Eine Melodie verfolgt fünf Sätze
Die Symphonie fantastique erzählt von einem Künstler und einer Vorstellung, die ihn nicht loslässt. Hector Berlioz gab dieser wiederkehrenden musikalischen Gestalt den Namen „idée fixe“. Sie gehört zu einer Sinfonie mit fünf Sätzen, die 1830 in Paris uraufgeführt wurde. Das Werk verbindet eine große Orchesterbesetzung mit einer Geschichte, deren Verlauf von Träumerei und Tanz bis zu Hinrichtung und nächtlichem Spuk reicht.
Charles Munch dirigiert hier das Boston Symphony Orchestra in der Aufnahme von 1954. Er war seit 1949 dessen Musikdirektor. Sein Weg aus Straßburg über das deutsche und französische Musikleben führte nach Boston; Berlioz gehört zu dem französischen Repertoire, mit dem sein Name eng verbunden blieb.

Vom Ball aufs freie Feld
Der erste Satz heißt „Rêveries – Passions“, der zweite „Un bal“. Danach folgt „Scène aux champs“, bevor „Marche au supplice“ und „Songe d’une nuit du sabbat“ das Werk beschließen. Schon die Titel geben sehr unterschiedliche Situationen vor. Die wiederkehrende Melodie schafft zwischen ihnen einen Zusammenhang, ohne dass die Sätze denselben Charakter annehmen müssten.
Wenn du dich zunächst an dieser Melodie orientierst, wird das lange Werk überschaubarer. Wo erscheint sie wieder? Was hat sich in ihrer Umgebung verändert? Ein Tanzsaal stellt andere Bedingungen als eine ländliche Szene. Du kannst das erzählte Programm als Hilfe verwenden und gleichzeitig auf musikalische Vorgänge achten: auf den Wechsel zwischen einzelnen Stimmen und großen Gruppen, auf Wiederholungen und auf die Vorbereitung eines neuen Abschnitts.

Berlioz lässt auch das Programm los
Die Geschichte hat einen persönlichen Hintergrund in Berlioz’ Beschäftigung mit der Schauspielerin Harriet Smithson, die er später heiratete. Trotzdem ist das gedruckte Programm keine unveränderliche Bedienungsanleitung zur Sinfonie. Berlioz überarbeitete es und erklärte in einer späteren Fassung, bei einer reinen Konzertaufführung könne auf seine Verteilung verzichtet werden.
Das eröffnet zwei Zugänge zu Munchs Aufnahme. Du kannst den fünf Bildern folgen oder die Musik stärker über ihre wiederkehrenden Gedanken zusammenhalten. Gerade beim erneuten Hören lohnt sich der Wechsel zwischen beiden Perspektiven. „Un bal“ bleibt ein eigener Satz, ist aber zugleich Teil der Entwicklung der gesamten Sinfonie. Der letzte Satz verändert wiederum die Bedeutung dessen, was vorher zu hören war. Die fünfteilige Form macht diese Rückbezüge zu einem wesentlichen Bestandteil des Werks; die Aufnahme gibt dir die vollständige Folge, ohne zusätzliche Konzertstücke dazwischenzuschieben.
Vier Plattenseiten, fünf vollständige Sätze
AAPC 1900-45 ist die Stereoausgabe auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Acoustic Sounds nennt Bernie Grundman für den Schnitt und das originale Zweispur-Masterband als Quelle. Gepresst wird bei Quality Record Pressings; ein Einlegeblatt liegt bei. Die erste LP enthält die Sätze eins und zwei, die zweite auf Seite A die Sätze drei und vier und auf Seite B das Finale. Kein Satz wird durch einen Seitenwechsel geteilt. Die ursprüngliche Veröffentlichung von 1955 war mono; diese Ausgabe präsentiert die Stereofassung.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die entsprechende Wartezeit beim Zoll entfallen.
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Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Charles Munch | Dirigat |
| Boston Symphony Orchestra | Orchester |







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