Kansas City liegt diesmal in Las Vegas
Der Titel führt zurück zu Count Basies musikalischen Wurzeln, die Aufnahme entstand jedoch in Nevada. Am 1. November 1981 traf sich sein Sextett im Las Vegas Recording Studio. Basie war 77 Jahre alt. Mit „Kansas City“ verband ihn eine Geschichte, die bis zu Bennie Motens Band Ende der zwanziger Jahre und zur Gründung seines eigenen Orchesters zurückreicht.
Hier steht eine kleine Gruppe um sein Klavier: Willie Cook an der Trompete, Eddie „Cleanhead“ Vinson am Altsaxofon und als Sänger, Joe Pass an der Gitarre, Niels-Henning Ørsted Pedersen am Bass und Louie Bellson am Schlagzeug. Die sechs Musiker bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Bands mit. Zwei Bläser und eine bewegliche Rhythmusgruppe geben Basie eine andere Umgebung als die großen Satzgruppen seines Orchesters.

Der Blues hat auch eine Stimme
„Wee Baby“ verbindet die Sitzung mit der Tradition des Bluesgesangs. Vinson übernimmt hier den Gesang; sein Platz im Sextett beschränkt sich also nicht auf das Saxofon. Das Stück ist auch als „Wee Baby Blues“ bekannt und stammt von Pete Johnson und Big Joe Turner. Es führt zu jener Verbindung von Klavier, Rhythmus und kräftigem Gesang, die zur Geschichte des Kansas-City-Jazz gehört.
Daneben stehen unter anderem „Walking the Blues“, „Blues for Little Jazz“, „Vegas Drag“ und „St. Louis Blues“. Bereits die Titel zeigen, wie viele verschiedene Wege dieses Programm in den Blues nimmt. Mit „Vegas Drag“ trägt sogar der tatsächliche Aufnahmeort einen eigenen Namen innerhalb der Auswahl. Die Stadt auf der Hülle bezeichnet somit eine musikalische Herkunft, während die Musiker an einem anderen Ort zusammenkommen.

Basie im kleinen Kreis
Fürs Hören bietet sich zunächst der Wechsel zwischen Vinsons Gesang und den instrumentalen Passagen an. Welche Akzente setzt Basie unter einer Stimme, und wie verändert sich seine Begleitung hinter einem Bläser? Die kleine Besetzung macht es möglich, das Klavier auch dann zu verfolgen, wenn jemand anderes das Solo trägt. Eine knappe Antwort kann dabei ebenso aufschlussreich sein wie eine lange Linie.
Joe Pass, Ørsted Pedersen und Bellson bilden mit Basie den rhythmischen Kern. Achte einmal auf Gitarre und Bass, während Trompete oder Altsaxofon im Vordergrund stehen. Wo stützen sie gemeinsam den Puls, wo laufen ihre Linien auseinander? Diese Perspektive erschließt ein Album, dessen Reiz auch in der Begegnung sehr verschiedener Spielweisen innerhalb eines überschaubaren Ensembles liegt.
Diese Ausgabe
Die unter „Count Basie 6 – Kansas City“ angebotene Analogue-Productions-Ausgabe trägt die Katalognummer AAPJ 197. Es handelt sich um eine 180-Gramm-Einzel-LP mit 33⅓ RPM aus der Pablo-Reihe. Matthew Lutthans übernahm das Mastering bei The Mastering Lab; der Herausgeber nennt das originale analoge Masterband als Quelle. Gepresst wird bei Quality Record Pressings, die Hülle stammt von Stoughton Printing und ist als Tip-On gefertigt. Die Ausgabe ist damit dem konkreten Sextettalbum zugeordnet, das auch unter dem Titel „Kansas City 6“ geführt wird.
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🎧 Review-Video: 6 Rock, Blues, Jazz Records for Beginners and Pros
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Count Basie | Klavier |
| Eddie Vinson | Altsaxofon |
| Willie Cook | Trompete |
| Joe Pass | Gitarre |
| Niels-Henning Ørsted Pedersen | Kontrabass |







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