Couldn’t Stand the Weather: Blues mit weitem Horizont
Stevie Ray Vaughan setzt auf diesem Album keine lange Einleitung vor seine Musik. Scuttle Buttin’ beginnt die Platte als kurzes Instrumentalstück und stellt die Gitarre unmittelbar ins Zentrum. Danach öffnet der Titelsong einen anderen Raum: Gesang, rhythmische Spannung und die Arbeit einer Band, die sich nicht auf eine einzige Art von Blues festlegen lässt. Couldn’t Stand the Weather verbindet konzentrierte Songs mit ausgedehnten Instrumentalpassagen und einem ausgesprochen langsamen Blues. Die acht Titel bilden ein Programm, dessen Unterschiede ebenso wichtig sind wie die unverwechselbare Stimme seines Gitarristen. Gerade deshalb lohnt es sich, die Platte vollständig zu hören.
Die Aufnahmen entstanden im Januar 1984 in der Power Station in New York; das ursprüngliche Album erschien am 15. Mai 1984 bei Epic. Vaughan steht mit Tommy Shannon am Bass und Chris Layton am Schlagzeug im Mittelpunkt. Der Name Double Trouble gehört daher zur Identität dieser Veröffentlichung. Bass und Schlagzeug liefern die Grundlage, auf der eine Gitarrenphrase Gewicht bekommt, ein Einsatz nach vorne zieht oder ein langsamer Verlauf seine Spannung behält. Die Musik lässt sich zwar sofort über Vaughans Gitarre erkennen, aber ihre Bewegung entsteht im Verhältnis zwischen den Musikern. Dieses Verhältnis verdient beim Hören ebenso viel Aufmerksamkeit wie ein Solo.
Die hier angebotene Analogue-Productions-Fassung verteilt das Album auf zwei LPs mit 45 Umdrehungen pro Minute. Damit verändert sich auch der Ablauf zu Hause: Die acht Stücke stehen auf vier Plattenseiten, und Tin Pan Alley erhält eine eigene Seite. Das ist eine andere Art, dieses bekannte Album zu hören, als die ursprüngliche Abfolge auf einer einzelnen LP. Die zusätzliche Handhabung gehört zur Ausgabe. Wer eine 45-RPM-Fassung sucht, bekommt hier das vollständige ursprüngliche Acht-Titel-Programm, ohne dass Bonusmaterial die Dramaturgie verändert. Für die Einordnung sind deshalb Titelfolge, Schnitt und konkrete Ausgabe gemeinsam interessant.

Vom kurzen Auftakt bis zur eigenen Seite für Tin Pan Alley
Seite A verbindet Scuttle Buttin’, Couldn’t Stand the Weather und The Things (That) I Used to Do. Der instrumentale Auftakt dauert nur 1:49 und setzt einen anderen Schwerpunkt als die beiden folgenden Gesangsstücke. Schon diese ersten drei Nummern zeigen, wie die Platte zwischen unmittelbarer Gitarrenenergie und stärker ausgeformten Songs wechseln kann. Ein reizvoller Höransatz ist, auf die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Gesang und Gitarre zu achten. Manchmal steht die Instrumentalstimme allein im Vordergrund; an anderer Stelle kommentiert sie eine gesungene Zeile oder bereitet den nächsten Einsatz vor. Dadurch bleibt der Verlauf auch innerhalb eines vertrauten Bluesvokabulars beweglich.
Die zweite Seite enthält Voodoo Chile (Slight Return) mit 7:58 und Cold Shot mit 3:57. Zwei Stücke genügen für ein eigenes Kapitel, und ihre verschiedenen Proportionen sind bereits ein guter Hinweis auf den Kontrast. Die Tracklist dieser Ausgabe braucht dabei besondere Sorgfalt: Auf der dokumentierten Coverrückseite wird Cold Shot irrtümlich D1 zugeordnet. Richtig ist B2. Die Musiker- und Titelliste auf dieser Seite folgt der tatsächlichen Abfolge. Solche Details sind für Sammler nützlich, weil ein gedruckter Fehler sonst leicht in weitere Beschreibungen wandert und die Orientierung beim Auflegen unnötig erschwert.
Tin Pan Alley steht mit 9:10 allein auf Seite C. Hier lohnt sich ein anderer Maßstab als beim knappen Auftakt: Achte auf die Abstände zwischen den Phrasen und darauf, wie viel Bedeutung ein einzelner Ton innerhalb eines langsamen Verlaufs bekommen kann. Seite D führt mit Honey Bee und Stang’s Swang wieder in kürzere Formen. Das abschließende Instrumentalstück erweitert den Charakter des Albums noch einmal. Die Platte endet dadurch nicht einfach mit einer Wiederholung ihres Anfangs, sondern mit einer weiteren Facette. Vier Seiten ergeben vier überschaubare Hörabschnitte, die das abwechslungsreiche Programm sehr deutlich gliedern.

Double Trouble und die Gäste hinter den acht Titeln
Vaughan, Shannon und Layton bilden die zentrale Band, doch zur vollständigen Geschichte gehören auch die zusätzlichen Musiker. Jimmie Vaughan wird für Rhythmusgitarre genannt, Stan Harrison für Tenorsaxofon und Fran Christina für Schlagzeug. Bei solchen Albumcredits ist der Bezug zum einzelnen Stück entscheidend: Ein Gastname bedeutet nicht, dass diese Person auf der gesamten Platte spielt. Deshalb stehen die belegten Zuordnungen und ihre Quellenlage im Musikerblock. Ebenso wenig bedeutet Vaughans Gesangscredit, dass auf jedem Titel gesungen wird. Die Instrumentalstücke sind ein wesentlicher Bestandteil des Programms und sollten auch in den Angaben als solche erkennbar bleiben.
Eine gute Möglichkeit, die Band näher kennenzulernen, ist ein zweiter Durchgang mit bewusst veränderter Aufmerksamkeit. Folge zunächst dem Bass, statt auf die nächste auffällige Gitarrenwendung zu warten. Danach achte darauf, wie Schlagzeug und Gitarre die Einsätze miteinander verzahnen. Solche Perspektivwechsel machen aus einem bekannten Album keine theoretische Übung; sie helfen, seine innere Bewegung zu verstehen. Gerade bei Musik mit einer so präsenten Hauptstimme kann die Arbeit der Begleiter leicht selbstverständlich erscheinen. Tatsächlich entscheidet sie mit darüber, ob ein kurzer Song geschlossen wirkt und ob ein langsames Stück über mehrere Minuten zusammenhält.
Die Produktionscredits nennen Stevie Ray Vaughan, Tommy Shannon, Chris Layton, Richard Mullen und Jim Capfer; John Hammond ist als ausführender Produzent aufgeführt. Richard Mullen verantwortete die Aufnahmetechnik, Rob Eaton die Assistenz. Diese Rollen gehören zur Entstehung des Albums und werden getrennt von der musikalischen Besetzung geführt. Die Power Station bildet dabei den konkreten Aufnahmeort, nicht eine nachträglich erfundene Studioszene für unsere Illustrationen. Die Bilder greifen Künstler und Instrumentenwelt frei auf. Das Gitarrenmotiv ist eine redaktionelle Illustration und kein Beleg dafür, welches einzelne Instrument oder welcher Verstärker bei einer bestimmten Aufnahme verwendet wurde.
Die Analogue-Productions-Ausgabe mit 45 RPM
Für diese Wiederveröffentlichung übernahm Ryan K. Smith bei Sterling Sound das Mastering; Gary Salstrom ist für die Matrizen dokumentiert. Gepresst wurde bei Quality Record Pressings. Die Katalognummer APB 097-45 und die Shopkennung AAPB 097-45 identifizieren die Doppel-LP. Das Klappcover gehört zur dokumentierten Ausgabe. Die ursprüngliche Einzelveröffentlichung dieser Fassung wird auf 2016 datiert; das Programm war zuvor bereits Bestandteil der Texas Hurricane-Box. Entscheidend für den Kauf ist hier die eigenständige Doppel-LP, nicht die komplette Box und auch keine andere Wiederveröffentlichung mit abweichendem Bonusprogramm.
Die höhere Abspielgeschwindigkeit ist ein konkretes Ausstattungsmerkmal, kein automatisches Versprechen über jede Anlage oder jedes Exemplar. Zwei LPs bedeuten mehr Seitenwechsel und eine andere Verteilung der Spielzeit. Gerade die eigene Seite für Tin Pan Alley macht die Ausgabe für Hörer interessant, die sich gern auf einen längeren musikalischen Verlauf konzentrieren. Wer dagegen vor allem eine möglichst unterbrechungsfreie Albumhälfte bevorzugt, sollte diese Handhabung vor dem Kauf kennen. Die Beschreibung nennt deshalb die vierseitige Aufteilung ausdrücklich und hält sie von allgemeinen Klangsuperlativen getrennt. Die Musik liefert genug Gründe, sich mit dieser Fassung zu beschäftigen.
Wenn du Couldn’t Stand the Weather von Stevie Ray Vaughan und Double Trouble auf Vinyl kaufen möchtest, findest du hier die 45-RPM-Doppel-LP mit nachvollziehbaren Ausgabenangaben, vollständiger Tracklist und ergänzten Musikercredits. Michael 45 versendet aus Hilden in Deutschland; ein eigener Import aus den USA ist dafür nicht erforderlich. Maßgeblich für die aktuelle Bestellmöglichkeit bleibt die Lager- und Lieferanzeige am Kaufbereich. Die Produktgeschichte bleibt auch bei vorübergehender Nichtverfügbarkeit lesbar und hilft dabei, genau diese Ausgabe wiederzuerkennen. Ihr besonderer Reiz liegt in der Verbindung aus starken Songs, eigenständigen Instrumentalstücken und der klar gegliederten Präsentation auf vier Plattenseiten.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Stevie Ray VaughanPorträtvorlage: 1983Gesang, GitarreMitwirkung: Gitarre: gesamtes Album; Gesang auf den Gesangsstücken, nicht A1 und D2
- Tommy ShannonPorträtvorlage: um1983BassMitwirkung: alle acht Titel
- Chris LaytonPorträtvorlage: um1983SchlagzeugMitwirkung: Albumcredit; Fran Christina wird ergänzend für D2 genannt
- Stan HarrisonTenorsaxofonMitwirkung: Albumcredit der Original-LP; Titelzuordnung nicht ausreichend belegt
- Jimmie VaughanPorträtvorlage: 2012RhythmusgitarreMitwirkung: A2, A3 · ergänzende Albumdokumentation
- Fran ChristinaSchlagzeugMitwirkung: D2 · ergänzende Albumdokumentation
Produktion: Stevie Ray Vaughan, Tommy Shannon, Chris Layton, Richard Mullen und Jim Capfer. Ausführende Produktion: John Hammond. Ton: Richard Mullen; Assistenz: Rob Eaton. Cover: Holland Macdonald; Foto: Benno Friedman. Mastering: Ryan K. Smith, Sterling Sound; Matrizen: Gary Salstrom; Pressung: QRP. Gastcredits ergänzend aus der Albumdokumentation; Stan Harrison zusätzlich auf der Original-LP belegt.











Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.