Bevor The Fox zu Contemporary kam
The Fox gehört heute selbstverständlich in Harold Lands Contemporary-Diskografie. Aufgenommen wurde das Album jedoch im August 1959 für HiFi Jazz, ein anderes Label in Los Angeles. Die Session fand in Studio B von Radio Recorders statt; 1960 erschien die Platte erstmals bei HiFi. Erst 1969 übernahm Contemporary das Album in seinen Katalog. Wer diese Wege kennt, erkennt hinter der vertrauten Hülle eine Produktion, die außerhalb von Lester Koenigs eigenem Studio begonnen hatte.
David Axelrod produzierte die Aufnahme, die als sein erstes Albumprojekt gilt. Land spielte Tenorsaxofon, Dupree Bolton Trompete, Elmo Hope Klavier, Herbie Lewis Bass und Frank Butler Schlagzeug. Der erst achtzehnjährige Lewis war der Jüngste der Besetzung. Land, Hope und Butler waren dagegen bereits durch gemeinsame Arbeit miteinander verbunden. Das Quintett stellt somit eine Mischung aus gewachsenen Beziehungen und einem damals noch wenig bekannten Trompeter dar. Gerade diese Konstellation gehört zur besonderen Geschichte der Platte.

Elmo Hope schreibt vier der sechs Stücke
Hope war 1957 von New York nach Los Angeles gekommen. Der Pianist kannte Bud Powell seit seiner Jugend und gehörte zum Umfeld Thelonious Monks. An der Westküste arbeitete er unter anderem mit Land und Curtis Counce. Auf The Fox lässt sich seine Bedeutung unmittelbar an der Titelliste ablesen: „Mirror-Mind Rose“, „One Second, Please“, „Sims A-Plenty“ und „One Down“ stammen von ihm. Land ergänzte das Titelstück und „Little Chris“. Standards fehlen in diesem sechsteiligen Programm vollständig.
Damit ist Hope zugleich Pianist und maßgeblicher Lieferant des Materials. Du kannst seine Begleitung deshalb auch als Arbeit eines Musikers hören, der die Architektur vieler Stücke selbst entworfen hat. Lands Titelstück eröffnet die Platte, Hopes „One Down“ beschließt sie. Dazwischen wechseln ihre Kompositionen, ohne dass jeder Autor eine eigene Plattenseite erhält. Der Aufbau gibt beiden Stimmen Raum und macht aus sechs eigenen Themen eine zusammenhängende Begegnung innerhalb dieses Quintetts.

Der lange unbekannte Dupree Bolton
Schon kurz nach der Session weckte Bolton Aufmerksamkeit, doch über seine Herkunft wussten damalige Berichte erstaunlich wenig. Das Bild des geheimnisvollen Trompeters hielt sich lange. Erst Jahrzehnte später konnte der Jazzhistoriker Ted Gioia nach Begegnungen und Interviews mit Bolton eine deutlich konkretere Biografie nachzeichnen. Dazu gehören frühe musikalische Arbeit, Abhängigkeit und lange Haftzeiten. Die Lücken der früheren Berichterstattung waren also keine mystische Eigenschaft seines Spiels, sondern Folgen einer schwierigen Lebensgeschichte.
Für das Album bleibt zunächst seine konkrete Rolle entscheidend: Bolton steht neben Land in der Bläserfront und spielt Hopes anspruchsvolles Material. Frank Butler verbindet die Gruppe mit weiteren Aufnahmen aus dem Umfeld von Curtis Counce; Hope nahm im selben Jahr außerdem ein Trioalbum für HiFi auf. Hör auf die Übergänge zwischen den beiden Bläsern und dem Klavier. So lässt sich die Musik als gemeinsame Arbeit verfolgen, statt sie ausschließlich auf die außergewöhnliche Biografie eines einzelnen Beteiligten zu reduzieren.
Eine Neuauflage mit zwei historischen Etappen
ACONC 708 ist die 180-Gramm-Einzel-LP in Crafts Contemporary Records Acoustic Sounds Series. Bernie Grundman schnitt die Lackfolien, Quality Record Pressings presste die Platte. Craft beschreibt einen AAA-Schnitt von den ursprünglichen analogen Bändern; die Verpackung ist eine Tip-on-Hülle. Die sechs Stücke folgen dem bekannten Albumprogramm. Den Schluss bildet „One Down“, während „Little Chris“ unmittelbar davor steht. Diese Reihenfolge ist auch für die Abgrenzung zu ungenauen älteren Titellisten hilfreich.
Bei der Quellenbezeichnung bleibt eine konkrete Grenze: Die Hülle verweist auf eine Neubearbeitung bei Contemporary im Jahr 1969. Welches historische Band Grundman für diese Ausgabe verwendete, wird über die allgemeine Herstellerformel hinaus nicht präzisiert. Deshalb lässt sich die Vorlage nicht sicher einer der beiden Etappen zuordnen. Ebenso gehört die ursprüngliche Aufnahme zu Radio Recorders; pauschale Contemporary-Angaben zu Roy DuNann passen hier nicht. The Fox besitzt seine eigene Studiogeschichte, und gerade diese macht den Platz der Platte in der heutigen Reihe interessant.
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Serie: Contemporary – alle 24 Platten: sonniger Jazz aus Los Angeles
Beteiligte Musiker
Die Besetzung dieser Albumfassung ist belegt. Angaben zu einzelnen Titeln stehen in der letzten Spalte.
| Name | Instrument / Rolle | Mitwirkung |
|---|---|---|
| Harold Land | Tenorsaxofon, Leitung (Bandleader) | Album-Besetzung |
| Dupree Bolton | Trompete | Album-Besetzung |
| Elmo Hope | Klavier | Album-Besetzung |
| Herbie Lewis | Bass | Album-Besetzung |
| Frank Butler | Schlagzeug | Album-Besetzung |









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