ausgaben ergänzten Alternativfassungen, die zu einer anderen Ausgabe gehören. Hier bleibt die Konzentration auf jener Folge, die die Begegnung von Witherspoon und seinen Mitspielern als Album vorstellt. Für Sammler ist das ein schöner Unterschied zwischen Dokumentation und Dramaturgie: Zusätzliche Takes können interessant sein, während die ursprüngliche Reihenfolge ihre eigene Geschlossenheit besitzt. Evenin’ Blues lässt sich als vollständige Sitzung mit wechselnden Stimmungen hören, ohne dass der Blick auf Varianten den eigentlichen Songs ständig vorausläuft.

Die Stereo-LP aus der Prestige-Reihe

Analogue Productions veröffentlicht diese Ausgabe unter APRJ 7300. Kevin Gray bei Cohearent Audio wird für das Mastering von den originalen analogen Masterbändern genannt, Quality Record Pressings für die Herstellung. Die aktuelle Ausgabe wird als 180-Gramm-LP angeboten; ältere Pressungen dieses Titels erschienen mit 200 Gramm. Das Album gehört zur Prestige-Stereo-Reihe und wird in einer klassischen Tip-on-Hülle präsentiert. Für die Sammlung stehen damit die konkrete Aufnahme, die Betreuung des analogen Ausgangsmaterials und die vollständige Albumfolge im Mittelpunkt.

Die einzelne Schallplatte mit 33⅓ Umdrehungen bewahrt fünf Titel pro Seite. Das ist eine passende Form für dieses songorientierte Programm: Die Band kann mehrere kleine Geschichten hintereinander erzählen, bevor der Seitenwechsel eine natürliche Pause setzt. Gerade die Abwechslung zwischen vertrauten Vorlagen und persönlicherem Material profitiert von einem zusammenhängenden Verlauf. Die Musik muss nicht auf zusätzliche Seiten verteilt werden, um als sorgfältige Neuauflage ernst genommen zu werden. Hier dient das Format dem Charakter eines Albums, dessen Ausdruck aus Stimme, kurzen instrumentalen Antworten und dem gemeinsamen Rhythmus entsteht.

Evenin’ Blues ist besonders reizvoll, wenn man Witherspoon und Walker bereits getrennt voneinander kennt. Die Platte zeigt, was aus ihrer Begegnung innerhalb einer Band werden kann, und lenkt zugleich den Blick auf Clifford Scott, Bert Kendrix, Clarence Jones und Wayne Robertson. Sie alle tragen dazu bei, dass der Sänger unterschiedliche Songs in eine gemeinsame musikalische Welt holen kann. Für eine Sammlung zwischen Blues, Jazz und Rhythm and Blues ist das eine Aufnahme mit konkretem historischem Gewicht und einer überschaubaren, persönlich besetzten Bühne.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Jimmy WitherspoonGesangMitwirkung: Album-Besetzung
  • T-Bone WalkerGitarreMitwirkung: Album-Besetzung
  • Clifford ScottTenorsaxofon, Altsaxofon (A2, sekundär), Flöte (A5, sekundär)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Bert KendrixOrgel, Klavier (sekundär)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Clarence JonesKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Wayne RobertsonSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: Los Angeles, 15. August 1963; konkretes Studio und Aufnahmeingenieur nicht gesichert. Aufsicht: David Axelrod. Begleittext: Francis Squibb. AP-Mastering: Kevin Gray. Scotts Alt- und Flötenzuordnung sowie Kendrix’ zusätzliches Klavier stammen aus ergänzenden Quellen.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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  • Jimmy WitherspoonGesangMitwirkung: Album-Besetzung
  • T-Bone WalkerGitarreMitwirkung: Album-Besetzung
  • Clifford ScottTenorsaxofon, Altsaxofon (A2, sekundär), Flöte (A5, sekundär)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Bert KendrixOrgel, Klavier (sekundär)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Clarence JonesKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Wayne RobertsonSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: Los Angeles, 15. August 1963; konkretes Studio und Aufnahmeingenieur nicht gesichert. Aufsicht: David Axelrod. Begleittext: Francis Squibb. AP-Mastering: Kevin Gray. Scotts Alt- und Flötenzuordnung sowie Kendrix’ zusätzliches Klavier stammen aus ergänzenden Quellen.


Seite A

  • A1 · Money’s Gettin‘ Cheaper
  • A2 · Grab Me A Freight
  • A3 · Don’t Let Go!
  • A4 · I’ve Been Treated Wrong
  • A5 · Evenin‘

Seite B

  • B1 · Cane River
  • B2 · Baby, How Long
  • B3 · Good Rocking
  • B4 · Kansas City
  • B5 · Drinking Beer