Ein Kuhstall wird zum Instrument
Für Abacab schaffen sich Genesis zuerst einen eigenen Arbeitsort. Ende 1980 kauft die Band The Farm in Surrey und lässt einen ehemaligen Kuhstall zum Studio umbauen. Als das Album 1981 entsteht, müssen Phil Collins, Tony Banks und Mike Rutherford ihre Ideen nicht mehr in gebuchten Studiotagen unterbringen. Sie können Material entwickeln, verwerfen und neu beginnen. Diese Freiheit nutzen sie für eine Platte, die vertraute Gewohnheiten aufbricht.
Genesis produzieren selbst; Hugh Padgham übernimmt die Aufnahmetechnik. Der kleine Regieraum und die neue Anlage gehören zur Geschichte dieses Aufbruchs. Ein zeitgenössischer Studiobericht beschreibt ein Amek-Pult und eine Studer-A80-Bandmaschine. Aus einem landwirtschaftlichen Gebäude wird eine dauerhafte musikalische Werkstatt.

Schlagzeug vor Klangtapete
Collins und Padgham haben zuvor bei Peter Gabriels Aufnahmen zusammengearbeitet. Der dort entwickelte Umgang mit Raum und abrupt begrenztem Nachhall prägt die Möglichkeiten, die sie nun ins eigene Studio mitbringen. Auf Abacab erhalten Schlagzeugfiguren und rhythmische Wiederholungen viel Eigengewicht. Banks lässt seine Keyboards häufiger als einzelne Klanggesten auftreten, statt jede Lücke mit Akkorden zu schließen.
Der Titelsong bietet dafür einen guten Einstieg: Verfolge, wie sich Gitarre, Keyboard und Schlagzeug gegenseitig Platz lassen. Der Name stammt von einer zwischenzeitlichen Reihenfolge der Songteile, die beim fertigen Stück längst wieder verändert war. Selbst der Titel bewahrt damit eine Spur des Ausprobierens.

Die Türen bleiben offen
„No Reply at All“ holt mit den Phenix Horns eine Bläsergruppe ins Genesis-Studio, die eng mit Earth, Wind & Fire verbunden ist. Tom Tom 84 steuert das Bläserarrangement bei. Diese Akzente stehen neben dem kantigen „Keep It Dark“ und dem ausgedehnten „Dodo/Lurker“. Eine einzige neue Stilformel ergibt das noch nicht; die Band probiert mehrere Wege gleichzeitig.
Auch die Grenzen des Albums erzählen davon. „Paperlate“, „You Might Recall“ und „Me and Virgil“ aus derselben Arbeitsphase erscheinen 1982 auf 3×3. Wer Abacab als Moment einer Neuorientierung hört, findet hier also keine vollständig abgeschlossene Schublade, sondern eine bewusst getroffene Auswahl aus mehr Material.
Vier Seiten für den Neubeginn
Diese Ausgabe AAPA 042-45 gehört zur Atlantic-75-Serie von Analogue Productions: zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei QRP, im Stoughton-Tip-on-Gatefold. „Abacab“ und „No Reply at All“ bilden die erste Seite; „Dodo/Lurker“ und „Who Dunnit?“ die dritte. Die konkrete Ausgabe ist damit auch in ihrem Ablauf klar von der Hybrid-SACD zu unterscheiden. Eine Bandquelle nennt der Herausgeber auf seiner Produktseite nicht.
Michael 45 verschickt die Ware aus Hilden, sodass europäische Sammler bestellen können, ohne einen eigenen US-Import zu organisieren oder beim Zoll zu warten.
Auch als SACD: Abacab
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Künstlerseite: Alle Titel von Genesis und Phil Collins
Kundenfragen: Atlantic 75: welche Titel lohnen sich? · Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Tony Banks | Tasteninstrumente |
| Phil Collins | Gesang, Schlagzeug |
| Mike Rutherford | Gitarre, Bass |
| EWF Horns | Bläsersatz |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael hebt den Druck von Schlagzeug und Percussion im Titelstück hervor. Die Wiedergabe wirkt auf ihn luftig, dynamisch und mitreißend. Wer den Klang der AP-Ausgabe von Phil Collins’ Face Value schätzt, findet nach seiner Einschätzung hier einen ähnlichen Reiz.








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