Fritz Reiner – Respighi: Pines of Rome & Fountains of Rome

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Classical

Ausverkauft

Artikelnummer: AAPC 2436 Kategorien: , , Marke:

Rom als wechselndes Orchesterbild

Ottorino Respighis Pines of Rome und Fountains of Rome zeigen dieselbe Stadt aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Pinien stehen über Kinderspiel, Katakomben, einer nächtlichen Landschaft und einer antiken Straße; die Brunnen werden mit bestimmten Tageszeiten verbunden. Das sind keine vertonten Reiseführer. Respighi nutzt Orte als Ausgangspunkte für Bewegung, Erinnerung und Licht. Aus einem Baumbestand oder einem Brunnen wird eine musikalische Situation, deren Maßstab sich verändern kann: vom einzelnen Ruf über eine schwebende Fläche bis zum groß besetzten Orchester.

Fritz Reiner und das Chicago Symphony Orchestra nahmen beide Werke am 24. Oktober 1959 in der Orchestra Hall in Chicago auf. Die Kopplung erschien 1960 bei RCA. Richard Mohr produzierte, Lewis Layton verantwortete die Aufnahmetechnik. Damit stammen die acht Sätze aus einem gemeinsamen Aufnahmetag, obwohl Respighi die beiden Werke mit mehreren Jahren Abstand komponiert hatte: Fontane di Roma entstand 1916, Pini di Roma 1924. Auf dem Album stehen die späteren Pinien vor den früheren Brunnen. Die Reihenfolge folgt der musikalischen Zusammenstellung, nicht der Chronologie des Komponisten.

Die beiden Tondichtungen lassen sich dabei auch als zwei verschiedene Arten verstehen, Zeit in Musik zu verwandeln. In den Brunnen schreitet ein Tag vom ersten Licht bis zum Abend voran. Die Pinien verbinden dagegen Gegenwart, nächtliche Natur und die Vorstellung einer weit zurückliegenden Vergangenheit. Respighi braucht dafür keine gesungene Handlung. Seine Titel öffnen eine Tür; was danach geschieht, wird von der Instrumentierung und vom Aufbau der einzelnen Sätze getragen. Für den Einstieg genügt es, diese unterschiedlichen Bewegungsrichtungen im Hinterkopf zu behalten und sich dann auf das Orchester einzulassen.

Ottorino Respighi · Komponist · historisch inspirierte Illustration
Ottorino Respighi · Komponist

Vier Orte unter den Pinien

Die Villa Borghese eröffnet Pines of Rome mit einer anderen Welt als die folgende Katakombe. Danach führt Respighi auf den Gianicolo, bevor die Via Appia den Schluss bildet. Zwischen diesen Orten verschieben sich nicht nur Lautstärke und Tempo. Auch die Vorstellung von Entfernung ändert sich: Was klingt nah, was wie aus einem anderen Raum? Welche Stimme tritt hervor, welche bleibt Teil eines größeren Zusammenhangs? Solche Fragen machen die vier Sätze auch dann zugänglich, wenn du keinen dieser römischen Orte aus eigener Anschauung kennst.

Ein besonders ungewöhnliches Detail steht bereits in der Partitur: Im Gianicolo-Satz verlangt Respighi die Wiedergabe aufgezeichneten Nachtigallengesangs von einer Grammophonplatte. Das technische Medium wird damit selbst Teil der Orchesterkomposition. Welche konkrete Vogelaufnahme für Reiners Sitzung verwendet wurde, ist nicht sicher belegt; die Vorschrift des Komponisten ist davon zu unterscheiden. Gerade dieses Nebeneinander von realem Klangdokument und komponierter Umgebung ist aufschlussreich. Respighis Stadt entsteht nicht allein aus Instrumentennachahmung, sondern an dieser Stelle auch durch die Einbindung einer bereits aufgezeichneten Stimme aus der Natur.

Zwischen dem Spiel an der Villa Borghese und dem Schluss auf der Via Appia liegt eine bemerkenswerte Veränderung des Maßstabs. Die vier Sätze erlauben es, kleine Gesten ebenso aufmerksam zu verfolgen wie das Anwachsen einer großen Bewegung. Die Wirkung entsteht dabei nicht nur durch Lautstärke. Ein Wechsel der Instrumentengruppe, eine neu hervortretende Stimme oder eine zurückgenommene Passage können die Vorstellung des Ortes ebenso stark verändern. Wer das Werk bereits kennt, kann sich beim nächsten Durchgang einmal auf diese Übergänge konzentrieren, statt ausschließlich auf den berühmten Schluss zu warten.

Die Partitur erweitert den üblichen Orchesterapparat unter anderem um Orgel und räumlich abgesetzte Bläserwirkungen. Solche Mittel gehören zum kompositorischen Entwurf und sollten nicht als zufällige Studioeffekte verstanden werden. Zugleich lässt sich daraus keine vollständige Namensliste der beteiligten Chicagoer Solisten ableiten. Die musikalische Idee und die konkrete Person an einem Instrument sind zwei verschiedene Ebenen. Die Vorstellung von Ferne ist in diesem Werk wichtig, auch wenn die erhaltenen Angaben nicht jede einzelne Ausführungsfrage beantworten.

Pinien und Brunnen · historisch inspirierte Illustration
Pinien und Brunnen

Die Brunnen und der Lauf des Tages

Fountains of Rome verbindet Valle Giulia mit dem Morgengrauen, den Tritonenbrunnen mit dem Morgen, Trevi mit dem Mittag und die Villa Medici mit dem Sonnenuntergang. Die vier Sätze ordnen damit Orte und Tageszeiten zu einem eigenen Verlauf. Du kannst die Musik als Wechsel von Lichtverhältnissen hören, ohne daraus feste Klangregeln abzuleiten. Entscheidend ist, wie Respighi ähnliche Orchesterressourcen immer wieder neu einsetzt. Wasser bedeutet nicht überall dieselbe Bewegung, und ein großer Brunnen verlangt nicht in jedem Augenblick das volle Ensemble.

Für Reiner und das Orchester liegt die Aufgabe darin, die vielen Details mit der Richtung des ganzen Werkes zu verbinden. Eine einzelne Bläserstimme kann einen Abschnitt prägen, doch ihre Wirkung hängt auch von dem ab, was sie umgibt. Das Orchesterarchiv verbindet den damaligen Solotrompeter Adolph Herseth mit Pines of Rome; eine titelgenaue Zuordnung etwa der Ferntrompete ist damit nicht gesichert. Die weiteren Einzelbesetzungen sind nicht vollständig dokumentiert. Was du sicher vor dir hast, ist Reiners Chicagoer Ensemble in zwei Werken, die immer wieder zwischen anschaulichem Motiv und großer sinfonischer Form wechseln.

Die Kopplung ist deshalb mehr als eine Sammlung spektakulärer Orchesterstellen. Zwischen Anfang und Ende jedes Werkes liegt ein sorgfältiger Wechsel von Perspektiven. Beim Hören kann man einer Holzbläserfarbe folgen, auf die Bewegung der Streicher achten oder beobachten, wie sich mehrere Schichten zu einem größeren Bild verbinden. Die Titel helfen bei der Orientierung, ohne die Musik auf eine einzige Vorstellung festzulegen. Gerade die leisen und verbindenden Momente geben den großen Abschnitten ihren Zusammenhang.

Für eine Klassiksammlung bietet dieses Album zudem eine klar umrissene Begegnung mit Reiners Chicagoer Arbeit. Zwei verwandte Werke, dasselbe Orchester und dieselbe Sitzung machen Vergleiche innerhalb des Programms besonders sinnvoll. Es lohnt sich, nicht nur nach dem eindrucksvollsten Höhepunkt zu suchen, sondern nach dem Weg dorthin. Respighis Rom kann so bei jedem Hören an einer anderen Stelle beginnen: beim ersten Satz, beim Nachtigallengesang oder bei jenem Übergang, der zuvor fast unbemerkt geblieben war.

Reiners Rom auf der Living-Stereo-LP mit 33⅓ RPM

Diese Ausgabe ist die einzelne Analogue-Productions-LP AAPC 2436 aus der RCA-Living-Stereo-Reihe. Ryan K. Smith schnitt sie bei Sterling Sound mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute; der Herausgeber nennt die originalen Masterbänder als Quelle. Die Pressung stammt von Quality Record Pressings, die Galvanik wird Gary Salstrom zugeschrieben. Das Programm liegt in Stereo vor. Die ursprüngliche dreispurige Aufzeichnung und die beiden Stereokanäle der Schallplatte sind dabei verschiedene Dinge: Die LP ist keine dreikanalige Wiedergabe und keine Tonbandausgabe.

Pines of Rome und Fountains of Rome passen jeweils als vollständiges Werk auf eine Seite. Genau darin liegt ein praktischer Reiz dieser 33er: Die vier Sätze einer Tondichtung können ohne zusätzlichen Seitenwechsel zusammenbleiben. Die Folge von Orten und Stimmungen wird innerhalb des Werkes nicht durch das Umdrehen einer weiteren Platte unterbrochen. Wer die kompositorischen Übergänge besonders aufmerksam verfolgt, kann diese einfache Aufteilung schätzen, ohne daraus ein allgemeines Urteil über andere Drehzahlen abzuleiten.

Analogue Productions führt die Ausgabe aktuell mit 180 Gramm; in älteren Unterlagen derselben Reihe tauchen auch 200-Gramm-Angaben auf. Die dokumentierte Veröffentlichung dieser LP datiert auf November 2013. Hinweise auf die Nummerierung der ersten 250 Exemplare beschreiben einen begrenzten Teil der damaligen Auflage und sind keine Zusage für ein heutiges Exemplar. Maßgeblich bleiben Katalognummer, Drehzahl, Stereoprogramm und der Schnitt von Ryan K. Smith. Sie trennen dieses Angebot von der 45-RPM-Doppel-LP, der SACD und dem Ultra Tape derselben Aufnahme.

Die musikalische Einladung ist erfreulich unmittelbar: zwei vierteilige Orchesterwerke, deren Bilder auch ohne Vorkenntnisse zugänglich sind und deren Details lange beschäftigen können. Reiner, das Chicago Symphony Orchestra und das Aufnahmeteam Mohr/Layton gehören dabei ebenso zur Geschichte dieser Platte wie Respighis römische Orte. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch als SACD: Respighi: Pines of Rome & Fountains of Rome

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Fritz ReinerDirigentMitwirkung: Beide Werke
  • Chicago Symphony OrchestraOrchesterMitwirkung: Beide Werke

Reiner und das Orchester sind gesichert. Keine namentliche Zuordnung weiterer Solisten. Seitenzuordnung aus Werkliste und Matrix abgeleitet; keine belegten Satzdauern dieser LP.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Seite A

  • A1 · The Pines of the Villa Borghese
  • A2 · Pines Near a Catacomb
  • A3 · The Pines of the Janiculum
  • A4 · The Pines of the Appian Way

Seite B

  • B1 · The Fountain of the Valle Giulia at Dawn
  • B2 · The Triton Fountain at Morning
  • B3 · The Fountain of Trevi at Midday
  • B4 · The Villa Medici Fountain at Sunset

Reiner und das Orchester sind gesichert. Keine namentliche Zuordnung weiterer Solisten. Seitenzuordnung aus Werkliste und Matrix abgeleitet; keine belegten Satzdauern dieser LP.