André Previn And His Pals, Shelly Manne & Red Mitchell – West Side Story

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Rein analog (AAA)
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Ausverkauft

West Side Story: Broadway wird zum Gespräch unter drei Musikern

Ein Klavier, ein Kontrabass und ein Schlagzeug: Mehr braucht André Previn nicht, um die Welt von West Side Story neu zu öffnen. Die Melodien von Leonard Bernstein besitzen eine eigene dramatische Spannung, doch hier müssen sie ohne Bühnenbild, Dialoge und großes Orchester auskommen. Gerade diese Verkleinerung macht den Reiz des Albums aus. Previn, Red Mitchell und Shelly Manne behandeln die Musik als Material für ein bewegliches Jazztrio. Wer das Musical kennt, begegnet vertrauten Gedanken in einer anderen Beleuchtung. Wer ohne diese Erinnerung hört, bekommt acht eigenständige Stücke, die auch ohne Kenntnis der Handlung tragen.

Aufgenommen wurde das Album am 24. und 25. August 1959 im Studio von Contemporary Records in Los Angeles. Diese beiden Tage setzen einen klaren Rahmen: drei Musiker, ein gemeinsames Repertoire und genügend unterschiedliche Charaktere, um eine ganze LP zu füllen. Die Musik stammt von Bernstein, die ursprünglichen Liedtexte von Stephen Sondheim. Auf dieser Instrumentalaufnahme werden keine Rollen gesungen. Die sprachliche Ebene bleibt als Hintergrund der Songs bestehen, während das Trio seine eigene Verständigung über Anschlag, Phrasierung und Rhythmus findet. Man kann deshalb sowohl dem Wiedererkennen als auch der Veränderung zuhören.

Previn steht am Klavier im Zentrum, aber eine gute Trioaufnahme lässt sich nicht allein von der führenden Melodie her verstehen. Mitchells Bass und Mannes Schlagzeug bestimmen mit, wie viel Raum eine Wendung bekommt und wohin die Bewegung führt. Schon die Besetzung macht deutlich, dass hier keine verkleinerte Orchesterpartitur vorliegt. Der Bass kann Linien verbinden, das Schlagzeug Akzente verschieben, und das Klavier muss nicht jede Lücke füllen. Interessant ist gerade die Frage, wie drei Personen eine Musik gestalten, deren ursprüngliche Wirkung auch von einer großen Besetzung lebt. Diese Frage begleitet die Platte über beide Seiten.

André Previn · Porträtvorlage 2012; freie Illustration, keine Session von 1959 · historisch inspirierte Illustration
André Previn · Porträtvorlage 2012; freie Illustration, keine Session von 1959

Acht Stücke zwischen Erwartung, Tanz und leiser Nähe

Something’s Coming eröffnet Seite A und bringt schon im Titel ein Gefühl von Erwartung mit. Danach folgt der Jet Song, bevor Tonight und I Feel Pretty die erste Hälfte vervollständigen. Die Abfolge verbindet unterschiedliche Arten von Energie: eine kommende Möglichkeit, die Selbstbehauptung einer Gruppe, eine persönliche Begegnung und einen selbstbewussten Blick auf sich selbst. Im Jazztrio werden daraus musikalische Charaktere, denen man auch ohne gesungenen Text folgen kann. Achte darauf, was von einer Melodie sofort erkennbar bleibt und an welchen Stellen das Spiel mit ihrem Rhythmus eine neue Perspektive eröffnet.

Die zweite Seite beginnt mit Gee, Officer Krupke! und führt über Cool zu Maria und America. Zwischen diesen Titeln liegen deutliche Unterschiede in Haltung und Ausdruck. Eine pointierte Nummer, ein Stück über Spannung und Beherrschung, ein Name als melodischer Mittelpunkt und schließlich ein von Bewegung geprägter Schluss: Das ist eine abwechslungsreiche Dramaturgie für gerade einmal drei Instrumente. Die LP verlangt dabei nicht, jede Nummer als Illustration einer bestimmten Szene zu hören. Sie lädt vielmehr dazu ein, bekannte Melodien aus dem Zusammenhang zu lösen und ihre musikalische Eigenständigkeit wahrzunehmen.

Auch die Proportionen sind reizvoll. Das kurze Something’s Coming dauert 2:35, während I Feel Pretty mit 6:45 deutlich mehr Platz erhält. Maria steht mit 5:29 zwischen dem knapperen Cool und dem abschließenden America. Solche Laufzeiten sagen noch nichts über einzelne Soli, zeigen aber, dass das Trio die Vorlagen nicht einfach auf ein einheitliches Format bringt. Manche Stücke werden konzentriert vorgestellt, andere erhalten mehr Zeit zur Entfaltung. Auf Vinyl wird diese Gewichtung besonders anschaulich: vier Titel vor dem Seitenwechsel, vier danach, und dazwischen eine kleine Pause, die das zweite Kapitel bewusst beginnen lässt.

Kontrabass, Schlagzeug und Broadway-Motive · freie Illustration · historisch inspirierte Illustration
Kontrabass, Schlagzeug und Broadway-Motive · freie Illustration

Previn, Mitchell und Manne: drei eigenständige Perspektiven

André Previn, Red Mitchell und Shelly Manne spielen auf allen acht Titeln. Für den Musikerblock braucht es deshalb keine künstlich komplizierte Zuordnung. Die interessante Arbeit beginnt beim Hören: Wie verteilt sich die Aufmerksamkeit zwischen den drei Stimmen? Das Klavier kann Melodie und Harmonie gleichzeitig führen; der Kontrabass besitzt eine andere Artikulation und ein eigenes Zeitgefühl; das Schlagzeug kann den Verlauf stützen, kommentieren und öffnen. Die Rollen sind deutlich unterscheidbar, müssen aber ständig miteinander vermittelt werden. Das macht ein Trio so unmittelbar: Jede Entscheidung verändert den Platz der beiden anderen.

Ein guter Zugang ist, einen bekannten Titel zunächst über die Melodie zu verfolgen und beim zweiten Durchgang auf die Begleitung zu achten. Höre etwa, wie sich eine musikalische Frage auch dann fortsetzt, wenn das Klavier einen Moment weniger sagt. Oder konzentriere dich darauf, wie Bass und Schlagzeug einen gemeinsamen Boden schaffen, ohne dieselbe Aufgabe zu übernehmen. Das sind keine Voraussetzungen für den Genuss, sondern Möglichkeiten, mehr aus einer vertrauten Melodie herauszuhören. Gerade ein Musicalprogramm bietet dafür einen freundlichen Einstieg, weil die Kompositionen Orientierung geben und zugleich genügend Raum für persönliche Entscheidungen lassen.

Hinter der Aufnahme stehen Lester Koenig als Produzent und Roy DuNann als Tonmeister. Beide gehören zur Entstehungsgeschichte des Albums, aber nicht in die Liste der spielenden Musiker. Das Studio von Contemporary bildet hier den organisatorischen und technischen Rahmen einer kleinen Besetzung. Für Sammler ist diese Verbindung interessant, weil sich über Label, Produzent und Tonmeister weitere Aufnahmen derselben musikalischen Umgebung erschließen lassen. Der entscheidende Grund, bei dieser Platte zu bleiben, liegt jedoch im Trio selbst: drei unterschiedliche Instrumente und eine gemeinsame Aufgabe, die über das bloße Vortragen bekannter Themen hinausgeht. Die Melodien sind der Ausgangspunkt, das Zusammenspiel ist die Entdeckung.

Die Contemporary-Ausgabe auf 180-Gramm-Vinyl

Diese Wiederveröffentlichung gehört zur Contemporary Records Acoustic Sounds Series von Craft Recordings. Sie präsentiert das Album auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen in Stereo. Bernie Grundman übernahm das Mastering und den Lackschnitt; als Quelle werden die Originalbänder genannt. Gepresst wurde bei Quality Record Pressings, das Cover stammt von Stoughton Printing. Die Ausgabennummer CR00390 und die Shopkennung ACONC 390 helfen, diese Fassung von anderen Veröffentlichungen desselben Repertoires zu unterscheiden. Es handelt sich um Previns Aufnahme mit Mitchell und Manne, nicht um einen Bühnenmitschnitt oder eine andere Jazzbearbeitung des Musicals.

Der technische Rahmen ist für die Kaufentscheidung nützlich, sollte aber die Musik nicht überdecken. Eine einzelne LP bewahrt die übersichtliche Form des Programms, während die beiden Plattenseiten die acht Titel in gut erfassbare Gruppen teilen. Wer sich für Klaviertrios interessiert, findet hier eine Aufnahme, bei der die Wahl des Repertoires unmittelbar zum Charakter des Ensembles gehört. Wer über Bernstein kommt, kann hören, wie seine Themen in einer kleineren Besetzung weiterleben. Die Platte eignet sich damit sowohl als eigenständiges Album als auch als reizvoller Gegenpunkt zu einer vertrauten Musicalaufnahme.

Das ursprüngliche Cover verwendet Ben Shahns Gemälde Handball von 1939. Diese Verbindung von bildender Kunst und Musik ist ein schönes Detail der Gestaltungsgeschichte; die Illustrationen auf dieser Seite sind eigenständige Arbeiten und keine Kopien des Covergemäldes. Michael 45 versendet Bestellungen aus Hilden in Deutschland, sodass Kunden in Deutschland und der EU ohne einen eigenen Import aus den Vereinigten Staaten und ohne Warten auf die Zollabfertigung bestellen können. Wenn du West Side Story von André Previn auf Vinyl kaufen möchtest, findest du hier die Contemporary-Fassung mit den vollständigen Musikerangaben und der achtteiligen Tracklist zur Einordnung.

Die aktuelle Verfügbarkeit und Lieferzeit stehen am Kaufbereich; eine Beschreibung dieser Ausgabe ist keine Lagerzusage.

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • André PrevinPorträtvorlage: 2012KlavierMitwirkung: alle acht Stücke
  • Red MitchellVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungKontrabassMitwirkung: alle acht Stücke
  • Shelly ManneVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: alle acht Stücke

Produktion und Hülltext: Lester Koenig. Ton: Roy DuNann. Covergemälde: Ben Shahn, Handball (1939). Musik: Leonard Bernstein; ursprüngliche Liedtexte: Stephen Sondheim. Mastering/Lackschnitt: Bernie Grundman. Pressung: QRP.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • André PrevinPorträtvorlage: 2012KlavierMitwirkung: alle acht Stücke
  • Red MitchellVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungKontrabassMitwirkung: alle acht Stücke
  • Shelly ManneVorhandenes Porträt; keine SessionabbildungSchlagzeugMitwirkung: alle acht Stücke

Produktion und Hülltext: Lester Koenig. Ton: Roy DuNann. Covergemälde: Ben Shahn, Handball (1939). Musik: Leonard Bernstein; ursprüngliche Liedtexte: Stephen Sondheim. Mastering/Lackschnitt: Bernie Grundman. Pressung: QRP.


Seite A

  • A1 · Something’s Coming (2:35)
  • A2 · Jet Song (4:46)
  • A3 · Tonight (5:22)
  • A4 · I Feel Pretty (6:45)

Seite B

  • B1 · Gee, Officer Krupke! (4:53)
  • B2 · Cool (3:18)
  • B3 · Maria (5:29)
  • B4 · America (4:57)