Begegnungen, die ein Album wurden
Labor of Love versammelt Aufnahmen von Taj Mahal aus den späten 1990er-Jahren, die 2016 als Album veröffentlicht wurden. Hinter dem Projekt steht seine Verbindung zu Timothy Duffy und der Music Maker Relief Foundation. Dreizehn Titel bringen Soloauftritte und Begegnungen mit anderen Musikern zusammen. Der Titel beschreibt dabei eine Haltung, die sich am besten an den beteiligten Menschen nachvollziehen lässt: bekannte und weniger bekannte Künstler teilen ein Repertoire, wechseln Aufgaben und geben einander Raum. Taj Mahal steht im Zentrum, aber er ist nicht die einzige Stimme dieser Geschichte.
Die Entstehung unterscheidet sich von einer gewöhnlichen Studiosession mit einer feststehenden Band. Duffy hielt musikalische Begegnungen fest, die zunächst nicht als reguläre Albumproduktion veröffentlicht wurden. Erst später fanden die Aufnahmen zu dieser Zusammenstellung. Der zeitliche Abstand zwischen Darbietung und Veröffentlichung ist deshalb ein wesentlicher Teil der Identität des Albums. 2016 ist das Erscheinungsjahr, nicht das Aufnahmejahr. Die Musik gehört zum Umfeld der Zusammenarbeit Taj Mahals mit Music Maker in den späten 1990ern.
Das Programm eröffnet einen Blick auf Weitergabe, Erinnerung und eigenständige Interpretation. Ein überliefertes Stück ist hier kein ausgestelltes Museumsobjekt. Es wird von Menschen gespielt, deren Biografien und musikalische Gewohnheiten unterschiedlich sind. Die Begegnung kann deshalb etwas zeigen, das eine bloße Liste von Songtiteln nicht erfasst: Tradition besteht auch darin, sich aufeinander einzulassen und bekanntes Material in einer konkreten Situation neu zu gestalten. Die Titel bleiben erkennbar, während die Beziehungen zwischen den Beteiligten jedem Auftritt einen eigenen Zusammenhang geben.
Für eine Sammlung ist diese Perspektive besonders interessant. Labor of Love ergänzt das Bild Taj Mahals als Sänger und Gitarrist um seine Bereitschaft, andere Rollen zu übernehmen. Ein prominenter Name kann Aufmerksamkeit auf ein Projekt lenken; die Platte lädt dann dazu ein, diese Aufmerksamkeit weiterzugeben. Wer sich auf die Gäste einlässt, entdeckt nicht bloß Begleitpersonal, sondern weitere musikalische Persönlichkeiten. Ihre Namen, Instrumente und jeweiligen Titel gehören deshalb ausdrücklich zur Produktbeschreibung und zum vollständigen Musikerblock.

Taj Mahal, Etta Baker und die weiteren Gäste
Taj Mahal wechselt zwischen Gesang, Gitarre und mehreren anderen Instrumenten. Auf „Shortnin’ Bread“ begleitet er Neal Pattman, der singt und Mundharmonika spielt, am Banjo. Bei „I Ain’t the One You Love“ stehen Algia Mae Hintons Gesang und zwölfsaitige Gitarre im Mittelpunkt, während Taj den Kontrabass übernimmt. Diese Zuordnungen verändern den Blick auf die Zusammenarbeit. Die Instrumentierung folgt der jeweiligen Begegnung; es gibt keine durchgehend identische Begleitband, die hinter wechselnden Stimmen einfach weiterspielt.
John Dee Holeman ist an zwei Stellen beteiligt: mit Gesang und Gitarre auf „Mistreated Blues“, zu dem Taj Klavier beisteuert, sowie bei „Hambone“. Hambone bezeichnet eine Form rhythmischer Körperperkussion, nicht ein weiteres Saiteninstrument. Cootie Stark singt und spielt Gitarre auf „So Sweet“, Taj ergänzt Mundharmonika. Auf „Song for Brenda“ kommen Cool John Ferguson an der E-Gitarre und Ardie Dean am Schlagzeug hinzu; Taj ist dort am Kontrabass beteiligt. Die einzelnen Rollen machen aus einer allgemeinen Gastliste eine nachvollziehbare musikalische Landkarte.
Eine besonders schöne Verbindung führt zu Etta Baker. Auf „John Henry“ trifft ihre Gitarre auf Taj Mahals Slidegitarre. Baker gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Piedmont-Gitarrentradition; ihre Arbeit hatte Taj bereits lange vor dieser Zusammenarbeit beschäftigt. Die Music-Maker-Dokumentation beschreibt seine Wertschätzung für ihr Spiel. Hier wird diese Beziehung zu einer konkreten Begegnung auf einem konkreten Titel. Etta Baker erhält deshalb eine eigene große Illustration in der Beschreibung und ein kleines Porträt beim Namen, ebenso wie Taj Mahal selbst.
Die Bildvorlage für Taj stammt von 1998, diejenige für Baker aus einer im Herbst 2000 veröffentlichten Music-Maker-Ausgabe. Beide neuen Zeichnungen orientieren sich an gesicherten Identitäten, ohne die Fotos nachzuzeichnen. Die Musikerübersicht führt acht Personen und trennt ihre jeweiligen Beiträge. Timothy Duffy steht als Produzent und Aufnahmemann im Produktionskontext; dieser Credit wird nicht in eine erfundene Instrumentalrolle verwandelt. Wo für andere Gäste noch keine gesicherte Illustration vorliegt, bleiben Name und Beteiligung trotzdem vollständig erhalten.

Dreizehn Titel mit wechselnden Perspektiven
Die erste Seite beginnt mit „Stagger Lee“, gefolgt von „Shortnin’ Bread“ mit Neal Pattman und „My Creole Belle“. Schon diese Folge verbindet eine Soloperspektive mit einer Zusammenarbeit. Für das Hören kann es lohnend sein, auf den Wechsel zu achten: Wie verändert sich die Aufgabe eines Musikers, wenn ein anderer Sänger das Zentrum übernimmt? Die Antwort liegt nicht allein in der Zahl der Instrumente. Sie betrifft die Verteilung von Initiative, Begleitung und gemeinsamer Bewegung innerhalb eines Stücks.
Auf Seite B stehen „I Ain’t the One You Love“ mit Algia Mae Hinton, „Fishin’ Blues“, „Mistreated Blues“ mit John Dee Holeman und „Zanzibar“. Das Programm öffnet sich hier über mehrere unterschiedliche Konstellationen. „Zanzibar“ ist als instrumentaler Beitrag ein eigener Bezugspunkt innerhalb der Folge. Die abwechslungsreiche Rollenverteilung lädt dazu ein, Taj Mahal nicht automatisch auf jedem Stück als Hauptsänger oder Gitarristen vorauszusetzen. Gerade das Mitdenken der tatsächlichen Instrumente macht die Zusammenarbeit anschaulich.
Die dritte Seite enthält „So Sweet“ mit Cootie Stark, „Spike Drivers Blues“ und „Hambone“ mit John Dee Holeman. Der Übergang zu Körperperkussion erweitert die Vorstellung davon, was eine musikalische Begleitung sein kann. Rhythmus muss nicht an ein Schlagzeug gebunden sein, und ein reduziertes Instrumentarium bedeutet nicht, dass weniger musikalische Beziehungen entstehen. Für ein solches Album ist diese Offenheit entscheidend: Seine Einheit liegt in den Begegnungen und im Repertoire, nicht in einer für alle Titel identischen Klangbesetzung.
Den Schluss bilden „Walkin’ Blues“, „John Henry“ mit Etta Baker und „Song for Brenda“ mit Cool John Ferguson. Die offizielle Veröffentlichung führt insgesamt dreizehn Titel. Kürzere Listen anderer Ausgaben oder Datenbanken sollten nicht ungeprüft auf diese Doppel-LP übertragen werden. Auch die Gäste gehören an ihre tatsächlichen Positionen: Etta Baker spielt auf „John Henry“, nicht pauschal auf dem ganzen Album. Diese Genauigkeit bewahrt gerade das Besondere des Projekts, nämlich den Wechsel zwischen verschiedenen persönlichen und musikalischen Verbindungen.
Digitale Originalaufnahmen, Kevin Gray und zwei LPs mit 33⅓
Die Ausgabe Analogue Productions AAPB 113 präsentiert das Programm auf zwei Stereo-LPs mit 33⅓ Umdrehungen. Kevin Gray bei Cohearent Audio verantwortet das Mastering, Quality Record Pressings die Pressung. Der Herausgeber nennt digitale Sessionaufnahmen mit 44,1 kHz und 16 Bit als Ausgangsmaterial. Diese Platte ist deshalb keine durchgehend analoge AAA-Produktion. Die Nennung der tatsächlichen Quelle wertet die musikalischen Begegnungen nicht ab; sie beschreibt schlicht, wie die erhaltenen Darbietungen aufgezeichnet und später für diese Ausgabe verwendet wurden.
Zur Entstehung gehört eine mobile Aufnahmetechnik, die Duffy mit Unterstützung von Mark Levinson einsetzen konnte. Sie sollte die Musik dort festhalten, wo die Begegnungen stattfanden. Eine solche Herkunft verlangt keine erfundene Geschichte von einem originalen Analogmaster. Für den Sammler ist die belegte Überlieferung interessanter: Aufnahmen aus den späten 1990ern, ihre spätere Zusammenstellung und der neue Schnitt für Vinyl. Die Neuauflage besitzt ein Klappcover; aktuelle Herausgeberangaben nennen 180 Gramm, während dokumentierte frühere Exemplare als 200-Gramm-Pressung geführt werden.
Die Aufteilung mit drei, vier, drei und drei Titeln erhält überschaubare Seiten und lässt zugleich mehrere Begegnungen hintereinander wirken. 33⅓ RPM ist hier eine bewusste, praktikable Präsentation des vollständigen Programms. Der Wert dieser Ausgabe erschließt sich aus Musik, dokumentierter Quelle und sorgfältig benannter Herstellung gemeinsam. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir übernehmen den US-Import und versenden aus Hilden. Labor of Love lädt dazu ein, einem berühmten Musiker zu folgen und dabei andere Menschen kennenzulernen, deren Beiträge das Album erst vollständig machen.
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.
- Taj MahalPorträtvorlage 1998Gesang, Gitarre A1/A3/B2/C2/D1; Gitarre B4; Banjo A2; Kontrabass B1/D3; Klavier B3; Mundharmonika C1; Hambone C3; Slidegitarre D2Mitwirkung: Wechselnde Rollen; keine durchgehende Begleitband
- Neal PattmanGesang, MundharmonikaMitwirkung: A2
- Algia Mae HintonGesang, zwölfsaitige GitarreMitwirkung: B1
- John Dee HolemanGesang, Gitarre B3; Gesang, Hambone C3Mitwirkung: B3, C3
- Cootie StarkGesang, GitarreMitwirkung: C1
- Etta BakerVorlage veröffentlicht 2000GitarreMitwirkung: D2
- Cool John FergusonE-GitarreMitwirkung: D3
- Ardie DeanSchlagzeugMitwirkung: D3
Dreizehn Titel; Gäste titelgenau durch die offizielle Music-Maker/Bandcamp-Ausgabe bestätigt. Instrumentenrollen ergänzt nach dokumentierten Hüllencredits; Ardie Dean nur D3. Produktion/Aufnahme Timothy Duffy, Liner Notes Will Boone. Späte 1990er; digitale Originalaufnahmen, kein AAA.









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