Tommy Flanagan – Overseas (Mono)

58,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

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LabelAnalogue Productions (Prestige)
KatalognummerAPRJ 7134
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

Mir ist bewusst und ich stimme zu, dass die Platte aus der Originalfolie genommen wird (die Folie liegt der Lieferung bei).

Artikelnummer: APRJ 7134 Kategorien: , , , ,

Stockholm statt Hackensack: ein Pianist tritt nach vorn

Auf vielen bedeutenden Jazzplatten der fünfziger Jahre steht Tommy Flanagans Name in der Besetzung. Overseas dreht die Perspektive um. Hier ist der Pianist selbst der Bandleader, und die Geschichte führt für einmal nicht in Rudy Van Gelders Studio nach New Jersey, sondern nach Stockholm. Am 15. August 1957 nimmt Flanagan mit dem Bassisten Wilbur Little und dem Schlagzeuger Elvin Jones im Metronome Studio auf. Gösta Wiholm betreut die Aufnahme. Eine Europareise mit J. J. Johnsons Band schafft den Zusammenhang, in dem dieses frühe eigene Projekt möglich wird.

Der Titel ist damit mehr als eine atmosphärische Ortsangabe. Drei amerikanische Musiker nutzen eine Gelegenheit jenseits des Atlantiks, um ein Trio in den Mittelpunkt zu stellen. Flanagan ist 27 Jahre alt und hat bereits an Sonny Rollins‘ Saxophone Colossus mitgewirkt. Bei Overseas kann er nun nicht nur als Partner eines Bläsers reagieren, sondern die Auswahl der Stücke und die Gewichtung des Klaviers als eigene Aussage entfalten. Das Album gilt als sein Debüt unter eigenem Namen. Die neun Titel zeigen, dass hinter dem zuverlässigen Begleiter zugleich ein Komponist mit einem bemerkenswerten eigenen Vorrat an Ideen steht.

Sechs der neun Stücke stammen von Flanagan. Die übrigen drei führen zu Charlie Parker, Billy Strayhorn und Ann Ronell. Diese Mischung ist für das Profil der Aufnahme entscheidend. Es geht weder um ein reines Standardsprogramm noch um eine ausschließlich neue Kompositionssammlung. Flanagan stellt seine Musik in Beziehung zu Vorlagen, die unterschiedliche melodische und harmonische Anforderungen mitbringen. Wilbur Little und Elvin Jones bleiben auf allen neun Titeln seine Partner. So erhält das Album eine klare personelle Kontinuität, während sich die Perspektiven innerhalb des Programms verändern.

Tommy Flanagan · 1957 · historisch inspirierte Illustration
Tommy Flanagan · 1957

Neun Stücke zwischen vertrauten Melodien und eigenen Ideen

Den Anfang macht Charlie Parkers Relaxin‘ At Camarillo. Schon dieser Einstieg verweist auf eine Sprache, in der Beweglichkeit und präzise Form zusammengehören. Danach folgt mit Billy Strayhorns Chelsea Bridge ein ganz anderer melodischer Bezugspunkt. Statt die beiden Stücke auf eine einheitliche Haltung zuzuschneiden, lohnt es sich, auf die jeweiligen Anforderungen zu achten: Wie führt Flanagan eine Linie, wie gewichtet er Akkorde, und wie viel Raum lässt er Bass und Schlagzeug zwischen den Aussagen des Klaviers? Das Trioformat macht diese Entscheidungen besonders gut nachvollziehbar.

Mit Eclypso beginnt der Block der sechs Eigenkompositionen. Es folgen Beat’s Up, Skål Brothers, Little Rock, Verdandi und Dalarna. Schon die Namen bewahren etwas von der skandinavischen Umgebung dieses Projekts, ohne dass daraus für jedes Stück eine konkrete Entstehungsgeschichte abgeleitet werden müsste. Musikalisch ist vor allem interessant, wie Flanagan zwischen knapperen und ausgedehnteren Formen wechselt. Ein Stück muss nicht lang sein, um ein eigenes Profil zu besitzen; ein längerer Verlauf muss wiederum durch Ideen und Wechselwirkungen getragen werden.

Die Folge endet mit Ann Ronells Willow Weep For Me. Nach den sechs eigenen Stücken kehrt das Programm damit zu einer bekannten Komposition zurück. Das gibt der Aufnahme einen nachvollziehbaren Bogen: zwei Vorlagen am Anfang, ein ausgedehnter eigener Kern und ein Standard zum Schluss. Auf dieser LP bleibt es bei den neun Albumtiteln. Wer spätere Veröffentlichungen mit dem Namen The Complete Overseas kennt, sollte daraus keine zusätzlichen Titel für diese konkrete Ausgabe ableiten. Hier steht das ursprüngliche Albumprogramm im Mittelpunkt, nicht eine erweiterte Sammlung sämtlicher überlieferter Sessionaufnahmen.

Elvin Jones · 1957 · historisch inspirierte Illustration
Elvin Jones · 1957

Wilbur Little und Elvin Jones: mehr als eine Begleitung

Ein Klaviertrio lässt sich leicht über den Pianisten beschreiben und dabei um zwei Drittel seiner Persönlichkeit verkürzen. Wilbur Little gehört auf Overseas von Anfang bis Ende dazu. Sein Kontrabass verbindet das rhythmische Fundament mit der Möglichkeit einer eigenen melodischen Linie. Wer einmal gezielt bei dieser Stimme bleibt, kann verfolgen, wie sie Flanagans Phrasen trägt und zugleich die Übergänge mitgestaltet. Gerade ohne Bläser rückt die Beziehung zwischen Klavier und Bass stärker ins Zentrum: Harmonie und Bewegung werden unmittelbar zwischen diesen Instrumenten ausgehandelt.

Elvin Jones ist hier bereits als eigenständiger Musiker zu erleben, Jahre vor jenen Aufnahmen mit John Coltrane, die viele Hörer zuerst mit seinem Namen verbinden. Es wäre zu einfach, diese Stockholmer Session nur als Vorstufe späterer Berühmtheit zu behandeln. In Flanagans Trio erfüllt Jones eine konkrete Aufgabe: Er reagiert auf das Material dieses Albums und auf seine beiden Partner. Die Aufmerksamkeit kann dabei vom deutlichen Puls zu den Akzenten innerhalb einer Phrase wandern. So wird das Schlagzeug als mitgestaltende Stimme wahrnehmbar, ohne dass jede Bewegung als spektakulärer Ausbruch beschrieben werden muss.

Für Sammler, die Flanagan von anderen Platten kennen, eröffnet Overseas einen besonders schönen Perspektivwechsel. Derselbe Pianist, der in einer größeren Besetzung den Zusammenhang sichern kann, trägt hier den Mittelpunkt und stellt sechs eigene Kompositionen vor. Das Album verbindet seine Rolle im musikalischen Umfeld der Zeit mit einer frühen persönlichen Aussage. Auch die Aufnahmegeschichte besitzt einen eigenen Charakter: Stockholm, das Metronome Studio und ein schwedischer Toningenieur gehören zu dieser Musik. Sie darf nicht allein deshalb nach Hackensack verlegt werden, weil auf der amerikanischen Ausgabe später Prestige und Rudy Van Gelder erscheinen.

Die Prestige-Mono-LP: neun Stücke auf zwei Seiten

Diese Ausgabe trägt die Katalognummer APRJ 7134. Analogue Productions veröffentlicht Overseas hier als einzelne Mono-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute innerhalb der Prestige Mono Series. Der Herausgeber nennt die analogen Masterbänder als Quelle, Kevin Gray für den Schnitt und Quality Record Pressings für die Pressung. Die hochwertige Tip-on-Hülle gehört zur Aufmachung der Reihe. Gösta Wiholms Arbeit bei der Aufnahme in Stockholm, Rudy Van Gelders Mastering für die historische amerikanische Veröffentlichung und Kevin Grays Arbeit an der Neuauflage sind drei verschiedene Produktionsschritte. Ihre Namen erzählen von der Reise dieser Musik, ohne dass daraus eine Aufnahme in Van Gelders Studio würde.

Auf Seite A stehen Relaxin’ at Camarillo, Chelsea Bridge, Eclypso, Beat’s Up und Skål Brothers. Seite B beginnt mit Little Rock und führt über Verdandi und Dalarna zu Willow Weep for Me. Das sind die neun ursprünglichen Albumtitel; die Alternativtakes späterer erweiterter Veröffentlichungen gehören nicht zum Programm dieser LP. Die Schreibweise Dalarna begegnet auf anderen Ausgaben als Delarna. Eine solche Titelvariante bedeutet weder eine andere Komposition noch automatisch einen anderen Take. In der Sessiondiskografie werden für das Album Verdandi als Take 1, Dalarna als Take 3 und Willow Weep for Me als Take 2 geführt.

Für den Alltag mit der Platte ist die 33er-Aufteilung angenehm unmittelbar: ein Album auf einem Tonträger, zwei zusammenhängende Seiten und ein Wechsel innerhalb des gesamten Programms. Das bietet sich an, wenn du Flanagans Abfolge eigener Stücke und vertrauter Vorlagen als Album kennenlernen möchtest. Eine höhere Drehzahl ist keine Voraussetzung für diesen Zugang; die Wahl des Formats und das Urteil über eine konkrete Masteringfassung sind verschiedene Fragen. Die ebenfalls angebotene SACD enthält dieselbe musikalische Grundlage, besitzt aber ihre eigenen technischen Merkmale. Ihre Angaben zu Disc-Schichten oder Verpackung sind keine Eigenschaften dieser LP.

Analogue Productions beschreibt die aktuelle Pressung mit 180 Gramm. Frühere Ausgaben dieser Katalognummer erschienen mit 200 Gramm; die individuelle Lagercharge ist damit nicht allein durch die Artikelnummer bestimmt. Eine bestimmte frühere Nummerierung wird für dieses Angebot nicht zugesichert. Für die eindeutige Zuordnung zählen APRJ 7134, das Monoformat, die einzelne LP und Kevin Grays Schnitt. So bleibt neben den Sammlerdetails das Wesentliche sichtbar: drei Musiker, neun Stücke und ein Stockholmer Tag, an dem Tommy Flanagan seine eigene musikalische Handschrift in den Vordergrund stellte. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch als SACD: Overseas

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Tommy FlanaganKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Wilbur LittleKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Elvin JonesSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 15. August 1957, Metronome Studio, Stockholm, Gösta Wiholm. Flanagan/Little/Jones auf allen neun Titeln. Original-US-Mastering Rudy Van Gelder; AP-LP Kevin Gray, QRP.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

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Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Tommy FlanaganKlavierMitwirkung: Album-Besetzung
  • Wilbur LittleKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Elvin JonesSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung

Aufnahme: 15. August 1957, Metronome Studio, Stockholm, Gösta Wiholm. Flanagan/Little/Jones auf allen neun Titeln. Original-US-Mastering Rudy Van Gelder; AP-LP Kevin Gray, QRP.


Seite A

  • A1 · Relaxin‘ at Camarillo
  • A2 · Chelsea Bridge
  • A3 · Eclypso
  • A4 · Beat’s Up
  • A5 · Skål Brothers

Seite B

  • B1 · Little Rock
  • B2 · Verdandi
  • B3 · Dalarna
  • B4 · Willow Weep for Me