Ein Schüler dirigiert seinen Lehrer
Fritz Reiner hatte an der Budapester Musikakademie Klavier bei Béla Bartók studiert. Als er Ende Dezember 1958 mit dem Chicago Symphony Orchestra die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta aufnahm, verband ihn deshalb mehr als das Interesse eines Dirigenten mit dem Komponisten. Die Sitzung fand am 28. und 29. Dezember in der Orchestra Hall statt; Richard Mohr produzierte, Lewis Layton verantwortete die Tonaufnahme.
Die Einspielung brachte dem Chicago Symphony Orchestra 1961 seinen ersten Grammy ein. Auf dieser Platte steht das viersätzige Werk neben Bartóks Ungarischen Skizzen. Das Konzert für Orchester, eine andere bekannte Reiner-Aufnahme, gehört nicht zu diesem Programm.

Die Aufstellung ist Teil der Komposition
Bartók schrieb das Werk 1936 für Paul Sacher und das Basler Kammerorchester. Sacher dirigierte im Januar 1937 die Uraufführung. Die Partitur teilt die Streicher in zwei Gruppen, die einander räumlich gegenüberstehen sollen. Ihr Verhältnis ist damit bereits eine kompositorische Entscheidung, lange bevor eine Stereoaufnahme daraus eine Aufgabe für die Tontechnik macht.
Der erste Satz beginnt als langsame Fuge. Eine musikalische Idee wird von weiteren Stimmen aufgenommen und in einen wachsenden Zusammenhang gestellt. Für das Hören bietet sich deshalb an, nicht sofort das ganze Geflecht erfassen zu wollen. Folge zunächst dem Eintritt einer Stimme und dann ihrem Verhältnis zur nächsten. Im zweiten und vierten Satz wird das Gegenüber der Gruppen auf andere Weise genutzt. Die wechselnde Bewegung zwischen ihnen gehört zum Aufbau des Werks.

Nachtmusik und fünf kleinere Bilder
Zum Instrumentarium gehören neben Streichern auch Harfe, Klavier, Celesta und Schlagzeug. Der dritte Satz beginnt mit einem markanten Xylophonrhythmus und gehört zu Bartóks sogenannter Nachtmusik. Hier lohnt sich die Aufmerksamkeit auf die Abstände zwischen Ereignissen: auf einzelne Anschläge, ihre Wiederkehr und die Instrumente, die darauf folgen. Die Schlaginstrumente liefern mehr als eine zusätzliche rhythmische Schicht.
Auf der vierten Plattenseite stehen die fünf Ungarischen Skizzen: „An Evening in the Village“, „Bear Dance“, „Melody“, „Slightly Tipsy“ und „Swineherd’s Dance“. Nach dem großen viersätzigen Werk folgt damit eine Reihe kürzerer Stücke. Die Titel schaffen andere Anhaltspunkte, ohne dass du daraus eine feste Handlung ableiten musst. Gemeinsam ergeben beide Werke ein Programm, das große Form und kurze Charakterstücke nebeneinanderstellt. Reiner und das Chicago Symphony Orchestra verbinden die unterschiedlichen Dimensionen dieser Zusammenstellung.
Bandkopie und genaue Seitenfolge
AAPC 2374-45 ist eine Stereoausgabe auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei Quality Record Pressings. Acoustic Sounds nennt Matthew Lutthans bei The Mastering Lab und ausdrücklich eine Bandkopie als Quelle. Ein Einlegeblatt liegt bei. Die erste LP enthält auf Seite A den ersten Satz, auf Seite B den zweiten und dritten. Auf der zweiten LP folgen der vierte Satz und die Ungarischen Skizzen. Die vier Sätze des Hauptwerks bleiben jeweils ungeteilt.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die damit verbundene Wartezeit beim Zoll entfallen.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Fritz Reiner | Dirigat |
| Chicago Symphony Orchestra | Orchester |







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