Sechs Musiker und ein gemeinsamer Anfang
Feels Like the First Time eröffnet ein Debüt, hinter dem bereits viel Erfahrung steht. Mick Jones hatte unter anderem mit Spooky Tooth gespielt, Ian McDonald gehörte zur Gründungsbesetzung von King Crimson, Lou Gramm kam von Black Sheep. Zusammen mit Keyboarder Al Greenwood, Bassist Ed Gagliardi und Schlagzeuger Dennis Elliott fanden sie 1976 in New York zu einer neuen Band. Dass drei Engländer und drei Amerikaner beteiligt waren, gab dem Namen Foreigner seinen Sinn. Die Herkunft blieb unterschiedlich; die zehn Songs des 1977 veröffentlichten Albums zeigen, wie schnell daraus eine gemeinsame Sprache werden konnte.
Der Anfang war trotzdem keine geradlinige Erfolgsgeschichte. Jones musste die passende Besetzung finden und vor allem eine Stimme, die seinen Songs eine eigene Persönlichkeit gab. Gramm war ihm über Aufnahmen von Black Sheep bekannt. Beim Vorsingen traf dessen Gesang auf Material, das sich bereits in Jones‘ Vorstellung entwickelte. In späteren Interviews erinnern sich beide an diesen entscheidenden Moment der Annäherung. Die Band trug zunächst den Namen Trigger, bevor sie als Foreigner bei Atlantic erschien.
John Kalodner setzte sich beim Label für die Gruppe ein. Besonders Feels Like the First Time hatte ihn überzeugt. Der Song erreichte später Platz vier der amerikanischen Singlecharts, Cold as Ice Platz sechs; das Album kam ebenfalls auf Platz vier der Billboard 200. Die Bekanntheit dieser Titel ist groß genug, um die übrige Platte leicht zu überstrahlen. Dabei lohnt sich gerade der Weg durch alle zehn Songs: Flöte, Saxofon, Klavier, zusätzliche Gesangsstimmen und unterschiedliche musikalische Vorgeschichten erweitern das Bild einer vermeintlich einfachen Gitarrenband.

Ein Album entsteht zwischen Songs und Mischpult
Gary Lyons und John Sinclair, beide mit den Londoner Sarm Studios verbunden, kamen als Produzenten hinzu. Die Aufnahmen entstanden Ende 1976 und Anfang 1977 in New York. Die Atlantic Recording Studios sind als Arbeitsort belegt; zu einem weiteren frühen Studio widersprechen sich die Erinnerungen und späteren Darstellungen. Für die Geschichte des Albums ist wichtiger, wie intensiv an der endgültigen Form gearbeitet wurde. Eine zunächst in London entstandene Mischung wurde verworfen. Die veröffentlichte Mischung entstand bei Atlantic mit Jimmy Douglass, Mick Jones und Ian McDonald.
Cold as Ice kam vergleichsweise spät zum Programm. Jones schilderte später, wie er zu Hause am Klavier das prägende Riff fand. Nach den Erinnerungen der Beteiligten wurde das Stück anschließend in einer Nacht bei Atlantic aufgenommen. Die kleine Entstehungsgeschichte passt zu einem Song, dessen Klavierfigur sofort eine eigene Temperatur und Bewegung festlegt. Sie ist zugleich ein guter Grund, die Beiträge nicht vorschnell nach dem üblichen Bandrollenbild zu verteilen: Das berühmte Motiv wird in Jones‘ Bericht nicht dem Keyboarder Al Greenwood zugeschrieben.
Die sechs Mitglieder bringen mehr Farben mit, als eine knappe Aufzählung von Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug vermuten lässt. McDonald ist mit Gitarren, Keyboards, Bläsern und Gesang geführt, Greenwood mit Keyboards und Synthesizern. Jones spielt Gitarre und übernimmt ebenfalls Gesang. Gagliardi und Elliott bilden den rhythmischen Unterbau, während Ian Lloyd als zusätzlicher Sänger beteiligt ist. Die Albumcredits lassen nicht für jeden Beitrag eine sichere Titelzuordnung zu. Sie zeigen aber deutlich, dass hinter der direkten Wirkung der Songs eine vielseitig besetzte Gruppe steht.

Bekannte Refrains und weniger vertraute Stimmen
Starrider stellt einen besonders schönen Perspektivwechsel bereit. Hier singt Jones die Strophen, während Gramm die Refrains übernimmt. Dieselbe Aufteilung beschrieb Gramm für Woman Oh Woman. Wer Foreigner vor allem mit einer einzigen großen Rockstimme verbindet, entdeckt dadurch eine andere Art des vokalen Zusammenspiels. Die Flötenfarbe in Starrider, die McDonald zugeschrieben wird, öffnet zusätzlich einen Raum, der über die kräftigen Gitarren des Albumanfangs hinausführt.
Headknocker und The Damage Is Done beschließen die erste Hälfte, bevor Long, Long Way from Home die zweite eröffnet. McDonalds Beteiligung am Schreiben dieses Songs ist ausdrücklich genannt; die ergänzende Instrumentaldokumentation führt auch sein Saxofon auf. Der Reiz liegt darin, wie die Bläserfarbe in einen kompakten Rocksong eingebunden wird. Sie steht nicht außerhalb der Band, sondern gehört zur Bewegung von Stimme, Tasten und Rhythmusgruppe. Gerade bei einem vertrauten Titel kann es lohnen, einmal diesen Antworten auf den Gesang zu folgen.
Mit At War with the World, Fool for You Anyway und I Need You führt die Platte ihre verschiedenen Gewichtungen bis zum Schluss weiter. Für Sammler ist das Debüt deshalb mehr als ein Ort, an dem mehrere erfolgreiche Singles nebeneinander stehen. Es dokumentiert die erste Foreigner-Besetzung mit ihren sechs unterschiedlichen Persönlichkeiten. Die unmittelbare Wirkung der Melodien und die kleinen Besonderheiten in den Arrangements gehören zusammen. Wer dem Album die ganze Spielzeit lässt, kann die bekannten Songs wieder als Teile einer größeren Folge wahrnehmen.
Die Atlantic-75-Vinylausgabe mit 45 RPM
Diese Ausgabe trägt die Katalognummer AAPA 008-45 und erscheint bei Analogue Productions innerhalb der Atlantic 75 Series. Die zehn Originaltitel verteilen sich auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 Umdrehungen pro Minute. Die Reihenfolge bleibt erhalten; jede der ursprünglichen Albumseiten wird auf zwei neue Plattenseiten verteilt. Die später auf anderen Veröffentlichungen hinzugefügten Demos gehören nicht zu diesem Programm.
Ryan K. Smith bei Sterling Sound verantwortet Mastering und Lackfolienschnitt. Der Herausgeber nennt das originale Masterband als Quelle. Die dokumentierten Auslaufrillen tragen „RKS STERLING“; zusätzliche „RE1“-Kennzeichnungen auf mehreren Seiten beschreiben die Schnittidentifikation, ohne für sich eine Erklärung ihrer Entstehung zu liefern. Die Quellenangabe ist eine Aussage des Herausgebers und wird hier nicht zu einer unabhängig geprüften Garantie der gesamten Herstellungskette erweitert.
Die Ausgabe ist mit einer von Stoughton Printing gefertigten Tip-on-Klapphülle mit zwei Taschen und Folienlaminierung beschrieben. Für die ersten 2.000 Exemplare sind Nummerierung und Fertigung bei Quality Record Pressings dokumentiert. Eine bestimmte Nummer oder Pressungscharge des gelieferten Exemplars ist damit nicht zugesagt. Die Kombination aus ausführlich benannter Ausgabe und dem vollständigen Debütprogramm gibt Sammlern eine klare Grundlage für die Auswahl. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.
Auch als SACD: Foreigner
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Kundenfragen: Atlantic 75: welche Titel lohnen sich? · Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Lou GrammLeadgesang; Refrains (Strophen singt Jones) (A3, C2); PerkussionMitwirkung: Album-Besetzung
- Mick JonesLeadgitarre, Gesang; Leadgesang Strophen (A3, C2); Klavier (A2)Mitwirkung: Album-Besetzung
- Ian McDonaldGitarre, Keyboards, Bläser, Gesang; Saxofon (C1); Flöte (A3); Keyboards (A2, C1)Mitwirkung: Album-Besetzung
- Al GreenwoodKeyboards, SynthesizerMitwirkung: Album-Besetzung
- Ed GagliardiBass, GesangMitwirkung: Album-Besetzung
- Dennis ElliottSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
- Ian LloydBegleitgesangMitwirkung: Album-Besetzung
Albumcredits bedeuten nicht, dass jedes Instrument auf jedem Titel gespielt wird. Gesicherte Titelzuordnungen stehen bei den jeweiligen Rollen; weitergehende Zuordnungen bleiben offen.
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael hört einen reichen, vollen Klang, der den Raum ausfüllt, mit klarer Instrumententrennung, Druck und Dynamik. Er sagt ausdrücklich, dass er diese Ausgabe nicht mit einer Erstpressung vergleichen konnte.














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