Zwei Klaviere, zwei Tage
Count Basie und Oscar Peterson nahmen The Timekeepers am 21. und 22. Februar 1978 in den Group IV Studios in Hollywood auf. John Heard spielte Kontrabass, Louie Bellson Schlagzeug. Das Quartett war damit klar besetzt, doch die beiden Klaviere eröffneten zahlreiche Möglichkeiten der Rollenverteilung. Basie und Peterson konnten begleiten, antworten, Melodien übernehmen oder Raum für den anderen lassen. Der Reiz dieser Konstellation liegt in zwei unverwechselbaren musikalischen Persönlichkeiten, die dasselbe Instrument verwenden und daraus ein gemeinsames Gespräch entwickeln.
Die Aufnahmen erschienen erst 1983 auf Pablo. Aus denselben Februarsitzungen stammen auch Night Rider und Yessir, That’s My Baby, die zu anderen Zeitpunkten veröffentlicht wurden. The Timekeepers ist also ein eigener Ausschnitt aus zwei produktiven Tagen. Die Veröffentlichungsgeschichte macht verständlich, weshalb mehrere Alben mit ähnlicher Besetzung zeitlich auseinanderliegen, obwohl die Musik im gleichen Zusammenhang entstand. Norman Granz betreute die Produktion; Val Valentin war als Toningenieur beteiligt. Auf der Platte stehen sieben Titel, die eine Mischung aus vertrautem Liedmaterial und gemeinsamen Kompositionen bilden.

Erfahrung im musikalischen Austausch
Für Basie war das Zusammenspiel zweier Klaviere keineswegs neu. Schon im Umfeld von Bennie Moten hatte er mit entsprechenden Konstellationen gearbeitet. Peterson wiederum gehörte seit Langem zu den Musikern, mit denen Granz eng verbunden war. Wenn beide 1978 miteinander spielten, trafen deshalb unterschiedliche Lebenswege auf eine gemeinsame praktische Erfahrung: Ein Ensemble funktioniert durch Zuhören und Reagieren. Wer sich dieser Aufnahme nähert, kann besonders auf Übergänge achten – auf den Moment, in dem eine Begleitung zur Antwort wird oder ein Gedanke vom einen Klavier zum anderen wandert.
John Heard und Louie Bellson gehören wesentlich zu diesem Austausch. Die Bezeichnung als Zwei-Klavier-Album darf ihre Rolle nicht verdecken. Bass und Schlagzeug verbinden die beiden Tasteninstrumente mit einem gemeinsamen rhythmischen Rahmen. Heard war bei der Sitzung 39 Jahre alt, Bellson 53; beide arbeiteten hier mit Partnern, deren musikalische Sprache sie kannten. Die Quartettbesetzung bleibt für das Album der entscheidende Bezugspunkt. Sie bietet einen überschaubaren Rahmen, in dem die Unterschiede der Pianisten Teil des Zusammenspiels werden können, statt eine bloße Gegenüberstellung zweier Solisten zu bleiben.

Standards und gemeinsame Stücke
„I’m Confessin’ (That I Love You)“ eröffnet die Platte. Danach folgt „Soft Winds“, bevor „Rent Party“ die erste Seite beschließt. Dieses längere Stück gehört ebenso wie „Hey, Raymond“ und „That’s The One“ zu den gemeinsamen Kompositionen von Basie und Peterson. Damit besteht das Programm nicht nur aus bereits bekanntem Repertoire. Die eigenen Titel stehen gleichberechtigt neben Songs, deren Geschichte in frühere Jahrzehnte führt. Sie geben den beiden Pianisten Gelegenheit, auch als Autoren innerhalb desselben Albums präsent zu sein.
Auf der zweiten Seite begegnen „Indiana“ und „After You’ve Gone“ diesen eigenen Stücken. Die Auswahl führt durch mehrere Generationen populären amerikanischen Liedguts, ohne dass dafür eine chronologische Reihenfolge notwendig wäre. „Rent Party“ ist mit über neun Minuten besonders ausgedehnt, während andere Titel knapper angelegt sind. Das schafft unterschiedliche Maßstäbe für den Austausch im Quartett. Der Albumtitel lenkt den Blick auf Zeit und Rhythmus; die Namen auf der Hülle erinnern daran, dass dieses Zeitgefühl von vier konkreten Musikern gestaltet wird, die ihre Erfahrungen in jede neue Begegnung mitbringen.
Die Ausgabe aus der Pablo-Reihe
Analogue Productions legt The Timekeepers als AAPJ 165 auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen vor. Matthew Lutthans bei The Mastering Lab verantwortet Mastering und Schnitt. Als Quelle nennt der Herausgeber das originale analoge Band. Diese Formulierung beschreibt die angegebene Herkunft, ohne die Bandgeneration genauer festzulegen. Die Pressung entsteht bei Quality Record Pressings. Das vollständige siebenteilige Programm bleibt auf einer Platte erhalten, mit drei Titeln auf der ersten und vier auf der zweiten Seite.
Die Verpackung ist eine Tip-on-Einzelhülle von Stoughton Printing; hinzu kommt ein Einleger mit einem Text von Tom Fine. Diese Ausstattung ist von einem Klappcover zu unterscheiden, auch wenn benachbarte Titel der Pablo-Reihe in solchen Hüllen erscheinen. Das Album bleibt ein selbstständiger Teil der Basie-Peterson-Diskografie: aufgenommen 1978, veröffentlicht 1983 und hier mit einer neuen Schnittfassung zugänglich. Seine Verbindung zu den weiteren Alben derselben Sessions erweitert den historischen Zusammenhang, ohne die sieben Stücke von The Timekeepers zu einer bloßen Ergänzung anderer Veröffentlichungen zu machen.
Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.
Mehr von Count Basie & Oscar Peterson: ‚Satch‘ and ‚Josh‘
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Pablo – alle 30 Platten, Musiker und das Sessionbuch
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
| Name | Instrument / Rolle | Mitwirkung |
|---|---|---|
| Count Basie | Klavier | Album-Besetzung |
| Oscar Peterson | Klavier | Album-Besetzung |
| John Heard | Kontrabass | Album-Besetzung |
| Louie Bellson | Schlagzeug | Album-Besetzung |
Quartettbesetzung. Die Zuordnung von E-Piano zu B3 ist widersprüchlich und hier nicht als gesichert übernommen.







Rezensionen
Es gibt noch keine Rezensionen.