Ein Quartett bekommt eine fünfte Stimme
Auf dem Cover steht Festival Quartet, doch Schuberts Forellenquintett braucht fünf Musiker. Szymon Goldberg spielt Violine, William Primrose Viola, Nikolai Graudan Cello und Victor Babin Klavier. Für diese Aufnahme von 1957 kommt Stuart Sankey am Kontrabass hinzu. Der Name des Ensembles bezeichnet also ein Klavierquartett; er ist keine vollständige Besetzungsangabe für das eingespielte Werk.
Gerade die zusätzliche Stimme ist wichtig. Schubert schreibt für Klavier, Violine, Viola, Cello und Kontrabass. Die zweite Violine eines gewöhnlichen Streichquartetts fehlt. Stattdessen erweitert der Kontrabass die Besetzung nach unten und verändert die Aufgaben der übrigen Instrumente. Hör darauf, wann er das Fundament bildet und wie frei sich das Cello darüber bewegen kann. Die ungewöhnliche Zusammenstellung ist ein guter Schlüssel zum ganzen Stück.

Eine Sommerreise und ein gewünschtes Lied
1819 reiste der 22-jährige Schubert nach Steyr. Dort gehörte der Amateurcellist Sylvester Paumgartner zu seinem musikalischen Umfeld. Er gab den Anstoß zum Quintett und wünschte sich Variationen über Schuberts Lied „Die Forelle“. Das Liedthema erscheint im vierten von fünf Sätzen; es ist also weder der Beginn des Werks noch dessen Schluss.
Das Quintett wurde erst 1829, nach Schuberts Tod, veröffentlicht. Heute kann sein Beiname leicht dazu führen, vor allem auf den Variationssatz zu warten. Die vorangehenden Sätze haben jedoch eigene Aufgaben: Sie stellen die Besetzung in unterschiedlichen Bewegungen vor und schaffen den Rahmen, in dem die bekannte Melodie später auftritt. Es lohnt sich, beim ersten Durchgang die Verteilung der Stimmen zu verfolgen, statt nur nach dem namensgebenden Thema zu suchen.

Vier Lebensläufe und ein gemeinsamer Tisch
Die Musiker des Festival Quartet waren mit dem Musikleben von Aspen verbunden. Goldberg hatte als Konzertmeister der Berliner Philharmoniker gearbeitet, Graudan dort als Solocellist. Primrose war Mitglied des NBC Symphony Orchestra gewesen; Babin war außerdem durch sein Klavierduo mit Vitya Vronsky bekannt. Für Schubert kommen diese unterschiedlichen Erfahrungen in einer Kammermusikbesetzung zusammen.
Im Variationssatz wandert die Aufmerksamkeit zwischen den Instrumenten. Frage dich beim Hören, wer gerade das Thema trägt und wer dessen Umgebung verändert. Auch wenn eine Melodie wiedererkennbar bleibt, können Lage, Begleitung und Aufgabenverteilung ihren Charakter verschieben. Sankeys Kontrabass gehört dabei zum musikalischen Gespräch und nicht bloß zur Ergänzung der Teilnehmerzahl. Das anschließende Finale führt aus dem Variationssatz weiter; das Werk endet nicht mit seinem bekanntesten Abschnitt. Die fünf Sätze als Ganzes zu hören macht diese Proportionen deutlich.
Fünf Sätze auf vier Plattenseiten
Diese Stereoausgabe von Analogue Productions erscheint auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei Quality Record Pressings und mit Einleger. Der Hersteller nennt Matthew Lutthans bei The Mastering Lab für den Schnitt von den originalen Masterbändern. Satz I steht auf Seite A, Satz II auf Seite B, Scherzo und Variationssatz gemeinsam auf Seite C, das Finale auf Seite D. Kein Satz wird geteilt. Die Katalognummer lautet AAPC 2147-45.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
Mehr aus der Reihe: RCA Living Stereo Series
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| The Festival Quartet | Ensemble |
| Szymon Goldberg | Violine |
| William Primrose | Viola |
| Nikolai Graudan | Violoncello |
| Victor Babin | Klavier |
| Stuart Sankey | Kontrabass |







Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.