Der Mann hinter einem berühmten Vornamen
Pink Andersons Vorname erreichte ein Publikum, das seine Aufnahmen oft gar nicht kannte. Syd Barrett verband ihn mit dem Vornamen des Bluesmusikers Floyd Council zu „Pink Floyd“. Carolina Blues Man führt von dieser Rockgeschichte zurück zu Anderson selbst: zu einem Sänger und Gitarristen aus South Carolina, dessen Arbeit lange vor der britischen Band begonnen hatte.
Geboren wurde er 1900 als Pinkney Anderson. Schon 1928 machte er mit Blind Simmie Dooley Aufnahmen für Columbia. Seinen Lebensunterhalt verdiente er auch als Unterhalter bei reisenden Medicine Shows. Das waren Auftritte vor wechselndem Publikum, bei denen Musik Teil eines größeren Programms war. Die Platte von 1961 zeigt einen Musiker mit jahrzehntelanger Erfahrung darin, allein mit Stimme und Gitarre Aufmerksamkeit zu halten.

Eine Aufnahme in Spartanburg
Am 12. April 1961 wurde Anderson in seiner Heimatstadt Spartanburg aufgenommen. Kenneth S. Goldstein produzierte, Samuel B. Charters verantwortete die Tonaufnahme. Die Sitzung gehört in die Zeit des Folk- und Blues-Revivals, als Forscher und Produzenten ältere Musiker erneut aufsuchten und ihre Arbeit für ein anderes Publikum dokumentierten.
Auf Carolina Blues Man gibt es keine Begleitband: Anderson singt und spielt Akustikgitarre. Dadurch richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Verhältnis zweier Stimmen, die von derselben Person kommen. Wie beantwortet die Gitarre eine Gesangszeile? Wo läuft die Begleitung weiter, während der Sänger Luft holt? Solche Fragen lassen sich hier verfolgen, ohne erst mehrere Instrumente auseinanderhalten zu müssen. Gleichzeitig steckt hinter der überschaubaren Besetzung ein beträchtlicher Erfahrungsschatz als öffentlicher Unterhalter.

Zehn Stationen des Country-Blues
Die erste Seite beginnt mit „My Baby Left Me This Morning“ und enthält „Baby Please Don’t Go“, das mit Big Joe Williams verbunden ist. „Meet Me in the Bottom“ schließt die Seite ab. Nach dem Umdrehen folgen unter anderem „Weeping Willow Blues“, „I Had My Fun“ und „Everyday of the Week“. Die Ausgabe umfasst zehn Stücke.
Anderson wird dem Piedmont- und Country-Blues zugerechnet. Für einen Zugang über das Instrument lohnt sich der Blick auf das Zusammenspiel von Bassbewegung und höher liegenden Gitarrenfiguren. Hör zunächst auf die tieferen Töne, dann auf das, was darüber passiert. Die Gesangszeile bleibt der dritte Bezugspunkt. Der Name Pink Floyd ist eine interessante Verbindung, doch die Musik verlangt diesen Umweg nicht. Sie dokumentiert einen eigenen Künstler und eine Aufführungspraxis, die in der Geschichte reisender Shows ebenso verwurzelt ist wie im späteren Interesse des Folk-Revivals.
Die Bluesville-Ausgabe
Die 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM trägt im Shop die Nummer ACONC 843, bei Craft Recordings CR00843. Matthew Lutthans masterte sie bei The Mastering Lab; Craft nennt die originalen Bänder als Quelle. Die Pressung stammt von Quality Record Pressings. Zur Ausstattung gehören eine Tip-On-Hülle und ein Obi-Streifen mit Anmerkungen von Scott Billington. Die zehn Titel folgen der historischen LP-Folge; „Try Some of That“, das in erweiterten Titellisten auftaucht, gehört nicht zu dieser Ausgabe.
Michael 45 lagert die Platte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Käufer keinen eigenen US-Import organisieren und die entsprechende Wartezeit beim Zoll nicht in Kauf nehmen müssen.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Pink Anderson | Gesang, Gitarre |
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