Bill Evans – Trio ’65

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Sterling Sound
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Lieferbar

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LabelVerve (Acoustic Sounds Series)
KatalognummerAVER 12401
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Artikelnummer: AVER 12401 Kategorien: , , , ,

Schutz für diese Ausgabe

Gatefold · 1 LP

Das aufklappbare Cover lässt sich auf zwei Arten schützen:

Für die Platte: eine Innenhülle. Außenhüllen schützen das Cover; Innenhüllen schützen jeweils eine Schallplatte. Bereits passende Innenhüllen kannst du weiterverwenden.

Wiederkehr als neue Begegnung

Ein bekanntes Stück ein zweites Mal aufzunehmen kann mehr über einen Musiker verraten als die bloße Suche nach immer neuen Titeln. Bill Evans’ Trio ’65 ist dafür ein besonders reizvolles Beispiel. Sieben der acht Kompositionen hatte der Pianist bereits zuvor eingespielt; nur „Who Can I Turn To“ war neu in seinem aufgenommenen Repertoire. Die Platte fragt damit beinahe von selbst danach, was sich verändert, wenn ein vertrauter Song auf einen anderen Zeitpunkt, eine andere Besetzung und eine neue gemeinsame Tagesform trifft.

Aufgenommen wurde am 3. Februar 1965 in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs. Neben Evans spielen Chuck Israels am Kontrabass und Larry Bunker am Schlagzeug. Das ist ausdrücklich eine andere Rhythmusgruppe als auf Trio ’64, wo Gary Peacock und Paul Motian beteiligt waren. Die benachbarten Jahreszahlen dürfen diese Unterschiede nicht verdecken. Gerade zusammen betrachtet, ergeben die beiden Alben ein anschauliches Bild davon, wie Evans die kleine Trioform immer wieder durch konkrete musikalische Partnerschaften ausgestaltete.

Creed Taylor produzierte, Rudy Van Gelder verantwortete die Aufnahme. Verve veröffentlichte das Album im Juni 1965 als V6-8613. Die Begleitnotizen stammen von Don Nelsen, das Coverfoto von Fred Seligo. Acht Titel verteilen sich auf zwei Seiten, darunter Kompositionen von John Carisi, Earl Zindars, Thelonious Monk, George und Ira Gershwin, Harold Arlen und Johnny Mercer sowie Tadd Dameron und Carl Sigman. Diese Auswahl verbindet verschiedene Songtraditionen, ohne aus der Platte eine Vorführung möglichst unterschiedlicher Stile zu machen.

Für einen Evans-Sammler ist die Wiederkehr einzelner Titel kein Nachteil, sondern ein Teil des Gegenstands. Eine Komposition besitzt eine Geschichte innerhalb seiner Arbeit, und eine neue Aufnahme fügt dieser Geschichte einen weiteren Blickwinkel hinzu. Man muss die früheren Fassungen nicht kennen, um Zugang zu Trio ’65 zu finden. Wer sie kennt, kann jedoch besonders aufmerksam auf die Dinge hören, die eine Notenliste allein nicht festhält: die Balance der drei Stimmen, die Dauer einer Spannung und das Gewicht einer Antwort.

Bill Evans · um 1964/65 · historisch inspirierte Illustration
Bill Evans · um 1964/65

Israels und Bunker im gemeinsamen Raum

Chuck Israels ist hier mehr als die Besetzung einer Bassposition. In einem Klaviertrio entscheidet der Bass wesentlich darüber, wie harmonische Bewegung und melodische Eigenständigkeit zusammenfinden. Ein Ton kann verankern, eine Linie kann weiterführen, eine Pause kann Platz schaffen. Beim Hören bietet es sich deshalb an, den Kontrabass nicht erst während eines Solos wahrzunehmen. Gerade unter einer Klavierphrase wird deutlich, wie ein zweiter melodischer Gedanke die Richtung des Ganzen mitbestimmt.

Larry Bunker ergänzt diese Beziehung am Schlagzeug. Seine Mitwirkung ist klar von einer Aufzählung anderer Instrumente zu unterscheiden, die er im Verlauf seiner Laufbahn ebenfalls spielte: Für dieses Album ist er als Schlagzeuger dokumentiert. Das hält die Vorstellung von der Besetzung präzise. Man hört ein akustisches Trio aus Klavier, Kontrabass und Schlagzeug, keine zusätzliche Vibrafonstimme oder wechselnde Instrumentierung. Die Feinheiten entstehen innerhalb dieser bewusst kleinen Anzahl an Klangquellen.

Ein guter Zugang liegt in den Übergängen zwischen den musikalischen Rollen. Wann trägt das Klavier die Melodie deutlich nach vorn, wann wird seine Linie Teil eines engeren Austauschs, und wie antworten Bass und Schlagzeug auf eine Veränderung der Phrasierung? Dabei muss man nicht jede Reaktion einem einzelnen Spieler als bewusste Absicht zuschreiben. Es reicht, die wechselnden Beziehungen wahrzunehmen. Die Trioform macht diese Bewegungen übersichtlich, ohne sie einfach zu machen.

Dass alle acht Titel in einer Session entstanden, verleiht dem Album einen klaren Rahmen. Es ist kein Rückblick aus verschiedenen Jahren und kein Programm mit wechselnden Begleitern. Israels und Bunker gehören zu jeder der hier enthaltenen Aufnahmen. Die Verlässlichkeit dieser Besetzung erlaubt es, Unterschiede zwischen den Stücken auf das jeweilige Material und seine Ausarbeitung zu beziehen. Die Musiker müssen nicht ständig neu vorgestellt werden; ihre gemeinsame Arbeitsweise kann über die beiden Seiten hinweg vertraut werden.

Larry Bunker · frühere Porträtvorlage, 1957 · historisch inspirierte Illustration
Larry Bunker · frühere Porträtvorlage, 1957

Von „Israel“ bis „If You Could See Me Now“

John Carisis „Israel“ eröffnet Seite A. Der Titel sollte nicht wegen der Namensähnlichkeit dem Bassisten zugeschrieben werden: Chuck Israels spielt, Carisi komponierte. Es folgt „Elsa“ von Earl Zindars, dessen Musik auf dieser Platte gleich zweimal vertreten ist. Diese doppelte Präsenz ist ein schöner Hinweis auf Evans’ Repertoirepflege. Ein Komponist wird nicht nur mit einem einzelnen bekannten Titel aufgerufen; zwei verschiedene Stücke geben seiner melodischen und formalen Vorstellung innerhalb des Albums Raum.

„’Round Midnight“ und „Our Love Is Here to Stay“ vervollständigen die erste Seite. Monks Komposition und der Gershwin-Song bringen jeweils eine starke eigene Identität mit. Beim Hören kann man auf den Unterschied zwischen der wiedererkennbaren Melodie und dem harmonischen Umfeld achten, das Evans und seine Partner entwickeln. Gerade bei berühmten Standards ist diese Beziehung ergiebig: Das Bekannte erleichtert die Orientierung, während kleine Veränderungen stärker auffallen können als bei einem völlig unbekannten Thema.

Seite B beginnt mit dem zweiten Zindars-Stück, „How My Heart Sings“. Danach folgt „Who Can I Turn To“, geschrieben von Leslie Bricusse und Anthony Newley. Dieser Titel setzt im Programm einen besonderen Akzent, weil er als einziger noch keine frühere Evans-Aufnahme im Hintergrund hat. Das macht ihn nicht automatisch zum wichtigsten Stück der Platte. Es verändert aber die Perspektive: Neben dem erneuten Besuch vertrauten Materials steht eine neue Begegnung innerhalb desselben Tages und derselben Trioarbeit.

„Come Rain or Come Shine“ von Harold Arlen und Johnny Mercer sowie „If You Could See Me Now“ von Tadd Dameron und Carl Sigman schließen das Album ab. Beide erinnern daran, wie eng instrumentaler Jazz mit dem amerikanischen Song verbunden bleibt. Ein Lied verliert seine sprachliche Herkunft nicht vollständig, wenn niemand singt. Melodische Bögen, Atemstellen und die Vorstellung einer gesungenen Zeile können weiterhin einen Zugang geben. Das Trio führt diese Möglichkeiten mit seinen eigenen Mitteln weiter, ohne dass ein erklärender Gesang die Bedeutung festlegen müsste.

Eine 33er, die den Sessionbogen erhält

Die vorliegende Ausgabe trägt die Bestellnummer AVER 12401 und stammt aus der Acoustic Sounds Series von Verve/UMe. Sie enthält das Stereoalbum auf einer 180-Gramm-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute. Ryan K. Smith bei Sterling Sound übernahm das Mastering von den analogen Bändern. Die Pressung erfolgt bei Quality Record Pressings, die Verpackung ist ein Stoughton-Klappcover. Damit sind die wesentlichen Merkmale dieser konkreten Neuauflage benannt, ohne Herstellungsangaben anderer Evans-Platten auf sie zu übertragen.

Die einzelne LP ist für dieses Programm eine sinnvolle Form. Vier Titel stehen auf jeder Seite, und ein einziger Seitenwechsel trennt die beiden Albumhälften. Das ermöglicht einen zusammenhängenden Blick auf die Session, statt den Ablauf nach wenigen Minuten immer wieder zu unterbrechen. Gerade die Mischung aus wiederbesuchten Stücken und dem neu aufgenommenen „Who Can I Turn To“ lässt sich so als bewusstes Programm verfolgen. Die Abfolge führt von Carisis „Israel“ bis zu Damerons „If You Could See Me Now“ und gibt den beiden Zindars-Kompositionen jeweils einen eigenen Platz auf den zwei Albumhälften.

Auch für den Vergleich innerhalb einer Sammlung ist die klare Zuordnung hilfreich. Trio ’64 bedeutet Evans, Peacock und Motian im Dezember 1963 in New York; Trio ’65 bedeutet Evans, Israels und Bunker im Februar 1965 in Englewood Cliffs. Beide gehören zur Verve-Geschichte und beide arbeiten mit dem kleinen Ensemble, doch weder die Besetzung noch der Aufnahmetag sind austauschbar. Die Neuauflage macht es leicht, diesen Zusammenhang im vertrauten LP-Format zu verfolgen und jede Platte zugleich als eigenständiges Album stehen zu lassen.

Der musikalische Grund, diese Platte aufzulegen, liegt in der Begegnung von drei Stimmen mit acht Kompositionen, deren Vertrautheit neue Möglichkeiten eröffnet. Die beiden Zindars-Stücke, der Monk-Klassiker und die Songs von Gershwin, Arlen und Dameron lassen dabei verschiedene Seiten von Evans’ Repertoire nebeneinander sichtbar werden. So lässt sich auch eine zweite oder dritte Evans-Aufnahme desselben Titels als wirkliche Ergänzung verstehen. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Mehr von Bill Evans: At The Montreux Jazz Festival · Interplay

Künstlerseite: Alle Titel von Bill Evans

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Bill EvansPorträt: 1964KlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Chuck IsraelsKontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Larry BunkerPorträt: 1957SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Creed TaylorProduktionMitwirkung: Aufnahmeproduktion
  • Rudy Van GelderToningenieurMitwirkung: Aufnahmeproduktion

Alle acht Titel: Bill Evans, Chuck Israels und Larry Bunker. 3. Februar 1965, Englewood Cliffs.

So hört Michael diese Ausgabe

Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst

Michael hört schöne Dynamik und viele Details, ohne dass die Wiedergabe hart oder übermäßig analytisch wird. Für ihn trifft die Acoustic-Sounds-Ausgabe eine überzeugende Balance und erreicht das hohe Niveau von Trio ’64.

Michaels Videostelle ansehen · 6:01

🎧 Review video: Bill Evans Trio – Trio '65 - The Acoustic Sound Series

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Zusätzliche Informationen

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Bill EvansPorträt: 1964KlavierMitwirkung: Alle Titel
  • Chuck IsraelsKontrabassMitwirkung: Alle Titel
  • Larry BunkerPorträt: 1957SchlagzeugMitwirkung: Alle Titel
  • Creed TaylorProduktionMitwirkung: Aufnahmeproduktion
  • Rudy Van GelderToningenieurMitwirkung: Aufnahmeproduktion

Alle acht Titel: Bill Evans, Chuck Israels und Larry Bunker. 3. Februar 1965, Englewood Cliffs.


Seite A

  • A1 · Israel (4:45)
  • A2 · Elsa (4:17)
  • A3 · ‚Round Midnight (6:38)
  • A4 · Our Love Is Here to Stay (3:59)

Seite B

  • B1 · How My Heart Sings (2:47)
  • B2 · Who Can I Turn To? (4:50)
  • B3 · Come Rain or Come Shine (5:23)
  • B4 · If You Could See Me Now (4:46)