Hinter „Boléro“ stehen vier Werke
Der kurze Albumtitel nennt Ravel und seinen Boléro. Das Programm reicht weiter: Charles Munch und das Boston Symphony Orchestra spielen auch La Valse und die Rapsodie espagnole. Auf der vierten Seite folgt Claude Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune. Drei Werke Ravels und eines von Debussy ergeben damit vier unterschiedliche Vorstellungen davon, was ein Orchester erzählen kann.
Die historische LP erschien 1958. Für diese Neuausgabe erhält jedes der vier Werke eine eigene Plattenseite. Das ist ein übersichtlicher Zugang zu einer Zusammenstellung, in der Tanz, spanische Anregungen und ein Gedicht von Stéphane Mallarmé nebeneinanderstehen. Der Boléro ist der Einstieg, aber nicht das ganze Album.

Wiederholung als Bauprinzip
Ravel schrieb den Boléro 1928 für Ida Rubinstein. Ausgangspunkt war zunächst ein anderes Vorhaben: die Orchestrierung von Musik aus Albéniz’ Iberia. Stattdessen entstand ein neues Werk, dessen Anlage auf Wiederholung und der schrittweisen Erweiterung des Orchesters beruht. Die Uraufführung fand im November 1928 an der Pariser Opéra statt.
Hier kannst du dich auf etwas anderes als die Suche nach immer neuen Themen konzentrieren. Welche Instrumente übernehmen die Melodie, welche Gruppen kommen hinzu, wie verändert sich die Gewichtung des Ensembles? La Valse setzt daneben ein anderes Modell von Bewegung. Das 1919/20 entstandene Werk trägt den Untertitel einer choreografischen Dichtung. Ravel wollte seine Musik allerdings nicht einfach als politischen Kommentar zum zeitgenössischen Wien verstanden wissen. Der Walzer selbst bleibt der konkrete Ausgangspunkt.

Ravel neben Debussy
Die Rapsodie espagnole umfasst vier Teile. Einer davon, die „Habanera“, ist älter als die orchestrale Zusammenstellung: Ravel schrieb sie bereits 1895 für zwei Klaviere. Später kamen die übrigen Teile hinzu. Das Album zeigt damit nicht nur verschiedene Stücke, sondern auch unterschiedliche Wege, auf denen Klavierideen und Tanzformen zum Orchesterwerk werden konnten.
Debussys Prélude führt auf der letzten Seite zu Mallarmés Gedicht vom Nachmittag eines Fauns. Das Werk wurde 1894 uraufgeführt und beginnt mit einem Flötensolo. Nach den drei Ravel-Werken ist das ein guter Moment, die Aufmerksamkeit neu auszurichten: auf den Eintritt einzelner Instrumente und darauf, wie eine Phrase weitergegeben wird. Munch, von 1949 bis 1962 Musikdirektor in Boston, steht mit demselben Orchester hinter allen vier Werken. Die Zusammenstellung lässt dich also wechselnde kompositorische Vorstellungen unter einem gemeinsamen interpretatorischen Dach verfolgen.
Ein Werk je Seite
AAPC 1984-45 enthält zwei 180-Gramm-Stereo-LPs mit 45 RPM, gepresst bei Quality Record Pressings, mit einem beiliegenden Einlegeblatt. Als Quelle nennt Acoustic Sounds die originalen Masterbänder. Die Seitenfolge lautet Boléro — La Valse — Rapsodie espagnole — Debussys Prélude. Damit bleibt jedes Werk innerhalb einer Plattenseite zusammen. Angaben zu dieser Doppel-LP sind von älteren Einzel-LPs und anderen Ausgaben der Kopplung zu unterscheiden; der Debussy-Beitrag gehört ausdrücklich zum enthaltenen Programm.
Michael 45 lagert das Set in Deutschland und verschickt es aus Hilden, sodass ein eigener US-Import und die Wartezeit beim Zoll entfallen.
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: RCA Living Stereo – alle 25 Titel, Dirigenten und Solisten
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Charles Munch | Dirigat |
| Boston Symphony Orchestra | Orchester |







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