Drei Musiker, ein vollständiger Kosmos
Jimmy Smith braucht auf Organ Grinder Swing nur zwei Mitspieler: Kenny Burrell an der Gitarre und Grady Tate am Schlagzeug. Die Hammond B-3 besetzt dabei mehrere Rollen zugleich. Sie führt Melodien, legt Akkorde und übernimmt die tiefen Linien. Ein eigener Bassist gehört dieser Besetzung nicht an. Gerade dadurch wird das Zusammenspiel der drei Musiker zum eigentlichen Thema der Platte.
Das Album entsteht im Juni 1965 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs, produziert von Creed Taylor. Nach Verve-Projekten mit größeren Ensembles kehrt Smith hier zum Orgeltrio zurück. Die Besetzung bietet genügend Raum für ausgedehnte Improvisationen und ist zugleich beweglich genug, um einen kurzen Standard auf den Punkt zu bringen. Beide Möglichkeiten stehen gleich auf der ersten Seite nebeneinander.

Ein kurzer Auftakt, dann öffnet sich der Raum
„The Organ Grinder's Swing“ führt in gut zwei Minuten ins Album. Der Standard aus den dreißiger Jahren liefert ein kompaktes Thema, bevor „Oh No Babe“ über neun Minuten Zeit erhält. Dieser Wechsel der Größenordnung ist entscheidend für das Programm: Die Band kann ein Thema knapp vorstellen oder sich in seinem Verlauf lange mit einzelnen Ideen beschäftigen.
„Blues For J“ gehört ebenso wie „Oh No Babe“ zu Smiths eigenen Kompositionen. Höre darauf, wie Burrell zwischen Begleitung und eigener Stimme wechselt. Seine Gitarre kann die Orgel harmonisch stützen und anschließend mit einer einzelnen Linie auf sie antworten. Tate hält diese Unterhaltung in Bewegung. Die kleine Besetzung macht es leicht, einem Instrument zu folgen und zugleich seine Beziehung zu den anderen beiden wahrzunehmen.

Greensleeves im Orgeltrio
Die zweite Seite beginnt mit „Greensleeves“. Die alte englische Melodie wird hier zum Ausgangspunkt eines beinahe neunminütigen Stücks. Wer das Thema kennt, hat einen guten Anker für das Hören: Verfolge, wann seine Konturen erkennbar bleiben und wann die Musiker sich von ihnen entfernen. Eine bekannte Melodie öffnet den Weg in die Improvisation.
Mit „I'll Close My Eyes“ und „Satin Doll“ führt das Programm zurück zu weiteren Standards. Insgesamt stehen sechs Stücke auf der Platte, mit deutlich unterschiedlichen Längen und Aufgaben. Das Album eignet sich deshalb gut, um Smiths Umgang mit Formen kennenzulernen: Thema, Begleitung und Solo verändern ihr Verhältnis von Stück zu Stück, während die drei Instrumente den gemeinsamen Rahmen halten.
Diese Ausgabe
Die Verve Acoustic Sounds Series veröffentlicht Organ Grinder Swing unter AVER 98904 als Stereo-LP mit 33⅓ RPM auf 180-Gramm-Vinyl. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab übernahm das Mastering von den Originalanalogbändern. Gepresst wird bei Quality Record Pressings; zur Ausstattung gehört ein Stoughton-Tip-On-Gatefold. Das Album verbindet Jimmy Smith, Kenny Burrell und Grady Tate in der klassischen Besetzung Orgel, Gitarre und Schlagzeug.
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Serie: Verve – alle 34 Platten: Stimmen, Orgel und Bossa Nova
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Jimmy Smith | Orgel |
| Kenny Burrell | Gitarre |
| Grady Tate | Schlagzeug |
Die Besetzung ist für das Album belegt. Eine Zuordnung zu einzelnen Titeln wird hier nicht behauptet.
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