Ornette Coleman – Something Else

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Rein analog (AAA)
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

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LabelContemporary Records (Acoustic Sounds Series)
KatalognummerACONC 595
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Der Anfang einer eigenen musikalischen Sprache

Something Else!!!! ist Ornette Colemans erstes Album, und schon der Titel kündigt eine Begegnung mit etwas Eigenständigem an. Die Platte erschien im September 1958 bei Contemporary Records, nachdem Coleman am 10. und 22. Februar sowie am 24. März aufgenommen hatte. Lester Koenig war der Produzent, Roy DuNann der Toningenieur. Neun Kompositionen, sämtlich von Coleman, bilden das Programm. Für ein Debüt ist das eine klare Setzung: Ein Musiker stellt sich nicht über eine Auswahl bekannter Standards vor, sondern über seine eigenen Themen und die Möglichkeiten, die er in ihnen entdeckt.

Dabei lohnt es sich, die Platte zunächst als konkrete Aufnahme von fünf Menschen zu betrachten. Coleman spielt Altsaxofon, Don Cherry Kornett, Walter Norris Klavier, Don Payne Kontrabass und Billy Higgins Schlagzeug. Das ist auf den ersten Blick eine vertraute Besetzung des modernen Jazz. Gerade diese Vertrautheit macht das Album interessant. Eine eigene Sprache erscheint hier innerhalb eines Rahmens, dessen Instrumente und Aufgaben dem Publikum nicht grundsätzlich fremd waren. Man muss das spätere Werk Colemans nicht bereits kennen, um den Themen und den Beziehungen zwischen diesen fünf Stimmen folgen zu können.

Wer von den berühmten Debatten um Coleman rückwärts zu dieser Platte kommt, kann leicht nur nach Anzeichen des Kommenden suchen. Damit würde man dem Debüt etwas von seiner Gegenwart nehmen. Something Else!!!! besitzt ein vollständiges eigenes Programm, eine bestimmte Band und eine klar umrissene Entstehungszeit. Für Sammler ist es natürlich ein Anfangspunkt in einer bedeutenden Diskografie. Für Musikliebhaber ist es zugleich eine Einladung, neun Stücke ohne die Verpflichtung zu hören, in jedem Takt eine historische Revolution nachweisen zu müssen. Der Reiz liegt gerade darin, wie viel Individualität in einer überschaubaren Quintettbesetzung Platz findet.

Ornette Coleman · Altsaxofon · 1958 · historisch inspirierte Illustration
Ornette Coleman · Altsaxofon · 1958

Fünf Stimmen und die besondere Rolle des Klaviers

Ein entscheidender Unterschied zu vielen späteren Coleman-Aufnahmen ist Walter Norris am Klavier. Das Harmonieinstrument ist hier ein sichtbarer und hörbarer Teil der Besetzung. Dadurch lässt sich das Verhältnis zwischen vorgegebenen Zusammenhängen und der Beweglichkeit der Bläser besonders aufmerksam verfolgen. Norris gehört zur Identität dieser konkreten Platte, nicht zu einer vermeintlich entbehrlichen Vorstufe. Wer das Album neben spätere Einspielungen stellt, kann gerade an seiner Beteiligung erkennen, dass eine Diskografie nicht nur eine Folge immer konsequenterer Ideen ist, sondern aus unterschiedlichen Begegnungen und Besetzungen besteht.

Don Cherry wird für dieses Album als Kornettist geführt. Das verdient eine genaue Benennung: Seine spätere Verbindung mit der Taschentrompete ist kein Grund, jedes frühere Instrument ebenso zu beschriften. Zwischen Coleman und Cherry entsteht eine Beziehung zweier unterschiedlicher Bläserstimmen, deren Zusammenarbeit über das Debüt hinaus Bedeutung gewinnt. Billy Higgins gehört ebenfalls zu den Musikern, die Coleman später weiter begleiten. Don Payne am Kontrabass komplettiert die Rhythmusgruppe dieser Aufnahme. Die fünf Namen sind deshalb nicht beliebig durch die bekannteste spätere Coleman-Besetzung zu ersetzen.

Ein hilfreicher Zugang besteht darin, den Übergängen zu folgen: vom gemeinsamen Thema zur individuellen Linie, vom einzelnen Bläser zurück zum Ensemble, vom melodischen Einfall zur Antwort der Rhythmusgruppe. Wie viel von einem Stück bleibt in der Begleitung präsent, während eine Stimme sich entfernt? Welche Rolle spielt der Klangunterschied zwischen Kornett und Altsaxofon? Solche Fragen setzen kein theoretisches Vorwissen voraus. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf das, was eine kleine Band ausmacht: Musiker teilen einen Ausgangspunkt und entscheiden dennoch nicht alle auf dieselbe Weise, wie sie ihn fortführen.

Don Cherry · Kornett · Illustration zum Debütalbum · historisch inspirierte Illustration
Don Cherry · Kornett · Illustration zum Debütalbum

Neun Originale zwischen Thema und offener Frage

„Invisible“ eröffnet die erste Seite. Danach folgen „The Blessing“, „Jayne“ und „Chippie“. Bereits diese Folge macht die Platte zu einem konzentrierten Porträt des Komponisten Coleman. Statt seine Eigenständigkeit nur über die Art der Improvisation zu vermitteln, legt er für jedes Stück ein eigenes Thema vor. „Jayne“ ist mit gut sieben Minuten der längste Titel dieser Ausgabe; die übrigen Stücke bewegen sich in kompakteren Zeiträumen. Dadurch wechseln unterschiedlich ausgedehnte Formen des musikalischen Gesprächs, ohne dass das Album seinen übersichtlichen Rahmen verliert.

Die zweite Seite beginnt mit „The Disguise“, gefolgt von „Angel Voice“ und „Alpha“. „When Will the Blues Leave?“ stellt schon im Titel eine Frage, die für den Zugang zu Coleman interessant ist. Blues und eigenständige musikalische Sprache müssen keine Gegensätze bilden. Der Titel kann dazu anregen, auf Beziehungen zum Blues zu achten, ohne das gesamte Album auf eine einzige Form festzulegen. „The Sphinx“ beendet die Folge. Alle neun Stücke stammen von Coleman; die Zusammenstellung ist damit ebenso ein frühes Komponistenporträt wie eine Vorstellung seines Altsaxofonspiels.

Für das Hören lässt sich die Reihenfolge als Wechsel verschiedener kleiner Welten begreifen. Man kann mit einem Thema beginnen, das sich besonders gut einprägt, und von dort aus zu den anderen zurückkehren. Ebenso reizvoll ist es, eine ganze Seite als zusammenhängenden Ablauf zu verfolgen und dabei auf die unterschiedlichen Längen und Einsätze der Stimmen zu achten. Das Album verlangt keinen nachträglich aufgesetzten Ehrfurchtsabstand. Seine historische Bedeutung und die unmittelbare Neugier auf die fünf Musiker können nebeneinander bestehen. Gerade ein Debüt gewinnt, wenn man ihm nicht nur die Rolle eines Dokuments, sondern auch die eines gegenwärtig zugänglichen Albums zugesteht.

Contemporary, Bernie Grundman und diese konkrete Ausgabe

Die vorliegende ACONC 595 / CR00595 gehört zur Contemporary Records Acoustic Sounds Series, der Zusammenarbeit von Craft Recordings und Acoustic Sounds. Es handelt sich um eine 180-Gramm-Stereo-LP mit 33⅓ Umdrehungen. Für die Reihe nennt der Herausgeber ein durchgehend analoges Mastering von den Originalbändern durch Bernie Grundman. Die Platten werden bei Quality Record Pressings gefertigt und in einer klassischen Stoughton-Tip-on-Hülle präsentiert. Grundman ist zudem biografisch mit Contemporary verbunden; für diese Veröffentlichung zählt vor allem seine konkret benannte Verantwortung bei der Neuauflage.

Die Ausgabe von 2023 enthält das ursprüngliche Programm mit neun Titeln. Vier Stücke stehen auf Seite A, fünf auf Seite B. Das 33⅓-Format bewahrt damit den überschaubaren Ablauf einer einzelnen LP: zwei Seiten, zwei zusammenhängende Abschnitte und keine Erweiterung um andere Sitzungen. Für eine Sammlung, die Colemans Entwicklung anhand einzelner Alben nachvollziehen möchte, ist diese genaue Abgrenzung hilfreich. Titel, Besetzung und Ausgabe gehören zusammen. Ein bekannter Name auf dem Cover allein sagt noch nichts darüber aus, welche Phase seiner Arbeit eine konkrete Platte dokumentiert.

Something Else!!!! hält einen solchen frühen Moment fest: ein Altsaxofonist mit neun eigenen Kompositionen, ein Quintett mit Klavier und eine Veröffentlichung bei Contemporary. Die spätere Geschichte muss dabei nicht ausgeblendet werden, sie sollte die Neugier auf dieses Album aber auch nicht ersetzen. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir übernehmen den US-Import und versenden aus Hilden. Wer einen Einstieg sucht, der Komposition, Besetzung und die Entstehung einer individuellen Sprache zusammenführt, findet hier eine gleichermaßen ergiebige und klar umrissene Platte.

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Ornette Colemanspäte 1950er-JahreAltsaxofon; KompositionenMitwirkung: Alle Titel
  • Don Cherryspäte 1950er-JahreKornettMitwirkung: Alle Titel
  • Walter NorrisKlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Don PayneKontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Billy HigginsPorträtvorlage 1978SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel

Fünf Musiker auf allen neun Titeln; alle Kompositionen von Ornette Coleman. Don Cherry wird für diese Aufnahme als Kornettist geführt.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,8 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Ornette Colemanspäte 1950er-JahreAltsaxofon; KompositionenMitwirkung: Alle Titel
  • Don Cherryspäte 1950er-JahreKornettMitwirkung: Alle Titel
  • Walter NorrisKlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Don PayneKontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Billy HigginsPorträtvorlage 1978SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel

Fünf Musiker auf allen neun Titeln; alle Kompositionen von Ornette Coleman. Don Cherry wird für diese Aufnahme als Kornettist geführt.


Seite A

  • A1 · Invisible (4:43)
  • A2 · The Blessing (4:45)
  • A3 · Jayne (7:17)
  • A4 · Chippie (5:37)

Seite B

  • B1 · The Disguise (2:48)
  • B2 · Angel Voice (4:20)
  • B3 · Alpha (4:12)
  • B4 · When Will The Blues Leave? (4:56)
  • B5 · The Sphinx (4:14)