Ein Dirigent hilft einem Werk auf die Welt
Fritz Reiner stand diesem Stück schon nahe, bevor er es in Chicago aufnahm. Gemeinsam mit dem Geiger Joseph Szigeti setzte er sich dafür ein, dass Serge Koussevitzky Béla Bartók einen Kompositionsauftrag gab. Daraus entstand 1943 das Konzert für Orchester. Bartók lebte damals in den Vereinigten Staaten und war schwer erkrankt. Der Auftrag ermöglichte ihm die Arbeit an einem großen neuen Orchesterwerk.
Zwölf Jahre später hielt Reiner das Ergebnis mit dem Chicago Symphony Orchestra fest. Die Aufnahme entstand am 22. Oktober 1955 in der Orchestra Hall, kurz nach den ersten gemeinsamen Aufführungen des Werks. Richard Mohr betreute die Produktion, Lewis Layton die Aufnahmetechnik. Hier treffen also eine persönliche Verbindung zum Komponisten und die Arbeit mit Reiners eigenem Orchester aufeinander.

Das Orchester wird zum Solisten
Der Titel beschreibt eine besondere Aufgabenverteilung. Bartók stellt keinen einzelnen Solisten vor das Ensemble. Stattdessen bekommen Instrumente und ganze Gruppen Gelegenheit, mit solistischer Beweglichkeit hervorzutreten. Die fünf Sätze führen von der „Introduzione“ über das Paarspiel und die „Elegia“ zum „Intermezzo interrotto“ und schließlich zum „Finale“.
Besonders anschaulich wird die Idee im zweiten Satz: Bläser treten paarweise auf und erhalten jeweils einen eigenen Charakter. Im dritten Satz verändert sich die Perspektive; die „Elegia“ bildet den langsamen Mittelpunkt. Hör darauf, wie Bartók die Aufmerksamkeit von einzelnen Stimmen zu größeren Gruppen lenkt. Das hilft, die Form auch ohne Partitur zu verfolgen. Im vierten Satz gehört die Unterbrechung bereits zum Titel und zur musikalischen Handlung: Der Verlauf wird ausdrücklich aus seiner Bahn geworfen.

Von Saranac Lake nach Boston und Chicago
Bartók komponierte das Werk zwischen August und Oktober 1943 in Saranac Lake im Staat New York. Die Uraufführung fand am 1. Dezember 1944 mit dem Boston Symphony Orchestra unter Koussevitzky statt; 1945 überarbeitete er den Schluss. Zwischen Entstehung und Reiners Aufnahme liegen damit die letzten Lebensjahre des Komponisten und der Beginn der Nachgeschichte dieses Stücks.
Reiner war selbst Schüler Bartóks gewesen. Diese Verbindung ist ein konkreter Teil der Entstehungs- und Interpretationsgeschichte. Interessant ist hier vor allem, wie ein Orchester die ständig wechselnden Aufgaben zusammenhält. Verfolge im Finale die Weitergabe der Motive und anschließend den Weg zum gemeinsamen Schluss. Die Virtuosität liegt ebenso im Zusammenspiel wie in den einzelnen schwierigen Stimmen.
Diese Ausgabe: vier Seiten, fünf Sätze
Analogue Productions veröffentlicht diese Stereoaufnahme als zwei 180-Gramm-LPs mit 45 Umdrehungen pro Minute, gepresst bei Quality Record Pressings. Der Hersteller nennt Bernie Grundman für das Mastering von den originalen Zweispur-Masterbändern. Ein Einleger gehört zur Ausstattung. Die Seiten enthalten Satz I, Satz II, die Sätze III und IV zusammen sowie Satz V. Kein Satz wird innerhalb seines Verlaufs geteilt. Die Katalognummer dieser Ausgabe lautet AAPC 1934-45.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
Mehr aus der Reihe: RCA Living Stereo Series
Auch in einer anderen Ausgabe: Bartok: Concerto For Orchestra
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Künstlerseite: Alle Titel von Fritz Reiner
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
- Fritz ReinerDirigat
- Chicago Symphony OrchestraOrchester








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