Benny Carter – Jazz Giant

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Rein analog (AAA)
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Ausverkauft

Jazz Giant: Benny Carter zeigt mehr als eine Seite

Der Titel Jazz Giant setzt ein großes Wort vor eine Musik, die sich im Detail erschließt. Benny Carter steht im Mittelpunkt, doch die Platte lebt nicht allein von seinem Namen. Sie verbindet unterschiedliche Besetzungen, zwei Pianisten und einen Bandleiter, der zwischen Altsaxofon und Trompete wechselt. Dazu kommen Musiker wie Ben Webster, Frank Rosolino, Barney Kessel, Leroy Vinnegar und Shelly Manne. Schon diese Namen lassen erkennen, warum es sich lohnt, hinter den Albumtitel zu schauen. Hier treffen verschiedene Klangfarben und musikalische Persönlichkeiten auf ein Programm aus Standards und zwei eigenen Kompositionen Carters.

Die Aufnahme entstand nicht an einem einzigen Nachmittag. Vier Sessions zwischen Juni 1957 und April 1958 lieferten die sieben Titel. Old Fashioned Love und Blue Lou wurden am 11. Juni 1957 aufgenommen, I’m Coming Virginia und A Walkin’ Thing am 22. Juli. How Can You Lose folgte am 7. Oktober; Ain’t She Sweet und Blues My Naughty Sweetie Gives to Me stammen vom 21. April 1958. Das Studio von Contemporary Records bildet den gemeinsamen Rahmen. Wer die Platte als zusammenhängendes Album hört, kann zugleich entdecken, wie sich ihre Voraussetzungen von Titel zu Titel verändern.

Für diese Musik ist das ein produktiver Blickwinkel. Eine wechselnde Besetzung muss keinen Bruch bedeuten; sie kann den Charakter eines Programms gerade dadurch vertiefen, dass nicht jede Nummer dieselben Mittel verwendet. Die LP-Reihenfolge folgt auch nicht einfach der Chronologie der Aufnahmetage. Frühe und spätere Sessions werden zu zwei Seiten zusammengestellt, die ihre eigene Abfolge besitzen. Höre deshalb sowohl auf die gemeinsame Sprache als auch auf die Unterschiede im Ensemble. Der Reiz einer solchen Platte liegt darin, wiederkehrende Musiker in wechselnden Verhältnissen wahrzunehmen und vertraute Stimmen dadurch neu zu entdecken.

Benny Carter · Porträtvorlage 1976; freie Illustration · historisch inspirierte Illustration
Benny Carter · Porträtvorlage 1976; freie Illustration

Sieben Titel, zwei Eigenkompositionen und ein Instrumentenwechsel

Old Fashioned Love eröffnet das Album mit 7:46 und erhält damit den größten zeitlichen Raum des Programms. Es folgen I’m Coming Virginia und A Walkin’ Thing. Die erste Seite besteht also aus nur drei Stücken, die jeweils Gelegenheit geben, sich in die musikalische Situation hineinzuhören. A Walkin’ Thing ist eine Komposition von Benny Carter selbst. Dieser Wechsel zwischen fremdem Repertoire und eigenem Material ist ein wichtiger Teil des Albums: Carter gestaltet nicht nur vorhandene Melodien, sondern bringt auch Themen ein, deren musikalische Anlage direkt von ihm stammt.

Besonders aufschlussreich ist Carters Trompetencredit auf A2 und B3, also I’m Coming Virginia und How Can You Lose. Sein Altsaxofon ist für A1 sowie A3 bis B4 verzeichnet; auf B3 stehen damit beide Instrumente in den Ausgabencredits. Diese Angaben sollte man nicht zu einer vereinfachten Behauptung zusammenziehen, er spiele immer nur das eine oder das andere. Sie zeigen vielmehr, dass sein Beitrag über ein durchgehend gleiches Instrument hinausgeht. Ein erneuter Durchgang mit Blick auf diese Zuordnung kann helfen, den Bandleiter anders wahrzunehmen als allein über seinen bekanntesten Klang.

Seite B beginnt mit Blue Lou, gefolgt von Ain’t She Sweet, How Can You Lose und Blues My Naughty Sweetie Gives to Me. How Can You Lose ist die zweite Carter-Komposition. Das kürzere Ain’t She Sweet bildet mit 3:32 einen anderen Schwerpunkt als die längeren Stücke davor und danach. Die vier Titel geben der zweiten Seite dadurch eine eigene Bewegung. Für die Orientierung genügt die Tracklist; für die musikalische Entdeckung lohnt es sich, die Instrumenten- und Besetzungsangaben daneben offen zu halten. Beides zusammen macht aus einem bekannten Album einen erstaunlich konkreten Blick auf gemeinsames Musizieren.

Gitarre, Schlagzeug und Notenpult · freie Instrumentenstudie · historisch inspirierte Illustration
Gitarre, Schlagzeug und Notenpult · freie Instrumentenstudie

Webster, Rosolino und eine Rhythmusgruppe mit wechselndem Klavier

Ben Websters Tenorsaxofon ist für A1 bis B3 dokumentiert, nicht für den abschließenden Titel. Frank Rosolinos Posaune steht auf A1 bis B1 sowie B3 in den Credits; auf B2 und B4 ist sie nicht genannt. Diese Unterschiede sind mehr als eine Angelegenheit für Sammlerlisten. Eine zusätzliche Bläserstimme verändert die Möglichkeiten des Ensembles, und ihr Wegfall schafft einen anderen Raum für die verbleibenden Instrumente. Man muss keine konkrete Soloreihenfolge kennen, um auf diese Veränderungen zu achten. Schon die Frage, welche Klangfarben gerade verfügbar sind, kann das Hören gezielter und zugleich offener machen.

Am Klavier teilen sich André Previn und Jimmy Rowles die dokumentierten Aufgaben. Previn ist A1 und B1 bis B3 zugeordnet, Rowles A2 und A3. Für B4 ergibt sich aus dieser Quelle kein gesicherter Klaviercredit; daraus wird hier kein Name abgeleitet. Barney Kessel an der Gitarre, Leroy Vinnegar am Kontrabass und Shelly Manne am Schlagzeug bilden dagegen die durchgehend genannte Basis. Acht verschiedene Musiker sind beteiligt. Dass Carter in der Quelle zweimal mit unterschiedlichen Instrumenten erscheint, macht ihn selbstverständlich nicht zu zwei Personen. Die Musikerübersicht hält diese Rollen und ihre Reichweite zusammen.

Ein schöner Hörversuch ist, zunächst Kessels Gitarre zu verfolgen und beim nächsten Stück auf das Verhältnis von Bass und Schlagzeug umzuschalten. Danach lässt sich die Aufmerksamkeit wieder dem Bläsersatz zuwenden. So wird deutlich, wie viele Ebenen ein scheinbar übersichtliches Ensemble besitzt. Die Aufnahme wurde von Lester Koenig produziert und von Roy DuNann betreut; Nat Hentoff schrieb den Hülltext. Diese Namen erklären den Entstehungsrahmen, während die musikalische Kommunikation bei Carter und seinen Mitspielern bleibt. Gerade das Nebeneinander von klarer Organisation und persönlichen Stimmen macht die Platte als Album interessant, nicht nur als Sammlung einzelner Namen.

Die analoge Contemporary-Wiederveröffentlichung

Die hier angebotene Ausgabe gehört zur Contemporary Records Acoustic Sounds Series und trägt die Nummer CR00384, im Shop ACONC 384. Sie erscheint als eine 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen in Stereo. Bernie Grundman ist für das Mastering verantwortlich; die Ausgabencredits benennen ausdrücklich eine vollständig analoge Bearbeitung von den Originalbändern. Gepresst wurde bei Quality Record Pressings, das Cover stammt von Stoughton Printing. Diese Angaben beziehen sich auf die konkrete Wiederveröffentlichung und helfen bei der Unterscheidung von älteren Pressungen oder anderen Formaten desselben Albums.

Für die musikalische Erfahrung bleibt die Aufteilung auf zwei Seiten wesentlich. Drei längere Titel auf der ersten, vier unterschiedlich proportionierte auf der zweiten ergeben ein Programm, das sich gut in zwei bewussten Abschnitten hören lässt. Das Album passt besonders zu einer Sammlung, in der die Übergänge zwischen Solisten, Begleitern und wechselnden Ensemblefarben interessieren. Carter führt die Platte, aber ihre Vielseitigkeit entsteht aus den Beziehungen zwischen allen Beteiligten. Auch deshalb lohnt es sich, die Musikercredits nicht als Anhang abzutun: Sie geben konkrete Anhaltspunkte, an denen sich das Ohr orientieren und anschließend wieder frei bewegen kann.

Jazz Giant bietet einen zugänglichen Weg zu Benny Carter und gleichzeitig genügend Details für wiederholtes Hören. Zwei Instrumente beim Bandleiter, zwei Pianisten, vier Aufnahmetermine und sieben Stücke ergeben keine komplizierte Pflichtlektüre, sondern mehrere mögliche Einstiege in dieselbe Musik. Michael 45 versendet Bestellungen aus Hilden in Deutschland, sodass Kunden in Deutschland und der EU ohne einen eigenen Import aus den Vereinigten Staaten und ohne Warten auf die Zollabfertigung bestellen können. Wenn du Benny Carters Jazz Giant auf Vinyl kaufen möchtest, findest du hier die Contemporary-Ausgabe mit vollständiger Tracklist und den differenzierten Besetzungsangaben, die ihren besonderen Reiz verständlich machen.

Die aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit stehen am Kaufbereich; eine Beschreibung dieser Ausgabe ist keine Lagerzusage.

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Benny CarterPorträtvorlage: 1976Altsaxofon, TrompeteMitwirkung: Altsaxofon: A1, A3–B4; Trompete: A2, B3. B3 mit beiden Credits.
  • Ben WebsterVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: A1 bis B3 – nicht auf B4
  • Frank RosolinoPosauneMitwirkung: A1 bis B1 und B3 – nicht auf B2 und B4
  • André PrevinPorträtvorlage: 2012KlavierMitwirkung: A1 und B1 bis B3
  • Jimmy RowlesPorträtvorlage: BestandsporträtKlavierMitwirkung: nur A2 und A3
  • Barney KesselVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungGitarreMitwirkung: alle Titel
  • Leroy VinnegarVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungKontrabassMitwirkung: alle Titel
  • Shelly ManneVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: alle Titel

Produktion: Lester Koenig. Ton: Roy DuNann. Hülltext: Nat Hentoff. Coverfoto: William Claxton. Gestaltung: Robert Guidi. Mastering: Bernie Grundman. Acht Personen, neun Instrumentencredits. B3 nennt Carter für beide Instrumente; Klavier auf B4 in dieser Quelle nicht zugeordnet.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Benny CarterPorträtvorlage: 1976Altsaxofon, TrompeteMitwirkung: Altsaxofon: A1, A3–B4; Trompete: A2, B3. B3 mit beiden Credits.
  • Ben WebsterVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungTenorsaxofonMitwirkung: A1 bis B3 – nicht auf B4
  • Frank RosolinoPosauneMitwirkung: A1 bis B1 und B3 – nicht auf B2 und B4
  • André PrevinPorträtvorlage: 2012KlavierMitwirkung: A1 und B1 bis B3
  • Jimmy RowlesPorträtvorlage: BestandsporträtKlavierMitwirkung: nur A2 und A3
  • Barney KesselVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungGitarreMitwirkung: alle Titel
  • Leroy VinnegarVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungKontrabassMitwirkung: alle Titel
  • Shelly ManneVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: alle Titel

Produktion: Lester Koenig. Ton: Roy DuNann. Hülltext: Nat Hentoff. Coverfoto: William Claxton. Gestaltung: Robert Guidi. Mastering: Bernie Grundman. Acht Personen, neun Instrumentencredits. B3 nennt Carter für beide Instrumente; Klavier auf B4 in dieser Quelle nicht zugeordnet.


Seite A

  • A1 · Old Fashioned Love (7:46)
  • A2 · I’m Coming Virginia (5:45)
  • A3 · A Walkin’ Thing (5:55)

Seite B

  • B1 · Blue Lou (5:02)
  • B2 · Ain’t She Sweet (3:32)
  • B3 · How Can You Lose (6:12)
  • B4 · Blues My Naughty Sweetie Gives To Me (4:32)