Roy Haynes – Out Of The Afternoon

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Sterling Sound
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Ausverkauft

Artikelnummer: AIMP 79801 Kategorien: , , , ,

Schutz für diese Ausgabe

Gatefold · 1 LP

Das aufklappbare Cover lässt sich auf zwei Arten schützen:

Für die Platte: eine Innenhülle. Außenhüllen schützen das Cover; Innenhüllen schützen jeweils eine Schallplatte. Bereits passende Innenhüllen kannst du weiterverwenden.

Ein Schlagzeuger öffnet den Raum

Ein Quartett kann sich wie eine sehr große Band anfühlen, wenn seine vier Musiker unterschiedliche Vorstellungen von Bewegung mitbringen. Auf Out of the Afternoon stellt Roy Haynes genau eine solche Besetzung zusammen: Roland Kirk an mehreren Blasinstrumenten, Tommy Flanagan am Klavier und Henry Grimes am Kontrabass. Haynes führt vom Schlagzeug aus. Die Konstellation verbindet ein vertrautes Fundament des modernen Jazz mit einer Klangfantasie, die sich nicht auf die gewöhnliche Rollenverteilung zwischen Solist und Begleitung beschränken lässt. Bereits die Namen der Beteiligten machen deutlich, warum diese Platte innerhalb seines umfangreichen Lebenswerks einen besonderen Platz einnimmt.

Aufgenommen wurde am 16. und 23. Mai 1962 im Van Gelder Studio in Englewood Cliffs, New Jersey. Bob Thiele verantwortete die Produktion für Impulse!; das Album erschien im Sommer desselben Jahres. Sieben Stücke bilden das Programm, verteilt auf drei Titel der ersten und vier der zweiten LP-Seite. Haynes steuert mit „Raoul“, „Snap Crackle“ und „Long Wharf“ drei eigene Kompositionen bei. Dazu kommen vier Standards, deren Autoren ganz unterschiedliche Kapitel des amerikanischen Songbooks vertreten. Das ergibt einen Rahmen, in dem neue musikalische Ideen weder eine ununterbrochene Folge eigener Stücke noch einen demonstrativen Bruch mit vertrautem Material benötigen.

Ein Schlagzeugeralbum ist hier deshalb nicht vor allem als Sammlung ausgedehnter Schlagzeugsoli interessant. Spannender ist die Frage, wie der Bandleader den Verlauf eines Gesprächs mitgestaltet: Wo setzt er einen Akzent, wie antwortet eine andere Stimme, wann verändert sich die Dichte? Solche Fragen führen mitten in das Ensemble. Wer Haynes sonst vor allem aus den Besetzungslisten anderer bedeutender Jazzplatten kennt, begegnet ihm hier als Gastgeber einer sehr bewusst gewählten Runde. Der Titel verspricht keinen großen programmatischen Überbau. Er lässt vier unverwechselbaren Persönlichkeiten Platz, aus sieben Themen eine gemeinsame Geschichte zu machen.

Roy Haynes · Schlagzeug · Illustration zum Album von 1962 · historisch inspirierte Illustration
Roy Haynes · Schlagzeug · Illustration zum Album von 1962

Roland Kirk und eine ungewöhnliche Palette

Roland Kirk, später unter dem Namen Rahsaan Roland Kirk bekannt, bringt dem Quartett eine außergewöhnlich breite Auswahl an Klangfarben. Die Albumcredits nennen Tenorsaxofon, Manzello, Stritch, C-Flöte und Nasenflöte. Diese Aufzählung ist wichtig, weil sie mehr beschreibt als einen Saxofonisten, der gelegentlich das Instrument wechselt. Sie erklärt, weshalb eine kleine Besetzung klanglich über die vertraute Kombination aus einem Bläser und einer Rhythmusgruppe hinausreichen kann. Eine vollständige titelgenaue Aufteilung aller Instrumentenwechsel ist damit allerdings nicht gegeben; die Musikerübersicht bewahrt diese Unterscheidung.

Kirk wird leicht auf die sichtbare Besonderheit seines Spiels reduziert. Für den Zugang zu dieser Platte lohnt es sich, zunächst die Themen und die Form der Stücke im Blick zu behalten. „Moon Ray“, „Fly Me to the Moon“ und „If I Should Lose You“ liefern melodische Bezugspunkte, an denen sich Veränderungen in Artikulation, Register und Klangfarbe besonders gut verfolgen lassen. Ein bekanntes Lied ist hier kein Hindernis für Individualität, sondern eine gemeinsame Sprache. Gerade weil man die melodische Kontur wiedererkennen kann, fallen die Entscheidungen eines eigenwilligen Musikers umso deutlicher auf.

Tommy Flanagan und Henry Grimes sind dabei keine bloßen Stützen für zwei auffällige Persönlichkeiten. Klavier und Kontrabass machen aus der Begegnung erst ein Quartett. Flanagans Aufgabe betrifft die harmonischen Zusammenhänge ebenso wie den Verlauf der einzelnen Solopassagen; bei Grimes lohnt es sich, auf Linienführung und die Übergänge zwischen tragender Funktion und eigenständigem Beitrag zu achten. Die Herausgeberbeschreibung hebt bei „Raoul“ ausdrücklich ein gestrichenes Basssolo hervor. Es ist ein konkreter Hinweis darauf, dass die klangliche Vielfalt des Albums nicht allein von Kirks Instrumentensammlung ausgeht. Haynes hat Musiker zusammengebracht, deren individuelle Möglichkeiten sich gegenseitig erweitern.

Roland Kirk · Tenorsaxofon · frühe 1960er-Jahre · historisch inspirierte Illustration
Roland Kirk · Tenorsaxofon · frühe 1960er-Jahre

Sieben Stücke, mehrere Zugänge

Die erste Seite beginnt mit „Moon Ray“, einer Komposition aus dem Umfeld Artie Shaws, und führt zu Bart Howards „Fly Me to the Moon (In Other Words)“. Die zusätzliche Titelbezeichnung erinnert daran, dass ein später weltbekannter Standard schon vor seinen prominentesten Popinterpretationen eine eigene Geschichte besaß. Danach folgt „Raoul“, die erste Haynes-Komposition des Programms. Zwei vertraute melodische Ausgangspunkte und ein Stück des Bandleaders stehen so nebeneinander, ohne in getrennte Kategorien von Pflicht und Experiment auseinanderzufallen. Die Seite bietet genügend Raum, um sowohl die einzelnen Stimmen als auch ihren Zusammenhang zu verfolgen.

Mit „Snap Crackle“ beginnt die zweite Seite. Der Titel ist zugleich eng mit Haynes’ musikalischem Profil verbunden und gehört zu den besonders einprägsamen Namen seines Repertoires. Darauf folgt „If I Should Lose You“ von Ralph Rainger und Leo Robin. „Long Wharf“ bringt eine weitere Eigenkomposition ein, bevor „Some Other Spring“ von Irene Kitchings und Arthur Herzog Jr. den Abschluss bildet. Damit endet die Platte bei einem Song, dessen Geschichte außerhalb dieses Quartetts liegt, der innerhalb der Besetzung aber einen neuen Zusammenhang erhält. Standards und Originale bleiben bis zum Ende miteinander verschränkt.

Für eine konzentrierte Begegnung mit dem Album bietet sich an, die Aufmerksamkeit von Durchgang zu Durchgang zu verschieben. Zunächst können die Themen den Weg weisen, danach die Antworten zwischen Schlagzeug und Bläsern, schließlich die Arbeit von Klavier und Bass. Das ist keine Aufforderung, die Musik in Einzelteile zu zerlegen. Es geht darum, die vier Beteiligten auch dann als handelnde Personen wahrzunehmen, wenn einer von ihnen gerade kein Solo spielt. Für Sammler macht diese Beweglichkeit eine gut gewählte kleine Besetzung besonders reizvoll: Man kehrt zum selben Programm zurück und kann dabei immer wieder einer anderen Stimme folgen.

Die Acoustic-Sounds-Ausgabe auf einer Stereo-LP

Diese Ausgabe mit der Bestellnummer AIMP 79801 gehört zur Acoustic Sounds Series von Verve und Universal Music Enterprises. Sie präsentiert das Album auf einer 180-Gramm-Stereo-LP mit 33⅓ Umdrehungen. Der Herausgeber nennt Ryan K. Smith bei Sterling Sound für das Mastering von den originalen Analogbändern. Gepresst wird bei Quality Record Pressings; die aufwendig gefertigte Klapphülle im klassischen Tip-on-Verfahren stammt von Stoughton Printing. Damit sind die wesentlichen Stationen dieser Neuauflage konkret benannt, statt nur über ein allgemeines Audiophil-Versprechen umschrieben zu werden.

Die Ausgabe folgt dem sieben Stücke umfassenden Originalprogramm. Sie ist keine um weitere Sessions erweiterte Sammlung, und die Angaben zu Aufnahme, Besetzung und Titeln beziehen sich auf dieses Album. Das 33⅓-Format hält die Musik auf zwei Seiten zusammen. Wer eine Platte gern als zusammenhängenden Ablauf erlebt, findet hier die ursprüngliche Folge von drei und vier Stücken mit einem einzigen Seitenwechsel. Ein Qualitätsurteil im Vergleich zu anderen Formaten lässt sich daraus allein nicht ableiten; es ist zunächst die konkrete Form, in der diese Veröffentlichung gehört und gesammelt wird.

Die Verbindung aus einem Schlagzeuger als Bandleader, Kirks ungewöhnlicher Instrumentenpalette und der eigenständigen Arbeit von Flanagan und Grimes gibt Out of the Afternoon seinen besonderen Reiz. Die sorgfältig ausgewählte Neuauflage richtet den Blick auf das vollständige Quartett und seine sieben Stücke. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir übernehmen den US-Import und versenden aus Hilden. Für eine Sammlung, die Impulse! nicht nur über die bekanntesten Namen, sondern auch über überraschende Besetzungen kennenlernen möchte, ist dieses Album ein besonders lohnender Ausgangspunkt.

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Roy HaynesPorträtvorlage 1954SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Roland Kirkfrühe 1960er-JahreTenorsaxofon, Manzello, Stritch, C-Flöte, NasenflöteMitwirkung: Albumcredits; Instrumentenwechsel nicht vollständig titelgenau belegt
  • Tommy Flanaganspäteres BestandsporträtKlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Henry GrimesPorträtvorlage 2005KontrabassMitwirkung: Alle Titel

Quartett auf allen sieben Titeln. Kirks Instrumentenliste beschreibt das Album insgesamt. Drei Kompositionen von Roy Haynes: Raoul, Snap Crackle und Long Wharf.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,8 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Roy HaynesPorträtvorlage 1954SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Roland Kirkfrühe 1960er-JahreTenorsaxofon, Manzello, Stritch, C-Flöte, NasenflöteMitwirkung: Albumcredits; Instrumentenwechsel nicht vollständig titelgenau belegt
  • Tommy Flanaganspäteres BestandsporträtKlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Henry GrimesPorträtvorlage 2005KontrabassMitwirkung: Alle Titel

Quartett auf allen sieben Titeln. Kirks Instrumentenliste beschreibt das Album insgesamt. Drei Kompositionen von Roy Haynes: Raoul, Snap Crackle und Long Wharf.


Seite A

  • A1 · Moon Ray (6:38)
  • A2 · Fly Me To The Moon (In Other Words) (6:37)
  • A3 · Raoul (5:59)

Seite B

  • B1 · Snap Crackle (4:07)
  • B2 · If I Should Lose You (5:47)
  • B3 · Long Wharf (4:39)
  • B4 · Some Other Spring (3:27)