Ein Debüt, das über die bekannten Singles hinausführt
Yourself or Someone Like You erschien 1996 als erstes Album von Matchbox Twenty, damals auch als Matchbox 20 geschrieben. „Push“, „3 AM“, „Real World“ und „Back 2 Good“ machten die Platte über einzelne Songs weithin bekannt. Auf dem vollständigen Album stehen diese vertrauten Titel jedoch in einer längeren Folge. Zwölf Stücke zeigen eine junge Band, deren Musik von Gitarren, einer klaren Rhythmusgruppe und Rob Thomas’ markanter Stimme getragen wird. Für die Sammlung liegt ein eigener Reiz darin, hinter den Radioerinnerungen wieder das ganze Debüt zu entdecken.
Die Aufnahmen entstanden bei Triclops Recording in Atlanta unter der Leitung von Matt Serletic. Jeff Tomei betreute die Aufnahmetechnik. Für die Mischung wechselte die Produktion zu House of Blues in Memphis; die Credits nennen Greg Archilla und Serletic. Diese Orte beschreiben den Weg der Aufnahme, während die Bandgeschichte auch nach Florida führt: Rob Thomas, Brian Yale und Paul Doucette hatten zuvor bei Tabitha’s Secret zusammengespielt. Mit Kyle Cook und Adam Gaynor entstand die Besetzung, die das Debüt einspielte.
Serletics Rolle reicht über die Produktion hinaus. Er ist als Keyboarder und Perkussionist genannt, arbeitet an Arrangements und schreibt „Push“ sowie „Back 2 Good“ mit Thomas. Damit begegnen sich auf der Platte Bandarbeit und die gestaltende Beteiligung eines Produzenten, der selbst musikalisch eingreift. Die Credits helfen, diese Zusammenarbeit genauer zu verstehen, statt das Album allein mit dem Namen seines Sängers zu verbinden.

Fünf Bandmitglieder und eine unerwartete Instrumentenfarbe
Rob Thomas steht als Leadsänger im Mittelpunkt, Kyle Cook übernimmt Leadgitarre und zusätzliche Stimmen, Adam Gaynor Rhythmusgitarre und Begleitgesang. Brian Yale spielt Bass, Paul Doucette Schlagzeug. Diese Verteilung bildet das Grundgerüst, innerhalb dessen die Songs unterschiedliche Akzente setzen können. Beim Wiederhören lohnt es sich, die Gitarren nicht nur als gemeinsame Klangfläche zu verfolgen, sondern auf das Verhältnis zwischen rhythmischem Halt und einzelnen melodischen Antworten zu achten.
Der Schlusstitel „Hang“ gibt einen konkreten Anlass, die Rollen genauer anzusehen. Thomas ist hier zusätzlich mit akustischer Gitarre genannt; Cook übernimmt neben seinem Gitarrenspiel auch einen Gesangsbeitrag. Solche Einzelheiten rücken die Musiker hinter dem vertrauten Bandnamen ins Blickfeld. Eine vermeintlich einfache Besetzungszeile kann einen Hinweis liefern, warum sich gerade ein bestimmter Song innerhalb des Albums anders anfühlt oder zu einem anderen Schwerpunkt im Zusammenspiel einlädt.
„Back 2 Good“ erweitert die Palette um eine dokumentierte Holzbläsergruppe: Elizabeth Burkhardt am Fagott, Amy Porter an der Flöte, Yvonne Powers an der Oboe, Ted Gurch an der Klarinette und Douglas Smith an der Bassklarinette. Serletic verantwortet das Holzbläserarrangement. Diese Namen gehören ausdrücklich zu diesem Titel, nicht pauschal zum gesamten Album. Gerade für einen Gitarrenrock-Erstling ist dieser Blick auf die Instrumentierung aufschlussreich: Das Arrangement denkt über die fünfköpfige Bühnenbesetzung hinaus.

Die zwölf Songs als zusammenhängende Folge
„Real World“ eröffnet die Platte vor „Long Day“ und „3 AM“. Der letzte dieser drei Titel verbindet das Debüt mit der Vorgeschichte von Tabitha’s Secret; seine Musikcredits führen neben Thomas und Yale auch John Joseph Stanley und John Leslie Goff. Die bekannten Bandmitglieder und die Urheber eines Songs sind deshalb sauber auseinanderzuhalten. Ein Kompositionscredit macht niemanden automatisch zum ausführenden Gast auf dieser Aufnahme.
Auf „Push“ folgen „Girl Like That“ und „Back 2 Good“. Diese Anordnung erlaubt, die bekannten Singles im Zusammenhang mit den dazwischenliegenden Songs zu hören. Statt nur auf den nächsten Refrain zu warten, kann man beobachten, wie ein Stück vorbereitet, wie lange ein Gedanke festgehalten und wodurch ein neuer Abschnitt geöffnet wird. Die Zusammenarbeit mit Serletic bekommt so einen musikalischen Bezug: Produktion zeigt sich auch in der Ordnung von Einsätzen, Pausen und zusätzlichen Farben.
„Damn“, „Argue“ und „Kody“ führen in die zweite Hälfte; „Busted“, „Shame“ und „Hang“ bilden den Abschluss. Neun der zwölf Titel werden Thomas allein als Autor zugeschrieben, die drei genannten Ausnahmen öffnen den Blick auf weitere Mitwirkung. Als vollständiges Album bietet das Debüt dadurch mehr als eine zeitliche Kapsel seiner erfolgreichsten Songs. Es zeigt, wie eine neue Band ihren gemeinsamen Rahmen entwickelt und innerhalb dieses Rahmens unterschiedliche Geschichten, Tempi und Formen unterbringt.
Zwölf Titel auf zwei 45-RPM-LPs
Die angebotene Ausgabe AAPA 031-45 gehört zur Atlantic 75 Series von Analogue Productions. Sie präsentiert das Stereoalbum auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Ryan K. Smith verantwortete das Mastering und den Schnitt bei Sterling Sound. Der Herausgeber nennt die originalen Masterbänder als Quelle, Quality Record Pressings als Presswerk und ein Tip-on-Klappcover von Stoughton. Die Informationen beziehen sich auf diese Neuauflage, nicht auf die separat angebotene SACD oder eine frühere Einzel-LP.
Drei Stücke liegen jeweils auf einer Seite. Dadurch bleiben die Reihenfolge und das vollständige Zwölf-Titel-Programm erhalten, während sich die physischen Abschnitte gegenüber einer Einzel-LP verändern. Die Textbeilage im Klappcover unterstützt einen Zugang, bei dem Worte und musikalische Gestaltung gemeinsam betrachtet werden können. Nummerierte frühe Exemplare und mögliche spätere Pressvarianten werden nicht zu einer pauschalen Zusage über jedes einzelne Shop-Exemplar verallgemeinert.
Für Musikliebhaber verbindet diese Fassung eine vertraute Platte der neunziger Jahre mit einer klar bestimmten Sammlerausgabe. Der interessante Maßstab bleibt dabei das Album selbst: die fünf Bandmitglieder, Serletics Beteiligung und die gezielt eingesetzten Gäste. Wer die zwölf Songs in ihrer Reihenfolge durchhört, begegnet auch den Teilen des Debüts wieder, die seltener als einzelne Titel im Vordergrund stehen.
Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.
Auch als SACD: Yourself Or Someone Like You
Kundenfragen: Atlantic 75: welche Titel lohnen sich? · Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Rob ThomasLeadgesang, AkustikgitarreMitwirkung: Leadgesang; Akustikgitarre auf D3 „Hang“
- Kyle CookLeadgitarre, BegleitgesangMitwirkung: Album; außerdem Leadgesang im Refrain von D3 „Hang“
- Adam GaynorRhythmusgitarre, BegleitgesangMitwirkung: Album-Besetzung; keine pauschale Zuordnung zu jedem Titel
- Brian YaleBassMitwirkung: Album-Besetzung; keine pauschale Zuordnung zu jedem Titel
- Paul DoucetteSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung; keine pauschale Zuordnung zu jedem Titel
- Matt SerleticKeyboards, PerkussionMitwirkung: Album-Besetzung; keine pauschale Zuordnung zu jedem Titel
- Elizabeth BurkhardtFagottMitwirkung: B3
- Amy PorterFlöteMitwirkung: B3
- Yvonne PowersOboeMitwirkung: B3
- Ted GurchKlarinetteMitwirkung: B3
- Douglas SmithBassklarinetteMitwirkung: B3
Albumcredits und Titelzuordnungen sind getrennt.













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