Der Schlagzeuger schreibt die ganze Platte
Spectrum ist Billy Cobhams Debüt unter eigenem Namen, aber kein Album, auf dem eine Begleitband bloß den nächsten Schlagzeugauftritt vorbereitet. Cobham schrieb sämtliche Kompositionen und produzierte die Aufnahmen selbst. Im Mai 1973 ging er dafür drei Tage in die Electric Lady Studios in New York. Er gehörte zu diesem Zeitpunkt noch zum Mahavishnu Orchestra; seine eigene Platte entstand mitten in dieser arbeitsreichen Phase.
Jan Hammer verbindet beide Zusammenhänge. Auf Spectrum spielt er Klavier, E-Piano und Moog-Synthesizer. Zusammen mit Tommy Bolins Gitarre und Leland Sklars E-Bass bildet sich die Besetzung, die unter anderem „Quadrant 4“, „Stratus“ und „Red Baron“ trägt. Höre auf die Aufgabenverteilung: Wann bleibt der Bass bei einer wiederkehrenden Figur, wann können Gitarre und Keyboard darüber einen anderen Weg nehmen?

Zwei Besetzungen statt einer Fusionformel
Nicht alle Stücke stammen von diesem Quartett. Für „Spectrum“ und „Le Lis“ kommen unter anderem Joe Farrell, Jimmy Owens, Ron Carter und Ray Barretto hinzu; John Tropea spielt Gitarre auf „Le Lis“. Mit Carter wechselt auch das Bassinstrument zum Kontrabass. Die Platte verändert damit ihre Mittel, während Cobhams Kompositionen den Zusammenhang halten.
Ein besonders schöner Perspektivwechsel ist „To the Women in My Life“: ein kurzes Klaviersolo von Jan Hammer, auf dem Cobham selbst gar nicht spielt. Ein Debütalbum eines Schlagzeugers lässt hier einen anderen Musiker allein sprechen. Das kleine Stück macht deutlich, dass die Dramaturgie der Platte nicht mit der Zahl der Trommelschläge zu erklären ist.

Eine gerissene Saite bleibt stehen
Während Tommy Bolins Solo in „Taurian Matador“ riss die hohe E-Saite. Er spielte weiter, und der Moment blieb auf der Aufnahme. Es ist ein konkreter Anlass, einer musikalischen Reaktion zuzuhören: Wie führt ein Spieler eine Idee fort, wenn sich die Voraussetzungen plötzlich ändern? Dafür brauchst du keinen Vergleich verschiedener Pressungen, sondern Aufmerksamkeit für den Verlauf des Solos.
Ken Scott war für Aufnahme und Mischung verantwortlich. Die Sessions fanden in New York statt, gemischt wurde anschließend in den Trident Studios in London. Scott hatte zuvor mit David Bowie gearbeitet und war auch an Birds of Fire beteiligt. So verbindet die Produktionsgeschichte von Spectrum musikalische Arbeitswelten, die sich in einer knappen Genrebezeichnung nur unvollständig abbilden lassen. Rockgitarre, Synthesizer, Bläser und unterschiedliche Bassinstrumente gehören hier zu einem Programm.
Vier Seiten für Spectrum
Diese Ausgabe der Atlantic 75 Series von Analogue Productions besteht aus zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Kevin Gray bei Cohearent Audio wird für das Mastering vom originalen Masterband genannt. Der Herausgeber führt Quality Record Pressings und eine Stoughton-Tip-On-Klapphülle auf. AAPA 072-45 bezeichnet diese Doppel-LP. Die kurzen Einleitungen und die anschließenden Bandstücke gehören zum Albumprogramm; sie sind keine nachträglich ergänzten Bonusaufnahmen.
Michael 45 versendet die Ware aus Hilden in Deutschland, sodass du in Deutschland und der EU keinen eigenen US-Import organisieren oder auf die Zollabfertigung warten musst.
Auch als SACD: Spectrum
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Serie: Atlantic 75 Series – alle 75 Alben, Zeitreise und die Menschen hinter Atlantic
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Billy Cobham | Perkussion, Schlagzeug |
| Jan Hammer | Synthesizer, Klavier |
| Tommy Bolin | Gitarre |
| Lee Sklar | E-Bass |
| Joe Farrell | Altsaxofon, Flöte |
| Jimmy Owens | Flügelhorn, Trompete |
| John Tropea | Gitarre |
| Ron Carter | Bass |
| Ray Barretto | Congas |
Tommy Bolin und Leland Sklar gehören zur elektrischen Kernbesetzung. Joe Farrell, Jimmy Owens, Ron Carter und Ray Barretto wirken in der anderen Besetzung mit; John Tropea spielt auf „Le Lis“.
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