Rückkehr nach Boston
Als Pierre Monteux am 28. Januar 1959 mit dem Boston Symphony Orchestra Tschaikowskis Vierte aufnahm, kehrte er an eine frühere Wirkungsstätte zurück. Von 1919 bis 1924 hatte er das Orchester geleitet. Nun stand er, 83 Jahre alt, wieder in der Symphony Hall vor ihm. John Pfeiffer produzierte die Aufnahme, John Crawford verantwortete die Technik.
Zwischen diesen Bostoner Jahren lag ein großer Teil von Monteux' Laufbahn. Schon zuvor hatte er die Uraufführungen von Strawinskys Petruschka und Le Sacre du printemps sowie Ravels Daphnis et Chloé dirigiert. Bei dieser Platte geht es um eine andere Partitur: eine Sinfonie, die aus wenigen wiederkehrenden musikalischen Gedanken einen umfangreichen dramatischen Verlauf bildet. Der historische Abstand zur ersten Amtszeit macht die Sitzung zu einer späten Wiederbegegnung mit dem Orchester.

Ein Signal, das wiederkehrt
Tschaikowski schrieb die Vierte 1877 und 1878. Er widmete sie seiner Mäzenin Nadeschda von Meck, ohne ihren Namen in der Widmung zu nennen. Die Uraufführung dirigierte Nikolai Rubinstein am 22. Februar 1878 in Moskau. Der eröffnende Bläserruf ist einer der Bezugspunkte des Werks; Tschaikowski brachte ihn in seiner Erläuterung gegenüber von Meck mit dem Schicksal in Verbindung.
Du musst daraus kein starres Programm für jede Passage ableiten. Konkreter ist es, die Wiederkehr dieses Gedankens zu verfolgen und darauf zu achten, was unmittelbar davor und danach geschieht. Der erste Satz nimmt viel Raum ein und führt durch unterschiedliche Bewegungs- und Ausdrucksbereiche. Er passt bei dieser Ausgabe nicht auf eine einzelne Seite: Nach Seite A wird derselbe Satz auf Seite B fortgesetzt.

Oboe, gezupfte Saiten und ein Volkslied
Der zweite Satz beginnt mit einer Oboenmelodie. Das Scherzo setzt anschließend auf gezupfte Streicher und wechselt zwischen verschiedenen Orchestergruppen. Dadurch verschiebt sich die Aufmerksamkeit von der langen melodischen Linie auf kurze Impulse und ihre Verteilung. Diese beiden Sätze bilden zusammen die dritte Plattenseite und lassen sich ohne Umdrehen nacheinander hören.
Im Finale verarbeitet Tschaikowski das russische Volkslied „Auf dem Felde stand eine Birke“. Auch der Gedanke vom Anfang meldet sich wieder. Hör darauf, wie dieser Rückbezug in den Verlauf des letzten Satzes eingreift. Die Sinfonie gewinnt ihren Zusammenhang nicht allein aus dem Wechsel von vier Tempi, sondern aus Beziehungen zwischen weit auseinanderliegenden Stellen. Monteux und das Bostoner Orchester sind hier die Interpreten einer Partitur, deren Verknüpfungen sich mit jedem erneuten Durchgang genauer verfolgen lassen.
Der erste Satz liegt auf zwei Seiten
Analogue Productions legt die Stereoaufnahme als zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM vor, gepresst bei Quality Record Pressings und mit Einleger. Der Hersteller nennt Bernie Grundman für das Mastering von den originalen Masterbändern. Die Aufteilung lautet: Satz I auf den Seiten A und B, Sätze II und III auf Seite C, Satz IV auf Seite D. Der Seitenwechsel innerhalb des ersten Satzes gehört deshalb zur Abwägung dieses Formats. Katalognummer: AAPC 2369-45.
Michael 45 hält die Platten in Deutschland und verschickt sie aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die damit verbundene Wartezeit beim Zoll entfallen.
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Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Pierre Monteux | Dirigat |
| Boston Symphony Orchestra | Orchester |







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