Gene Ammons – Nice An‘ Cool (Stereo)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 18
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 18 Kategorien: , , , ,

Acht Lieder, eine unverwechselbare Stimme

Gene Ammons brauchte keine lange Titelliste, um ein eigenes musikalisches Klima zu schaffen. Nice An‘ Cool versammelt acht Standards, aufgenommen am 26. Januar 1961 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs. Der Titel passt zu Moodsville, jenem Prestige-Unterlabel, das Balladen und stimmungsvoll angelegte Programme bündelte. Dennoch wäre es zu wenig, das Album allein als Hintergrundmusik zu betrachten. Hier begegnet ein bedeutender Tenorsaxofonist bekannten Liedern mit einer Besetzung, deren Übersichtlichkeit gerade zum genaueren Zuhören einlädt. Die Melodien besitzen bereits eine Geschichte; Ammons und seine drei Partner geben ihnen eine konkrete neue Aufführung.

Ammons, 1925 in Chicago geboren, war der Sohn des Boogie-Woogie-Pianisten Albert Ammons. Sein Spitzname „Jug“ wird auf Billy Eckstine zurückgeführt: Ein bestellter Strohhut hatte ihm nicht gepasst. Solche kleinen Geschichten gehören zur Jazzüberlieferung, erklären aber nicht die ganze Persönlichkeit eines Musikers. Wichtiger für dieses Album ist die Verbindung von ausgeprägter Tenorstimme und einem Programm, das sich vollständig auf Songs konzentriert. Die geläufige Verbindung seines Spiels mit der Chicagoer Tenortradition bietet einen historischen Rahmen. Sie sollte das Hören jedoch öffnen, nicht vorwegnehmen, was man in jeder einzelnen Phrase finden muss.

Die Session fiel in eine Phase zwischen Ammons’ Haftzeiten. Er war 1960 nach einer ersten, 1958 begonnenen Gefängnisstrafe zurückgekehrt; die nächste lange Unterbrechung seiner Laufbahn begann 1962. Diese Daten gehören zu seiner Biografie, ohne dass jede Ballade als verschlüsselter autobiografischer Bericht gelesen werden müsste. Nice An‘ Cool lässt sich zunächst als bewusst zusammengestelltes Album eines arbeitenden Musikers verstehen. Esmond Edwards betreute die Produktion und fotografierte für die Ausgabe, Don Schlitten gestaltete sie, Joe Goldberg schrieb die Liner Notes. Moodsville veröffentlichte die Platte unter der Nummer MVLP 18.

Gene Ammons · späteres Porträt, 1971 · historisch inspirierte Illustration
Gene Ammons · späteres Porträt, 1971

Ein Quartett, das den Liedern Raum lässt

Neben Ammons spielen Richard Wyands am Klavier, Doug Watkins am Kontrabass und J. C. Heard am Schlagzeug. Diese vier Musiker sind für alle acht Titel dokumentiert. Es gibt keinen zweiten Bläser, keine Streicher und keinen Wechsel der Rhythmusgruppe innerhalb des Albums. Die Session vom folgenden Tag, an der Ammons mit einer anderen Besetzung weiter aufnahm, gehört nicht zu Nice An‘ Cool. Gerade bei dicht aufeinanderfolgenden Prestige-Terminen ist die genaue Zuordnung hilfreich: Die vertrauten Namen im Katalog dürfen nicht dazu verleiten, benachbarte Aufnahmen zu einem einzigen Ensemble zusammenzuziehen.

Das Quartettformat macht die Beziehungen zwischen den Stimmen besonders gut überschaubar. Ammons übernimmt die melodische Hauptrolle, Wyands steht ihm als harmonischer Partner gegenüber. Watkins und Heard bilden die rhythmische Grundlage. Damit ist die Arbeitsteilung grob beschrieben, aber noch nicht das Zusammenspiel. Für einen ersten bewussten Durchgang kann es reizvoll sein, auf das Ende einer Saxofonphrase zu achten: Was macht das Klavier mit dem frei werdenden Raum? Wie setzen Bass und Schlagzeug die Bewegung fort? Gerade in einem Balladenprogramm werden kleine Entscheidungen bedeutsam, die in einer größeren Besetzung leichter hinter der Fülle verschwinden könnten.

Langsames oder gemäßigtes Liedmaterial ist zudem kein einfacher Gegenpol zur Improvisation. Eine bekannte Melodie bringt feste Erwartungen mit. Welche Töne werden gehalten, welche Übergänge hervorgehoben, wo wird die Linie zurückgenommen? Solche Fragen richten die Aufmerksamkeit auf den Umgang mit dem Song, statt lediglich auf die Zahl der gespielten Noten. Nice An‘ Cool bietet dafür acht unterschiedliche Ausgangspunkte. Die Leistung der Begleiter sollte dabei nicht mit Unauffälligkeit verwechselt werden: Ein Lied im gemeinsamen Zeitgefühl zu tragen ist eine eigenständige musikalische Aufgabe.

J. C. Heard · früheres Porträt, 1946 · historisch inspirierte Illustration
J. C. Heard · früheres Porträt, 1946

Von Broadway bis Gershwin

„Till There Was You“ eröffnet die erste Seite. Meredith Willsons Lied aus The Music Man setzt einen klaren Songbezug an den Anfang. Es folgen „Answer Me, My Love“, Ann Ronells „Willow Weep for Me“ und „Little Girl Blue“ von Richard Rodgers und Lorenz Hart. Diese Auswahl vereint verschiedene Autoren, Bühnen- und Liedtraditionen. Ein Tenorsaxofon ohne Sänger kann die Wörter nicht aussprechen; es kann aber die melodische Form eines Liedes zum Gegenstand machen. Wer einen der Songs bereits in einer Gesangsfassung kennt, bringt deshalb eine interessante zweite Erinnerung in die Begegnung mit Ammons ein.

Die zweite Seite beginnt mit „Something I Dreamed Last Night“. Auf dokumentierten Etiketten erscheint der Titel auch mit einem zusätzlichen „Up“; gemeint ist dasselbe Stück von Sammy Fain, Herb Magidson und Jack Yellen. Danach folgen Rodgers und Hammersteins „Something Wonderful“, „I Remember You“ von Victor Schertzinger und Johnny Mercer sowie „Someone to Watch Over Me“ von George und Ira Gershwin. Die Platte endet also nicht mit einer eigenen Bluesnummer oder einem schnellen Kontraststück, sondern bleibt bis zuletzt bei ihrem Liedprogramm. Gerade diese Konsequenz gehört zu ihrer Identität.

Einige Titel fanden später auch Eingang in Moodsville-Sampler zu Gershwin, Rodgers und Broadway. Das zeigt, wie gut sich einzelne Aufnahmen verschiedenen Repertoirezusammenhängen zuordnen ließen. Auf dem ursprünglichen Album stehen sie jedoch in einem anderen Zusammenhang: derselbe Aufnahmetag, dasselbe Quartett, Ammons als verbindende Stimme. Für Sammler lohnt es sich, diese Albumgestalt neben den späteren Zusammenstellungen wahrzunehmen. Auch die spätere Aufnahme in The Gene Ammons Story: Gentle Jug verändert nicht, woher diese acht Darbietungen ursprünglich stammen.

Nice An‘ Cool kann ein guter Ausgangspunkt sein, wenn man Ammons jenseits eines einzelnen Hits oder einer mitreißenden Jam-Session entdecken möchte. Hier liegt das Gewicht auf dem Song und seiner Ausdeutung. Wer bereits The Soulful Moods of Gene Ammons kennt, findet ein verwandtes Moodsville-Konzept, aber keine identische Session und keine beliebig austauschbare Besetzung. Solche Verwandtschaften machen ein Sammlerregal interessant: Man entdeckt Gemeinsamkeiten und lernt zugleich, die Eigenart einer bestimmten Aufnahme genauer zu benennen. Diese Platte gehört Richard Wyands, Doug Watkins und J. C. Heard ebenso konkret wie ihrem Leader.

Die angebotene Stereo-Ausgabe

Die Analogue-Productions-LP trägt die Katalognummer APRJ 18. Sie gehört zur Prestige-Stereo-Reihe und enthält das achtteilige Programm als eine LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Der Herausgeber nennt Kevin Gray für den Schnitt und Quality Record Pressings für die Pressung; Gary Salstrom wird für die Galvanik geführt. Zur Ausstattung gehört ein Tip-on-Cover. Das ursprüngliche Moodsville-Album und die spätere AP-Ausgabe sind damit über Titel und Katalogbezug verbunden, während Aufnahme und Wiederveröffentlichung getrennte Produktionsschritte bleiben.

Die aktuelle Herausgeberseite nennt 180 Gramm. Eine AP-Ausgabe von 2015 ist als nummerierte Veröffentlichung dokumentiert, ohne dass der herangezogene Pressungseintrag ihre Grammatur eindeutig ausweist; eine spätere Ausgabe von 2023 wird mit 180 Gramm geführt. Ein pauschales 200-Gramm-Versprechen wäre hier deshalb nicht sorgfältig. Ebenso sollte eine historische Nummerierung nicht automatisch für jedes heutige Lagerexemplar zugesagt werden. Die tatsächliche Charge eines einzelnen Exemplars ist ohne dessen Prüfung offen. Diese Unterscheidung schützt gerade das Interesse von Sammlern an der konkreten Ausgabe.

Die beiden LP-Seiten bewahren die ursprüngliche Abfolge der acht Lieder. Für das Hören bedeutet das zwei überschaubare Bögen, jeweils mit einem eigenen Anfang und Abschluss. Man kann die Platte zunächst als zusammenhängendes Balladenprogramm erleben und beim nächsten Mal einem einzigen Musiker folgen. Ihr besonderer Reiz liegt in dieser Verbindung: bekannte Songs, eine klar dokumentierte kleine Band und Ammons’ eigene Stellung in der Geschichte des Tenorsaxofons. Eine ruhige Platte muss keine nebensächliche Platte sein. Nice An‘ Cool gibt seinen Liedern und seinen Spielern genügend Raum, um das selbst zu entdecken. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Gene AmmonsTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Richard WyandsKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Doug WatkinsKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • J. C. HeardPorträt 1946SchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 26. Januar 1961, Englewood Cliffs. Rudy Van Gelder, Toningenieur. Analogue Productions: Kevin Gray, Schnitt; QRP, Pressung. Besetzung auf allen Titeln.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Gene AmmonsTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Richard WyandsKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Doug WatkinsKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • J. C. HeardPorträt 1946SchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 26. Januar 1961, Englewood Cliffs. Rudy Van Gelder, Toningenieur. Analogue Productions: Kevin Gray, Schnitt; QRP, Pressung. Besetzung auf allen Titeln.


Seite A

  • A1 · Till There Was You (7:05)
  • A2 · Answer Me, My Love (4:30)
  • A3 · Willow Weep for Me (4:08)
  • A4 · Little Girl Blue (4:50)

Seite B

  • B1 · Something I Dreamed Last Night (7:41)
  • B2 · Something Wonderful (3:03)
  • B3 · I Remember You (4:21)
  • B4 · Someone to Watch Over Me (3:48)