Von London nach Los Angeles
Americas zweites Album trägt einen passenden Titel. Nachdem das Debüt in London entstanden war, nahmen Gerry Beckley, Dewey Bunnell und Dan Peek „Homecoming“ 1972 im Record Plant in Los Angeles auf. Diesmal produzierten sie selbst. Bill Halverson und Mike D. Stone betreuten die Aufnahmen. Der Ortswechsel gehört zur Geschichte einer Band, deren Name und Musik häufig sofort mit Kalifornien verbunden werden, obwohl ihr Anfang in England lag.
„Ventura Highway“ eröffnet die Platte und ist der naheliegende Einstieg. Bunnells Komposition steht jedoch in einem Album mit drei schreibenden Bandmitgliedern. Beckley und Peek bringen ihre eigenen Lieder, Stimmen und Instrumente ein. Das gemeinsame Klangbild entsteht aus diesem Nebeneinander, nicht aus der Perspektive eines einzigen Frontmanns.

Drei Autoren und ein Gast aus Großbritannien
Nach „Ventura Highway“ folgen Beckleys „To Each His Own“ und Peeks „Don’t Cross the River“. Schon die ersten drei Titel stellen damit alle drei Autoren vor. Später kommen unter anderem „Moon Song“, „Only in Your Heart“ und „Saturn Nights“ hinzu. Beim Durchhören lohnt es sich, die Namen hinter den Songs mitzudenken: Die gemeinsame Besetzung verbindet unterschiedliche musikalische Handschriften.
Nur ein Stück kommt von außerhalb der Band. „Head and Heart“ stammt von John Martyn und hält eine Verbindung zur britischen Musikszene offen. Die Platte verbindet ihre neue Umgebung also mit bereits vorhandenen Beziehungen und Einflüssen. Zwischen dem vertrauten Auftakt und dem Schluss liegen genügend weniger bekannte Stücke, um „Homecoming“ als Album neu kennenzulernen.

Der Fotograf spielt Banjo
Henry Diltz ist mit America auch über seine Fotografien verbunden. Auf „Don’t Cross the River“ ist er zusätzlich als Banjospieler zu hören. Es ist ein kleines Detail mit Gewicht: Neben den Gitarren und Gesangsstimmen des Trios tauchen Instrumentalfarben auf, die sich einzelnen Mitwirkenden zuordnen lassen. Joe Osborn am Bass und Hal Blaine am Schlagzeug gehören ebenfalls zur Besetzung; Gary Mallaber spielt Schlagzeug auf „Till the Sun Comes Up Again“.
Versuch beim Hören einmal, zuerst der Begleitung und erst dann dem Gesang zu folgen. Wo führt eine Gitarrenfigur, wo übernehmen die Tasten? Wann werden aus drei Sängern mehrere Stimmen einer gemeinsamen Linie? Solche Fragen machen die Arrangements greifbar, ohne die Platte auf ein allgemeines Bild von Sonne, Straße und Westküste zu reduzieren.
Diese Ausgabe
Analogue Productions führt „Homecoming“ als AAPR 002-45 in der Acoustic Sounds 40 Series. Die zehn Titel erscheinen auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei QRP und verpackt im Stoughton-Tip-On-Klappcover. Als Quelle ist das originale analoge Masterband angegeben. Ein Mastering-Engineer wird für diesen Titel nicht genannt; entsprechende Credits anderer America-Ausgaben lassen sich daher nicht übertragen.
Michael 45 versendet die Platten aus Hilden, sodass Kunden die Edition ohne persönlichen US-Import und ohne Wartezeit bei der Zollabfertigung beziehen können.
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Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Dan Peek | Tasteninstrumente, Gesang, Gitarre |
| Gerry Beckley | E-Bass, Tasteninstrumente, Gesang, Gitarre |
| Dewey Bunnell | Perkussion, Gesang, Gitarre |







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