Unter Kollegen
„Confrères“ sind Kollegen oder Standesgenossen. Der Titel passt zu Coleman Hawkins, der auf dieser Platte auf Musiker aus dem Kreis Norman Granz’ trifft. Zwei Aufnahmetermine an zwei Küsten bilden den Rahmen: Los Angeles im Oktober 1957 und New York im Februar 1958. Eine unveränderte Band über das gesamte Album wäre deshalb die falsche Vorstellung.
An der Westküste stehen Ben Webster, Oscar Peterson, Herb Ellis, Ray Brown und Alvin Stoller neben Hawkins. Bei der New Yorker Sitzung sind Roy Eldridge, Hank Jones, George Duvivier und Mickey Sheen beteiligt. Granz produziert beide Begegnungen. Der Tenor des Bandleaders verbindet unterschiedliche Partner, ohne dass deren musikalische Herkunft aus dem Bild verschwinden muss.

Hawkins bringt eigene Stücke mit
Vier der fünf hier enthaltenen Titel stammen von Hawkins: „Maria“, „Hanid“, „Honey Flower“ und „Nabob“. Dazu kommt der Standard „Sunday“. Damit ist der Saxofonist auch als Komponist sehr präsent. Wer ihn vor allem mit seiner berühmten Aufnahme von „Body and Soul“ aus dem Jahr 1939 verbindet, bekommt hier einen weiteren Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit seinem Repertoire.
Die Seiten sind unterschiedlich angelegt. „Maria“, „Sunday“ und „Hanid“ stehen auf Seite A; Seite B gehört „Honey Flower“ und „Nabob“. Diese beiden ausgedehnten Stücke bringen es auf knapp neun beziehungsweise gut neun Minuten. Du kannst verfolgen, wie ein Thema über mehrere Solobeiträge hinweg als Bezugspunkt erhalten bleibt. Interessant sind dabei auch die Übergänge: Was nimmt der nächste Musiker mit, was lässt er hinter sich, wo setzt die Begleitung einen neuen Akzent?

Ein Tenor mit eigener Geschichte
Hawkins gehörte zu den Musikern, die das Tenorsaxofon als eigenständige Jazzstimme etablierten. Seine Jahre bei Fletcher Henderson, seine Aufenthalte in Europa und seine Offenheit gegenüber jüngeren Musikern liegen hinter dieser Begegnung. Auch Ben Webster zählt zu den Tenoristen, für die Hawkins ein wichtiger Bezugspunkt war. Auf dem Album treffen damit nicht einfach zwei Instrumente derselben Familie zusammen, sondern unterschiedliche Wege durch die Jazzgeschichte.
Höre beim Wiederauflegen einmal gezielt auf die Enden der Phrasen: Wird ein Ton gehalten, kurz abgesetzt oder in den nächsten Gedanken geführt? Solche kleinen Entscheidungen sind oft aussagekräftiger als die bloße Länge eines Solos. Die wechselnden Besetzungen geben dir außerdem Gelegenheit, Klavier, Gitarre und Trompete in ihrem Verhältnis zum Tenor zu verfolgen. Der Albumtitel verspricht Gesellschaft; die unterschiedlichen Stimmen dieser Gesellschaft machen den Reiz der Zusammenstellung aus.
Fünf Titel auf dieser LP
AVER 77260 ist eine 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM in Stereo, gepresst bei Quality Record Pressings und verpackt in einer Stoughton-Tip-On-Klapphülle. Matthew Lutthans masterte bei The Mastering Lab; als Quelle nennt Acoustic Sounds das originale analoge Masterband. „Cocktails for Two“ ist auf dieser Ausgabe nicht enthalten. Die fünf genannten Titel entsprechen der veröffentlichten Titelliste dieser LP; zusätzliche Stücke anderer Fassungen gehören nicht zu ihrem Programm.
Michael 45 lagert die Ware in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden in Deutschland und der EU einen eigenen US-Import und die entsprechende Wartezeit beim Zoll vermeiden können.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Coleman Hawkins | Tenorsaxofon |
| Roy Eldridge | Trompete |
| Ben Webster | Tenorsaxofon |
| Hank Jones | Klavier |
| Oscar Peterson | Klavier |
| Herb Ellis | Gitarre |
| Ray Brown | Bass |
| George Duvivier | Bass |
| Mickey Sheen | Schlagzeug |
| Alvin Stoller | Schlagzeug |
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