Drei Tenorsaxofone treffen sich
Frank Wess, John Coltrane und Paul Quinichette: Schon diese drei Namen geben Wheelin’ & Dealin’ seine besondere Konstellation. Die Aufnahme entstand am 20. September 1957 bei Rudy Van Gelder in Hackensack. Mal Waldron spielt Klavier, Doug Watkins Bass und Art Taylor Schlagzeug; Bob Weinstock produzierte. Sechs Musiker teilen sich vier ausgedehnte Stücke.
Das Album erschien 1958 bei Prestige. Der Name „The Prestige All Stars“, unter dem es ebenfalls bekannt ist, betont die gemeinsame Sitzung. Craft führt auf seiner Ausgabe die drei Bläser im Künstlernamen. Beide Bezeichnungen weisen auf dasselbe Programm, lenken die Aufmerksamkeit aber unterschiedlich: einmal auf das Ensemble, einmal auf die Begegnung seiner Saxofonisten.

Verwandtschaft und Unterschiede
Quinichette wird oft mit dem Beinamen „Vice Pres“ und seiner Verbindung zur Spieltradition Lester Youngs vorgestellt. Wess kam aus Count Basies musikalischem Umfeld und spielt neben Tenorsaxofon auch Flöte. Coltrane steht 1957 mitten in einer intensiven Entwicklungsphase. Die drei bringen damit verschiedene Arbeitswege in dieselbe kleine Gruppe ein.
Gerade weil mehrere Spieler dasselbe Instrument vertreten, ist die Besetzung ein guter Anlass zum konzentrierten Zuhören. Folge zunächst einem solistischen Beitrag und dann dem nächsten: Wo setzt eine Phrase an, wie wird sie weitergeführt, wie viel Platz bleibt zwischen den Gedanken? Du musst die Musiker nicht in jedem Moment sofort erkennen, um ihre unterschiedlichen Entscheidungen verfolgen zu können.

Zwei Standards, zwei Waldron-Stücke
„Things Ain’t What They Used to Be“ stammt von Mercer Ellington. „Robbins’ Nest“ ist der zweite Standard des Programms. Die beiden anderen Stücke, „Wheelin’“ und „Dealin’“, schrieb Waldron. Der Pianist stellt also sowohl Material als auch Begleitung bereit. Das lenkt den Blick von den drei Bläsern zurück auf die Arbeit der Rhythmusgruppe.
Vier Titel lassen viel Raum für die Beiträge der einzelnen Musiker. Es lohnt sich, neben den Soli die Übergänge zu hören und Waldron, Watkins und Taylor zu verfolgen. Wie bleibt ein Stück zusammenhängend, während die musikalische Verantwortung weitergereicht wird? Die Anlage der Sitzung macht diese Frage zum eigentlichen Gegenstand des Albums. Seine Attraktion liegt schon in der Möglichkeit, dieselbe Grundlage aus mehreren Perspektiven zu erleben.
Die Original-Jazz-Classics-Neuauflage
Die Craft-Ausgabe CR00862, im Shop als ACONC 862 geführt, ist eine 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM. RTI übernimmt die Pressung; die Stoughton-Tip-On-Hülle besitzt einen Obi. Craft nennt in seiner Ankündigung Kevin Gray bei Cohearent Audio für den vollanalogen Schnitt von den Originalbändern. Diese Angabe folgt ausdrücklich dem Herausgeber.
Michael 45 lagert die Platte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, wodurch ein eigener Import aus den Vereinigten Staaten samt der damit verbundenen Wartezeit beim Zoll entfällt.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| John Coltrane | Tenorsaxofon |
| Paul Quinichette | Tenorsaxofon |
| Frank Wess | Tenorsaxofon, Flöte |
| Mal Waldron | Klavier |
| Doug Watkins | Bass |
| Art Taylor | Schlagzeug |








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