Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus greift mehrere Kompositionen von Charles Mingus in neuen Entwürfen für großes Ensemble wieder auf. Dieser Akt der Rückkehr ist kreativ, nicht archivalisch. „II B.S.“ verarbeitet Material aus „Haitian Fight Song“ neu, beginnt mit einer Aussage des Basses, bevor die Band in Wellen von Blechbläsern, Holzbläsern und treibendem Rhythmus einsetzt. Mingus weiß genau, wie eine auskomponierte Ensemblepassage wie ein Streit klingen kann, der in den Raum hereinbricht.
„Better Get Hit in Yo’ Soul“ verbindet Call-and-Response aus dem Gospel, die Energie des Händeklatschens und abrupte Wendungen des Ensembles. „Theme for Lester Young“ verwandelt die als „Goodbye Pork Pie Hat“ bekannte Elegie in eine andere orchestrale Perspektive; ihre Melodie wird zärtlich getragen, aber nie zu Hintergrundmusik abgemildert. „Hora Decubitus“ nimmt einen schärferen, kantigeren Weg. Auf dem ganzen Album steigen Solostimmen aus dichten Texturen auf und verschwinden wieder, während Mingus’ Bass und seine kompositorische Identität die Kontraste zusammenhalten. Das Ergebnis ist ein Selbstporträt aus lebendigen Themen. Zum Ensemble gehören unverwechselbare Stimmen wie Eric Dolphy und Booker Ervin, Musiker, die selbst knappen Raum für ein Solo in einen scharf gezeichneten Charakter verwandeln können.
Die Impulse Acoustic Sounds Series präsentiert das Album auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM. Die kompakte Abfolge auf einer Schallplatte belohnt Sammler, die frühere Fassungen kennen, doch man muss Mingus zuvor nicht gehört haben, um ihren Schwung, Humor und ihre dramatische Kraft zu spüren. Es ist eine der klarsten Demonstrationen seiner Fähigkeit, ein großes Jazzensemble wie einen unberechenbaren Organismus agieren zu lassen. Michael 45 lagert die Schallplatte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die Wartezeit beim Zoll entfallen.
Serie: Impulse! – alle 19 Platten: das Haus, das Trane baute
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Im direkten Vergleich bevorzugt Michael die Acoustic-Sounds-Ausgabe mit 33⅓ RPM gegenüber seiner älteren AP-Ausgabe mit 45 RPM. Der klangliche Abstand ist für ihn allerdings kleiner als beim im selben Video verglichenen The Black Saint and the Sinner Lady.







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