Janis Ian – Breaking Silence

82,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Cohearent Audio
Geschwindigkeit
45 RPM
2 LPs
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Female Vocalists

Ausverkauft

Artikelnummer: AAPP 027-45 Kategorien: , ,

Schutz für diese Ausgabe

Gatefold · 2 LPs

Das aufklappbare Cover lässt sich auf zwei Arten schützen:

Für die zwei Platten: zwei Innenhüllen. Außenhüllen schützen das Cover; Innenhüllen schützen jeweils eine Schallplatte. Bereits passende Innenhüllen kannst du weiterverwenden.

Eine Rückkehr, die etwas zu sagen hat

Mit Breaking Silence veröffentlichte Janis Ian 1992 nach sieben Jahren wieder ein Studioalbum. Der Titel benennt eine Haltung, die weit über die Rückkehr ins Plattenregal hinausgeht. Diese Songs beschäftigen sich auch mit Erfahrungen, über die Menschen nicht leicht sprechen: mit Gewalt in Beziehungen, mit Erinnerung an den Holocaust und mit Missbrauch. Das Album verlangt deshalb Aufmerksamkeit für seine Texte. Zugleich besteht es nicht nur aus schweren Themen. Seine zwölf Stücke bewegen sich zwischen persönlicher Nähe, Beharrlichkeit und dem Versuch, für schwierige Erfahrungen eine eigene Sprache zu finden. Die Unterbrechung endet mit einem Programm, das tatsächlich etwas mitzuteilen hat.

Ian nahm das Album 1992 im Nightingale Studio in Nashville auf. Sie produzierte gemeinsam mit Jeff Balding, der auch die Aufnahmetechnik verantwortete; gemischt wurde im Bill Schnee Studio. Die Besetzung ist überschaubar: neben Ian stehen Dann Huff, Chad Watson, Jim Brock und Jim Hoke in den Musikercredits. Das gibt dem Projekt einen klaren personellen Rahmen. Es ist ein Album einer Autorin und Sängerin, deren Lieder von einer kleinen Gruppe getragen werden. Wer ihre Arbeit vor allem über ältere Veröffentlichungen kennt, begegnet hier einem neuen, geschlossen angelegten Kapitel, das sich weder als bloßer Rückblick noch als Sammlung unverbindlicher Zugaben versteht.

Die Entstehung hatte auch eine persönliche wirtschaftliche Seite: Ian finanzierte das Projekt unter anderem über eine Hypothek auf ihr Haus. Diese Entscheidung macht die Lieder nicht automatisch besser, verdeutlicht aber, wie viel eigene Verantwortung in diesem Album steckt. Breaking Silence erhielt eine Grammy-Nominierung und wurde zugleich wegen seiner Aufnahmequalität beachtet. Beides sind unterschiedliche Ebenen seiner Geschichte. Die technische Sorgfalt verdient ihren Platz, doch sie sollte den Blick auf das Schreiben nicht überdecken. Der Titel erinnert daran, dass die wichtigste Bewegung dieses Albums von einer Erfahrung zu ihrer ausgesprochenen Form führt – von etwas Verschwiegenem zu einem Lied, das gehört werden kann.

Janis Ian · früheres Porträt 1981; nach Eddie Mallin, CC BY-SA 2.0; freie Illustration
Janis Ian · früheres Porträt 1981; nach Eddie Mallin, CC BY-SA 2.0; freie Illustration

Fünf Musiker und ein bewusst direkter Aufnahmeweg

Ian ist für Gesang, akustische und elektrische Gitarre sowie Klavier genannt. Dann Huff spielt elektrische Gitarre, Chad Watson Bass und Slide-Bass, Jim Brock Schlagzeug und Perkussion. Jim Hoke ist mit einem Mundharmonikasolo dokumentiert; dessen genaue Titelzuordnung ist in der vorliegenden Quellenlage nicht abgesichert. Die Musikerliste bleibt deshalb vollständig, ohne dieses Solo einem vermuteten Stück zuzuschreiben. Mehrere Instrumente derselben Person stehen gemeinsam in einer Zeile. So bleibt sichtbar, wie kompakt die personelle Besetzung tatsächlich ist, auch wenn ihre instrumentalen Möglichkeiten über fünf einfache Rollenbezeichnungen hinausreichen.

Für die Aufnahme ist ein ungewöhnlich konkret beschriebener analoger Weg überliefert. Eine Studer A820 wurde als 16-Spur-Maschine mit 30 Zoll pro Sekunde auf Ampex-499-Band eingesetzt, ohne Dolby-Rauschunterdrückung. Ians Gesang wurde über ein Telefunken U47 aufgenommen, ohne Equalizer oder Limiter in diesem dokumentierten Gesangsweg. Synthesizer und Samples gehören nicht zum beschriebenen Aufnahmekonzept. Solche Angaben erklären Entscheidungen der Produktion; sie sind keine Abkürzung zu einer pauschalen Aussage darüber, wie jede spätere Ausgabe auf jeder Anlage klingen müsse. Interessant ist gerade ihre Konkretheit: Die Beteiligten haben einen bestimmten Arbeitsweg gewählt und nachvollziehbar beschrieben.

Ein besonderer Fall ist Some People’s Lives. Das Stück wurde während der Mischphase direkt auf zwei Spuren aufgenommen; verwendet wurde der zweite Take. Damit steht innerhalb des Albums ein dokumentierter anderer Aufnahmeablauf neben dem Mehrspurverfahren. Die Unterscheidung lohnt sich, weil sie verhindert, eine einzelne besonders schöne Entstehungsgeschichte auf alle zwölf Songs zu übertragen. Sie zeigt zugleich, wie beweglich eine sorgfältig geplante Produktion sein kann. Nicht jedes Stück muss denselben Weg nehmen, um zum selben Album zu gehören. Fürs Hören lässt sich daraus vor allem eine Einladung ableiten: auf die Präsenz der Stimme, ihre Beziehung zu den Instrumenten und die Unterschiede zwischen den einzelnen Songs zu achten.

Stimme, Gitarre und Analogband · freies Motiv, keine Rekonstruktion der Aufnahmegeräte
Stimme, Gitarre und Analogband · freies Motiv, keine Rekonstruktion der Aufnahmegeräte

Zwölf Lieder mit unterschiedlichen Graden von Nähe

All Roads To The River, gemeinsam mit Jon Vezner geschrieben, eröffnet die Platte. Es folgen Ride Me Like A Wave und Tattoo. Letzteres setzt sich mit dem Holocaust auseinander und zeigt bereits früh, dass diese Songfolge historische Erinnerung neben persönliche Erfahrung stellt. Auf der zweiten Seite stehen Guess You Had To Be There, What About The Love und His Hands. Für die ersten beiden sind Buddy Mondlock beziehungsweise Kye Fleming als Mitautoren dokumentiert. His Hands behandelt Gewalt in einer Beziehung. Solche Inhalte brauchen keine ausgeschmückte Nacherzählung, um ihre Bedeutung zu vermitteln; die Texte selbst stehen im Zentrum der Begegnung.

Die zweite LP beginnt mit Walking On Sacred Ground und This Train Still Runs, beide gemeinsam mit Jess Leary geschrieben, gefolgt von Through The Years. Die letzte Seite verbindet This House, Some People’s Lives und das Titelstück. Bei Some People’s Lives steht erneut Kye Fleming als Mitautorin neben Ian. Insgesamt sind damit sechs der zwölf Songs Gemeinschaftskompositionen und sechs allein von Ian geschrieben. Diese Verteilung beschreibt das Album genauer als die Vorstellung eines vollständig allein verfassten Bekenntnisses. Eine persönliche Stimme kann auch durch die Zusammenarbeit mit anderen Autoren entstehen, ohne dadurch weniger eigenständig zu werden.

Breaking Silence endet mit einem Lied über Missbrauch und macht die Bedeutung seines Titels damit besonders ernst. Dennoch sollte das gesamte Album nicht auf eine Themenliste reduziert werden. Die Abfolge führt durch unterschiedliche Beziehungen zu Vergangenheit, Gegenwart und anderen Menschen. Manche Titel benennen Bewegung, andere einen Ort oder eine Erinnerung. Zusammen ergeben sie eine Platte, deren persönlicher Charakter nicht mit Tagebuchhaftigkeit verwechselt werden muss. Ian arbeitet mit Songs als gestalteten Formen. Wer bei Singer-Songwriter-Alben sowohl auf Sprache als auch auf musikalische Umsetzung achtet, findet hier einen klaren Grund, alle vier Seiten mitzunehmen und den Zusammenhang zwischen den Liedern wirken zu lassen.

Kevin Grays Schnitt für die 45er Doppel-LP

Die hier beschriebene Ausgabe AAPP 027-45 erschien am 22. März 2017 bei Analogue Productions. Sie umfasst zwei 180-Gramm-LPs mit 45 U/min in einer Tip-on-Klapphülle. Kevin Gray übernahm das Mastering bei Cohearent Audio von den originalen analogen Bändern, gepresst wurde bei Quality Record Pressings. Dieser Credit gehört zu dieser Wiederveröffentlichung. Doug Sax ist dagegen mit dem ursprünglichen Album-Mastering verbunden. Die beiden Namen beschreiben unterschiedliche Stationen der Veröffentlichungsgeschichte und sollten nicht zu einer ungenauen gemeinsamen Masteringangabe zusammengezogen werden. Wer verschiedene Ausgaben vergleicht, erhält dadurch eine eindeutige Zuordnung.

Je drei Songs stehen auf einer Plattenseite. Das vollständige Zwölf-Titel-Programm verteilt sich somit gleichmäßig auf vier Abschnitte; es wurde nicht um spätere Zugaben erweitert. Für die Handhabung bedeutet das zusätzliche Seitenwechsel gegenüber einer Einzel-LP. Für den Schnitt bietet das 45er Format andere Bedingungen, ohne dass sich daraus allein eine garantierte Überlegenheit ableiten ließe. Die nachvollziehbare Kombination aus dokumentierter analoger Aufnahme, originalen Bändern, benanntem Schnitt und Presswerk ist hier aussagekräftiger als ein unbelegtes Klangversprechen. Sie macht die Ausgabe konkret und lässt die musikalische Entscheidung dort, wo sie hingehört: bei der Begegnung mit Janis Ians Songs.

Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Wer dieses Album auf Vinyl kaufen möchte, findet hier die Angaben zur beschriebenen Ausgabe. Breaking Silence verbindet eine bewusst gestaltete Aufnahme mit Texten, die mehr als beiläufige Aufmerksamkeit verlangen. Für eine Sammlung anspruchsvoller Singer-Songwriter-Alben ist genau dieses Verhältnis interessant. Die Produktion stellt einen gut dokumentierten Rahmen bereit; die Lieder geben ihm einen Grund. Die 45er Doppel-LP bietet das vollständige Album in einer eindeutig bezeichneten Fassung. Wer Janis Ian als Erzählerin, Sängerin und beteiligte Instrumentalistin kennenlernen oder wiederentdecken möchte, erhält hier zwölf unterschiedliche Ansatzpunkte – und einen Albumtitel, dessen Bedeutung sich erst über den ganzen Weg zwischen ihnen entfaltet.

Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Janis IanFrüheres Porträt: 1981Gesang, Akustikgitarre, E-Gitarre, KlavierMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Dann HuffE-GitarreMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Chad WatsonE-Bass, Slide-BassMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Jim BrockSchlagzeug, PerkussionMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Jim HokeMundharmonikaMitwirkung: Solo · Titelzuordnung nicht belegt

Produktion Janis Ian und Jeff Balding; Ton und Abmischung Jeff Balding, Assistenz Steve Bishir, Patrick Kelly, Greg Parker, John David Parker, Christopher Rich, Toby Seay, Carry Summers; Mastering des Originals Doug Sax; Mastering dieser Ausgabe Kevin Gray (2017); Fotografie und Bildidee Lisa Powers, Gestaltung Jerry Joyner, künstlerische Leitung Virginia Team.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 1,1 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Janis IanFrüheres Porträt: 1981Gesang, Akustikgitarre, E-Gitarre, KlavierMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Dann HuffE-GitarreMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Chad WatsonE-Bass, Slide-BassMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Jim BrockSchlagzeug, PerkussionMitwirkung: Albumcredits · Titelzuordnung nicht belegt
  • Jim HokeMundharmonikaMitwirkung: Solo · Titelzuordnung nicht belegt

Produktion Janis Ian und Jeff Balding; Ton und Abmischung Jeff Balding, Assistenz Steve Bishir, Patrick Kelly, Greg Parker, John David Parker, Christopher Rich, Toby Seay, Carry Summers; Mastering des Originals Doug Sax; Mastering dieser Ausgabe Kevin Gray (2017); Fotografie und Bildidee Lisa Powers, Gestaltung Jerry Joyner, künstlerische Leitung Virginia Team.


Seite A

  • A1 · All Roads To The River (3:05)
  • A2 · Ride Me Like A Wave (3:40)
  • A3 · Tattoo (4:20)

Seite B

  • B1 · Guess You Had To Be There (4:07)
  • B2 · What About The Love (4:58)
  • B3 · His Hands (5:17)

Seite C

  • C1 · Walking On Sacred Ground (3:26)
  • C2 · This Train Still Runs (4:03)
  • C3 · Through The Years (3:40)

Seite D

  • D1 · This House (5:05)
  • D2 · Some People’s Lives (3:52)
  • D3 · Breaking Silence (3:09)