Vier Musiker zwischen langen Formen
Wind & Wuthering beginnt mit „Eleventh Earl of Mar“ und „One for the Vine“ — zwei ausgedehnten Stücken, die dem Album von Anfang an Raum geben. Ende 1976 waren Genesis eine Viererbesetzung: Phil Collins sang und spielte Schlagzeug, Tony Banks bediente die Tasten, Mike Rutherford Bass und Gitarren, Steve Hackett die weiteren Gitarren. Das achte Studioalbum ist zugleich das letzte der Band mit Hackett.
Die Aufnahmen fanden im September und Oktober 1976 in den Relight Studios im niederländischen Hilvarenbeek statt. Erstmals arbeitete Genesis für ein Album außerhalb Großbritanniens. Produziert wurde gemeinsam mit David Hentschel, abgemischt anschließend bei Trident in London. Der Ortswechsel bildet den Hintergrund einer Platte, deren Stücke sehr unterschiedliche Längen und Besetzungsfarben zulassen.

Die akustische Gitarre gehört dazu
Hacketts Instrumentarium reicht auf diesem Album von elektrischen Gitarren bis zu Konzert- und zwölfsaitiger Gitarre, Kalimba und Autoharp. „Blood on the Rooftops“, geschrieben mit Collins, ist ein besonders guter Einstieg in seine Beteiligung. Die Arbeit an einem Genesis-Stück muss nicht allein über große Keyboardflächen oder lange Solopassagen erklärt werden; auch der Charakter eines einzelnen Instruments zählt.
Daneben steht Mike Rutherfords „Your Own Special Way“, ein kompakterer gesungener Beitrag im Verhältnis zu den beiden langen Eröffnungsstücken. „Wot Gorilla?“ und die Instrumentalpassagen des späteren Albumverlaufs verschieben den Schwerpunkt erneut. Die Titelfolge bietet so verschiedene Wege in dieselbe Besetzung: über einen Song, über eine Instrumentenfarbe oder über die Entwicklung einer längeren Form.

Ein literarischer Faden zum Schluss
Tony Banks schrieb „One for the Vine“, „All in a Mouse’s Night“ und „Afterglow“. Sein Instrumentarium umfasst unter anderem Flügel, Hammondorgel, Mellotron und Synthesizer. Diese Vielfalt ist ein Anlass, beim Hören zwischen den Tastenfarben zu unterscheiden, statt sie als einen einzigen Hintergrund wahrzunehmen. Wie verändert sich eine Passage, wenn ein anderes Instrument die tragende Rolle übernimmt?
Die verbundenen Titel „Unquiet Slumbers for the Sleepers…“ und „…In That Quiet Earth“ greifen Worte aus dem Schlusssatz von Emily Brontës Wuthering Heights auf. Auf sie folgt „Afterglow“. Damit erhält der Schluss des Albums einen Zusammenhang, der über einzelne Songtitel hinausweist. Gerade diese Folge verdient Aufmerksamkeit, wenn man verschiedene Vinylaufteilungen miteinander vergleicht.
Diese Ausgabe
AAPR 004-45 von Analogue Productions gehört zur Acoustic Sounds 40 Series und umfasst drei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, gepresst bei QRP, im Stoughton-Tip-On-Klappcover. Die aktuelle Herstellerliste hält „Unquiet Slumbers for the Sleepers…“, „…In That Quiet Earth“ und „Afterglow“ gemeinsam auf der letzten Seite; „Blood on the Rooftops“ steht davor auf einer eigenen Seite. Als Quelle nennt der Herausgeber das originale analoge Masterband; Mastering-Engineer und vollständige Übertragungskette sind nicht angegeben. Eine ausdrückliche Originalmix-Bestätigung liegt ebenfalls nicht vor. Die Nick-Davis-Remix-Angaben einer separaten Ausgabe werden deshalb nicht übernommen.
Auch als SACD: Wind & Wuthering
Mehr von Genesis: A Trick Of The Tail · Abacab
Künstlerseite: Alle Titel von Genesis und Phil Collins
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Phil Collins | Perkussion, Gesang, Schlagzeug |
| Steve Hackett | E-Gitarre, Autoharp, Kalimba, Gitarre |
| Mike Rutherford | Akustikgitarre, E-Bass, Bass |
| Tony Banks | E-Piano, Synthesizer, Mellotron, Klavier, Orgel |








Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.