Fünf Stücke, fünf Persönlichkeiten
Der Titel ist fast eine kleine Bauanleitung: fünf Kompositionen von Monk, gespielt von fünf Musikern. Doch 5 by Monk by 5 lebt gerade davon, wie wenig sich diese Musik auf eine Formel reduzieren lässt. Im Juni 1959 kommt Thelonious Monk mit Charlie Rouse, Sam Jones und Art Taylor in die Reeves Sound Studios in New York. Thad Jones erweitert das Quartett am Kornett. Seine zusätzliche Stimme macht aus der vertrauten Arbeitsbesetzung ein Quintett mit einer eigenen Farbe.
Das Album verbindet zwei neue Stücke mit drei älteren Kompositionen. Es bietet deshalb beides: den Reiz einer ersten Begegnung und die Freude daran, Bekanntes aus einem anderen Blickwinkel zu hören. Für eine Monk-Sammlung ist diese weniger häufig genannte Sitzung besonders interessant, weil sie den Komponisten und den Leiter einer kleinen Band unmittelbar zusammenführt.

Eine Melodie wird weitergegeben
„Jackie-ing“ bringt Monk seinen Mitspielern der überlieferten Entstehungsgeschichte zufolge durch Vorsummen bei. Dieser kleine Moment passt zu einer Musik, deren Charakter sich nicht allein aus Notenwerten erschließt. Eine Melodie muss hier auch ausgesprochen werden: durch ihre Betonung, ihren Ansatz und den Raum zwischen zwei Tönen. „Played Twice“ wird auf diesem Album erstmals veröffentlicht; die LP enthält Take 3, nicht die später hinzugefügten Alternativfassungen.
Thad Jones spielt Kornett, Charlie Rouse Tenorsaxofon. Darunter halten Sam Jones am Kontrabass und Art Taylor am Schlagzeug das Quintett beweglich. Rouse steht noch am Anfang seiner Zusammenarbeit mit Monk. Gerade das Nebeneinander dieser Persönlichkeiten lädt dazu ein, nicht nur dem jeweiligen Solo zu folgen, sondern dem Wechsel zwischen Thema, Begleitung und Antwort.

Bekannte Stücke bleiben offen
„Straight, No Chaser“, „I Mean You“ und „Ask Me Now“ bilden den vertrauten Teil des Programms. Wiederaufnahme bedeutet bei Monk jedoch nicht bloß Wiederholung. Eine andere Besetzung verändert, wie sich eine Linie abzeichnet und wer auf sie reagiert. Das Kornett neben dem Tenor eröffnet dafür einen besonders schönen Ausgangspunkt.
Wer sich Zeit für eine ganze Plattenseite nimmt, kann verfolgen, wie aus den fünf Namen eine gemeinsame Sprache wird. Die Musik braucht dafür keine große Inszenierung. Ihre Spannung entsteht im Zusammenspiel und in der Aufmerksamkeit für die kleinen Entscheidungen. Genau dafür lohnt es sich, dieses Album bewusst aufzulegen.
Die Analogue-Productions-LP
Die Ausgabe AAPJ 1150 präsentiert das Album auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ RPM in Stereo. Kevin Gray verantwortet den Schnitt bei AcousTech; die dokumentierten Metallteile führen zur Riverside-Tenor-Sessions-Edition von 1997/98 zurück. Die spätere Wiederpressung ist deshalb nicht mit einem neuen Mastering zu verwechseln.
Analogue Productions nennt das analoge Originalmasterband als Quelle sowie Quality Record Pressings und ein Stoughton-Tip-on-Cover für die aktuelle Ausgabe. Die Herstellerangabe zur analogen Bearbeitung bleibt als solche kenntlich. Auf der Platte stehen die fünf Albumtitel ohne die späteren CD-Bonustakes: ein klar umrissener Zugang zu Monks Quintett von 1959.
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Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Thelonious MonkKlavier, KompositionMitwirkung: Album-Besetzung
- Thad JonesKornettMitwirkung: Album-Besetzung
- Charlie RouseTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
- Sam JonesKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
- Art TaylorSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
Orrin Keepnews: Produktion. Jack Higgins: Tonaufnahme. Quintett auf allen fünf Titeln.











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