Double Trouble öffnet den Kreis
Mit Soul to Soul veränderte sich die Gestalt von Stevie Ray Vaughan and Double Trouble. Auf dem dritten Studioalbum von 1985 steht neben Vaughan, Bassist Tommy Shannon und Schlagzeuger Chris Layton nun Reese Wynans an den Tasteninstrumenten. Aus dem vertrauten Trio wurde ein Quartett. Das ist mehr als eine zusätzliche Klangfarbe: Ein Keyboarder kann Harmonien halten, Antworten formulieren oder den Raum zwischen Gitarrenphrasen anders organisieren. Vaughans Gitarre bleibt eine Hauptstimme, begegnet aber einem erweiterten musikalischen Umfeld. Der Albumtitel lässt sich damit auch als Einladung verstehen, die Beziehungen innerhalb der Band neu zu hören.
Daneben ist Joe Sublett als Gast am Saxofon beteiligt, konkret auf Lookin‘ Out the Window und Look at Little Sister. Er wird dadurch nicht zum fünften ständigen Mitglied von Double Trouble. Diese Unterscheidung hilft, die Platte richtig einzuordnen: Wynans verändert die dauerhafte Bandbesetzung, Sublett gibt zwei Songs eine zusätzliche Stimme. Beide Beiträge gehören zum Album, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben. Gerade in einer Diskografie, die häufig über den Gitarristen im Mittelpunkt wahrgenommen wird, lohnt sich dieser Blick auf die Menschen um ihn herum. Der neue Rahmen entsteht nicht allein durch mehr Instrumente, sondern durch deren gezielten Einsatz.
Produziert wurde Soul to Soul von Stevie Ray Vaughan and Double Trouble gemeinsam mit Richard Mullen. Mullen ist außerdem als Toningenieur genannt, Ron Cote als Assistent und John H. Hammond als ausführender Produzent. Die Besetzung und diese Produktionscredits gehören zur ursprünglichen Albumarbeit. Spätere Namen aus CD-Wiederveröffentlichungen werden nicht nachträglich in diese Sitzung übernommen. Für Sammler ist das eine nützliche Trennung: die Aufnahme von 1985, ihre späteren Ausgaben und die hier angebotene analoge Neuauflage sind verschiedene Stationen derselben Musikgeschichte. Jede Station hat ihre eigenen Beteiligten und ihre eigenen technischen Entscheidungen.

Zehn Stücke zwischen eigenem Material und übernommenen Liedern
Say What! eröffnet das Album mit einer Instrumentalnummer aus Vaughans Feder. Ein solcher Anfang rückt das Spiel der Band unmittelbar ins Zentrum, bevor die folgenden Songs andere Aufgaben stellen. Lookin‘ Out the Window, geschrieben von Doyle Bramhall, und Look at Little Sister von Hank Ballard schließen sich an. Beide sind zugleich die Titel mit Subletts Saxofonbeitrag. Die Reihenfolge verbindet damit einen instrumentalen Auftakt und zwei Gesangsstücke, deren zusätzliche Bläserfarbe einen klar bestimmbaren Platz hat. Wer das Album erneut hört, kann gerade diese ersten drei Titel als kleine Vorstellung der erweiterten Möglichkeiten betrachten.
Mit Ain’t Gone ‚N‘ Give Up on Love folgt eine weitere Vaughan-Komposition; Gone Home führt zu einem Stück von Eddie Harris. Diese Autorenangabe ist wichtig, weil nicht jede Instrumentalnummer des Albums von Vaughan stammt. Change It bringt erneut ein Lied von Doyle Bramhall ins Programm, während You’ll Be Mine mit Willie Dixon verbunden ist. So entsteht ein Repertoire aus eigenen und übernommenen Stücken, das die Vorlagen nicht als bloße historischen Beigaben behandelt. Die Band muss für jedes Lied einen eigenen Zusammenhang finden: für die Stimme, den Rhythmus, das Verhältnis von Begleitung und hervortretendem Instrument.
Empty Arms, Come On (Part III) und Life Without You bilden den letzten Teil der ursprünglichen Zehnerfolge. Empty Arms und Life Without You stammen von Vaughan, Come On von Earl King. Damit sind vier der zehn Titel Vaughan-Kompositionen. Das Album sammelt also nicht ausschließlich eigenes Material, und seine Identität hängt auch nicht daran. Interessanter ist die Verbindung der verschiedenen Ausgangspunkte durch eine konkrete Band. Auf dieser Ausgabe bleibt die ursprüngliche Folge erhalten. Zusätzliche Stücke und Gesprächspassagen späterer CD-Ausgaben gehören nicht zu den zehn Titeln der hier beschriebenen Doppel-LP.

Gitarre, Tasten und die Arbeit der Rhythmusgruppe
Reese Wynans ist der Schlüssel zur veränderten Besetzung. Seine Tasteninstrumente können neben der Gitarre eine zweite harmonische Ebene bilden, ohne deren Funktion einfach zu verdoppeln. Ein sinnvoller Hörzugang ist, einmal den Beginn und das Ende einer Gitarrenphrase zu verfolgen: Was liegt darunter, was antwortet darauf, und was bleibt bestehen, wenn die Gitarre Luft lässt? Solche Fragen richten die Aufmerksamkeit auf das Zusammenspiel. Die Orgelvignette in der Beschreibung nimmt diese zusätzliche Klangwelt auf. Sie ist ein freies Motiv zum erweiterten Arrangement und kein Beleg für ein bestimmtes, bis zur Modellnummer identifiziertes Instrument der Aufnahmesitzung.
Tommy Shannon und Chris Layton bleiben für den Zusammenhang der Band wesentlich. Bass und Schlagzeug geben nicht nur ein Tempo vor; sie bestimmen mit, wie viel Gewicht ein Einsatz erhält und wie eine Phrase in den nächsten Takt führt. Wer Vaughan vor allem als Solisten kennt, kann das Album deshalb auch von unten her hören: erst dem Bass folgen, dann dem Verhältnis von Schlagzeug und Gitarre, schließlich den Tasteninstrumenten dazwischen. Dabei geht es nicht darum, die Musik in Einzelteile zu zerlegen. Gerade der Wechsel der Aufmerksamkeit kann zeigen, wie sich die Teile gegenseitig tragen und weshalb ein charakteristischer Vortrag immer auch eine Sache der Begleitung ist.
Subletts zwei Gastbeiträge machen das erweiterte Spektrum besonders konkret. Ein Saxofon kann einen Song anders beantworten als eine Gitarre oder Orgel, ohne deshalb das gesamte Album zur Bläserproduktion zu machen. Im Musikerblock werden diese Einsätze deshalb titelgenau genannt. Bei den zusätzlichen Angaben zu Gesang und Schlagzeug bleiben ungewöhnliche Credits als solche erkennbar; eine allgemeine Instrumentenliste wird nicht so gelesen, als sei jedes Instrument auf jedem Titel zu hören. Auch die Porträts unterscheiden die Ebenen: Vaughan erscheint nach einer späteren, gesicherten Vorlage, Wynans und Sublett ebenfalls mit sichtbarer zeitlicher Einordnung. Sie zeigen die Personen, keine nachgestellte Studiositzung von 1985.
Die 45er-Ausgabe und ihre genaue Herkunft
Die angebotene Veröffentlichung ist Analogue Productions AAPB 098-45, eine Stereo-Doppel-LP mit 45 U/min. Der Herausgeber beschreibt die Quelle besonders genau: originale analoge Halbzoll-Masterbänder mit 30 ips Bandgeschwindigkeit. Ryan K. Smith bei Sterling Sound fertigte den Schnitt auf einer VMS 80 an. Gary Salstrom wird für die Galvanik genannt, Quality Record Pressings für die Pressung. Diese Informationen sind konkreter als ein allgemeines Versprechen von „audiophilem Klang“. Sie benennen die dokumentierte Produktionskette, ohne daraus einen automatischen Hörvergleich mit jeder anderen Veröffentlichung abzuleiten oder die eigene Anlage des Hörers vorwegzunehmen.
Die zehn Titel verteilen sich auf vier Seiten: drei auf A, zwei auf B, drei auf C und zwei auf D. Dadurch besitzt die Ausgabe einen anderen Ablauf als eine einzelne 33⅓-LP. Die zusätzlichen Seitenwechsel gehören zur Entscheidung für dieses Format und sollten ebenso selbstverständlich mitgedacht werden wie das Mastering. Die aktuelle Herausgeberbeschreibung nennt 180 Gramm; eine frühere dokumentierte Pressung ist als 200-Gramm-Ausgabe verzeichnet. Die Katalognummer identifiziert die 45er-Fassung, während das Gewicht einer konkreten Lagercharge gegebenenfalls separat zu prüfen bleibt. Die ebenfalls veröffentlichte SACD und die 33⅓-Box Texas Hurricane sind andere Formate, auch wenn sie dieselben Albumaufnahmen enthalten.
Für eine Vaughan-Sammlung liegt der besondere Platz von Soul to Soul in diesem Schritt zur erweiterten Band. Das Album hält die Verbindung von eigenem Material, Blues- und Rhythm-and-Blues-Vorlagen fest und verteilt die Aufmerksamkeit auf mehr als eine Stimme. Wynans‘ Aufnahme in die Gruppe, die bewährte Rhythmussektion und Subletts gezielte Gastauftritte geben den zehn Songs ihren konkreten Rahmen. Die 45er-Ausgabe bietet diesen ursprünglichen Zusammenhang mit nachvollziehbaren Angaben zu Quelle, Schnitt und Herstellung. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Stevie Ray VaughanPorträtvorlage 1983Gitarre, Gesang; Schlagzeug C3 nur ergänzend überliefertMitwirkung: Schlagzeug auf Empty Arms nur Q4; nicht unabhängig am Originalcover bestätigt
- Tommy ShannonPorträtvorlage um 1983Bass; zusätzlicher Gesangscredit A1 nur Q4Mitwirkung: Say What! ist Instrumentalstück; kein Leadgesang behauptet
- Chris LaytonPorträtvorlage um 1983Schlagzeug; zusätzlicher Gesangscredit A1 nur Q4Mitwirkung: Albumcredit; Art des Gesangsbeitrags A1 nicht präzisiert
- Reese WynansSpätere Porträtvorlage 2015Tasteninstrumente; zusätzlicher Gesangscredit A1 nur Q4Mitwirkung: Festes viertes Bandmitglied; Zusatzcredit A1 nicht unabhängig bestätigt
- Joe SublettSaxofon (Gast)Mitwirkung: A2 Lookin’ Out the Window; A3 Look at Little Sister
Originalprogramm 1985, zehn Titel. Produktion: Stevie Ray Vaughan and Double Trouble / Richard Mullen; ausführende Produktion: John H. Hammond; Technik: Richard Mullen, Assistenz: Ron Cote. Joe Sublett ist Gast auf A2/A3, kein ständiges fünftes Mitglied. Gone Home: Eddie Harris. Ungewöhnliche Zusatzcredits zu Schlagzeug C3 und Gesang A1 nur ergänzend Q4, nicht am Originalcover bestätigt. Keine 1999-CD-Bonus- oder Technikcredits übernehmen.











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