Der Solist kannte auch das Orchesterpult
Gregor Piatigorsky hatte als Solocellist der Berliner Philharmoniker gearbeitet, bevor seine internationale Laufbahn als Solist in den Vordergrund trat. Bei Dvořáks h-Moll-Konzert begegnet er einem Werk, in dem beide Erfahrungen zusammenfinden: Die einzelne Cellostimme muss sich zu einem großen Orchester verhalten, ohne dass die Musik auf ein Wechselspiel von Solo und bloßer Begleitung reduziert wäre.
Hier spielt Piatigorsky mit dem Boston Symphony Orchestra unter Charles Munch. Max Wilcox produzierte die Aufnahme, John Crawford war der Toningenieur. Die historische RCA-LP erschien 1961. Das Programm enthält Dvořáks Konzert op. 104 vollständig, mit seinen drei Sätzen „Allegro“, „Adagio ma non troppo“ und „Allegro moderato“.

Ein Konzert nach langem Zögern
Dvořák war lange skeptisch, ob das Cello als Soloinstrument für ein Konzert geeignet sei. Ein wichtiger Anstoß kam 1894 in New York, als er Victor Herberts zweites Cellokonzert hörte. Im November desselben Jahres begann er sein eigenes Werk, das er im Februar 1895 zunächst abschloss. Die Musik entstand also während seines amerikanischen Aufenthalts.
Der Cellist Hanuš Wihan war der Widmungsträger, spielte aber nicht die Uraufführung. Diese übernahm 1896 in London Leo Stern, während Dvořák dirigierte. Schon diese Entstehungsgeschichte zeigt, dass die Partitur das Ergebnis mehrerer Begegnungen und Entscheidungen war. Für das Hören ist vor allem die Balance zwischen Orchester und Soloinstrument interessant. Wann setzt sich das Cello ab, wann greift es etwas auf, das bereits in einer anderen Stimme vorbereitet wurde?

Ein Lied kehrt wieder
Im Konzert taucht Material aus Dvořáks Lied „Lasst mich allein“ auf. Es war mit seiner Schwägerin Josefina verbunden, die während der Entstehung schwer erkrankte. Nach ihrem Tod im Mai 1895 überarbeitete er den Schluss. Hinter dem großen Konzert steht damit auch eine persönliche Erinnerung, die sich nicht allein aus der Satzüberschrift erschließt.
Du kannst diesen Zusammenhang als Hintergrund mitnehmen, ohne jede Passage biografisch entschlüsseln zu wollen. Achte im langsamen Satz darauf, wie eine melodische Linie zwischen dem Cello und den Orchesterstimmen weitergeführt wird. Im Finale werden die Rückbezüge auf zuvor gehörte Gedanken ebenso wichtig wie die Bewegung nach vorn. Piatigorskys Cello bleibt dabei der erkennbare Bezugspunkt, Munch leitet das Ensemble um ihn herum. Wer das Werk nur über einzelne Solostellen kennt, bekommt auf den vier Seiten Gelegenheit, seine größeren Zusammenhänge nachzuvollziehen.
Der erste Satz braucht zwei Seiten
AAPC 2490-45 präsentiert die Aufnahme auf zwei 180-Gramm-Stereo-LPs mit 45 RPM, gepresst bei Quality Record Pressings. Acoustic Sounds nennt Bernie Grundman für den Schnitt und das originale Masterband als Quelle. Ein Einlegeblatt ist enthalten. Der erste Satz verteilt sich auf beide Seiten der ersten LP; du drehst also innerhalb des Satzes um. Der langsame Satz und das Finale erhalten auf der zweiten LP jeweils eine eigene Seite.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass Kunden einen eigenen US-Import und die damit verbundene Wartezeit beim Zoll vermeiden können.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Gregor Piatigorsky | Violoncello |
| Charles Munch | Dirigat |
| Boston Symphony Orchestra | Orchester |







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