Acht Musiker und der Blues
Los Angeles, 10. Dezember 1973. Count Basie versammelt sieben Mitspieler zu jener Sitzung, die später als Basie Jam bei Pablo erscheint. Fünf Stücke, alle aus Basies Feder, bilden das Programm. Der Blues ist der gemeinsame Bezugspunkt. Schon der Titel kündigt an, worauf man sich freuen darf: Zeit für Solisten, Raum für Antworten und eine Besetzung, deren Namen eine ganze Jazzgeschichte mitbringen.
Basie spielt hier Klavier und Orgel. Neben ihm stehen Harry „Sweets“ Edison, J. J. Johnson, Eddie „Lockjaw“ Davis und Zoot Sims; Irving Ashby, Ray Brown und Louie Bellson vervollständigen das Oktett. Norman Granz produziert die Aufnahme. Die Zusammenstellung macht deutlich, weshalb die kleinen Besetzungen im Pablo-Katalog so viel Entdeckenswertes bereithalten: Einzelne Musiker können mit ihrer eigenen Stimme in den Vordergrund treten.

Bekannte Namen in direktem Austausch
Trompete, Posaune und zwei Tenorsaxofone bilden die Bläsergruppe. Dahinter stehen Gitarre, Bass, Schlagzeug und Basies Tasteninstrumente. Diese Aufteilung eröffnet viele Möglichkeiten, beim Hören die Perspektive zu wechseln. Wie antwortet die Rhythmusgruppe auf einen Solisten? Welche Wirkung hat es, wenn nach einem Tenor die Trompete oder Posaune übernimmt? Die Besetzung selbst liefert bereits einen kleinen Wegweiser durch das Album.
Dabei lohnt es sich, Irving Ashbys Gitarre genauso ernst zu nehmen wie die prominenten Bläser. Zusammen mit Ray Brown und Louie Bellson gehört sie zum Fundament dieser Sitzung. Die Freude an einer solchen Platte wächst oft mit der Vertrautheit: Erst verfolgt man ein Solo, später entdeckt man, was die anderen Musiker währenddessen beitragen. Basies Rolle am Klavier und an der Orgel ergänzt diesen Blick um eine weitere Farbe.

Fünf Stücke mit Platz zum Spielen
„Doubling Blues“, „Hanging Out“ und „Red Bank Blues“ füllen die erste Seite. „One-Nighter“ und „Freeport Blues“ stehen auf der zweiten. Die überschaubare Zahl der Stücke lässt Raum für längere Verläufe. Laut Herausgeber ist Basie in „Doubling Blues“ und „One-Nighter“ an der Orgel zu hören. Das bietet einen konkreten Ansatzpunkt, um seine unterschiedlichen Tasteninstrumente innerhalb desselben Albums zu verfolgen.
Die Sitzung von 1973 wurde 1975 als Basie Jam veröffentlicht. Das Album steht für die Lust an einer gemeinsamen musikalischen Sprache, die genügend Möglichkeiten für individuelle Wege lässt. Wer gerne den Namen auf einer Hülle folgt, findet hier acht gute Gründe, die Platte nach dem ersten Hören noch einmal umzudrehen.
Doug Sax und die Pablo-Ausgabe
Die Analogue-Productions-Ausgabe AAPJ 155 präsentiert das Album auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen. Der Herausgeber nennt Doug Sax bei The Mastering Lab für das Mastering vom originalen analogen Masterband. Dabei greift die Veröffentlichung auf die Matrizen der früheren Analogue-Productions-Ausgabe von 1995 zurück; der Credit beschreibt keinen neu angefertigten Schnitt von 2024.
Die aktuelle Pressung stammt von Quality Record Pressings, das Tip-on-Klappcover von Stoughton Printing. Diese Verbindung aus dokumentierter Masteringgeschichte und sorgfältiger heutiger Fertigung macht die Ausgabe greifbar. Im Mittelpunkt bleibt die Begegnung selbst: Basie und sieben Musiker, die sich für eine Sitzung Zeit nehmen, dem Blues ihre eigenen Stimmen zu geben.
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Serie: Pablo – alle 30 Platten, Musiker und das Sessionbuch
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Count BasieKlavier, OrgelMitwirkung: Album-Besetzung
- Harry „Sweets“ EdisonTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
- J. J. JohnsonPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
- Eddie „Lockjaw“ DavisTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- Zoot SimsTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- Irving AshbyGitarreMitwirkung: Album-Besetzung
- Ray BrownBassMitwirkung: Album-Besetzung
- Louie BellsonSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Count Basie (Klavier, Orgel), Harry „Sweets“ Edison (Trompete), J. J. Johnson (Posaune), Eddie „Lockjaw“ Davis (Tenorsaxofon), Zoot Sims (Tenorsaxofon), Irving Ashby (Gitarre), Ray Brown (Bass), Louie Bellson (Schlagzeug) — ein Oktett, auf allen fünf Titeln. Alle Kompositionen: Count Basie. Aufgenommen am 10. Dezember 1973 in Los Angeles. Produzent: Norman Granz. Foto: Phil Stern. Diese Ausgabe: Mastering Doug Sax, The Mastering Lab (Herstellerangabe; gepresst aus den Matrizen der Analogue-Productions-Ausgabe von 1995, für die zusätzlich Gavin Lurssen und Ron Lewter genannt werden), Pressung Quality Record Pressings, Klappcover Stoughton Printing. Studio und Toningenieur der Aufnahme sind nicht belegt.















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