SACD Charles Mingus – Blues & Roots

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Cohearent Audio
Format
Hybrid Stereo SACD
Quelle
Originale Masterbänder
Genre
Jazz

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LabelAnalogue Productions (Atlantic 75 Series)
GenreJazz
Artikelnummer: CAPA 001 SA Kategorien: ,

Der Blues als Ausgangspunkt einer größeren Welt

Charles Mingus lässt sich auf Blues & Roots auf eine scheinbar einfache Aufgabe ein: ein Album, das seine Musik deutlich mit dem Blues verbindet. Produzent Nesuhi Ertegun hatte ihn zu diesem Projekt ermutigt. Doch bei Mingus bedeutet eine Rückkehr zu den Wurzeln keine Verengung auf eine einzige Form oder Stimmung. Die sechs Kompositionen können gemeinschaftlich drängen, eine einzelne Stimme herausstellen, mit Wiederholung arbeiten und mehrere Linien gegeneinanderführen. Der Blues wird zu einem Ausgangspunkt, von dem aus eine ganze musikalische Umgebung sichtbar wird.

Die Aufnahmen entstehen am 4. Februar 1959 in New York. Nesuhi Ertegun produziert, Tom Dowd ist als Toningenieur kreditiert; das Album erscheint 1960 bei Atlantic. Mingus spielt Kontrabass, schreibt sämtliche Stücke und führt eine ungewöhnlich farbenreiche Besetzung. Zwei Altsaxofone, ein Tenor, ein Bariton und zwei Posaunen treffen auf Klavier, Bass und Schlagzeug. Das sind neun gleichzeitig besetzte Instrumentenplätze, mit einem Wechsel am Klavier innerhalb des Programms. Zehn Musiker sind deshalb insgesamt beteiligt, ohne dass daraus ein durchgehend zehnköpfiges Ensemble wird.

Diese genaue Unterscheidung passt zu einer Musik, die ihren Charakter aus dem Zusammenwirken verschiedener Stimmen gewinnt. Die Bläser werden nicht einfach zu einer anonymen Wand zusammengeschoben. Unterschiedliche Register, Ansprachen und musikalische Persönlichkeiten können sich stützen oder aneinanderreiben. Mingus braucht dafür keine Trompete: Die sechs Bläserplätze sind vollständig mit Saxofonen und Posaunen besetzt. Gerade diese Mischung gibt dem Album eine eigene instrumentale Identität. Wer beim Hören verfolgt, welche Stimme eine Figur übernimmt und welche sie beantwortet, findet einen unmittelbaren Zugang zu den Arrangements.

Charles Mingus · 1959 · historisch inspirierte Illustration
Charles Mingus · 1959

Prayer Meeting, Moanin‘ und die Stimmen des Ensembles

Wednesday Night Prayer Meeting setzt an den Anfang einen Titel, der den Bezug zu gemeinschaftlichem musikalischem Ausdruck bereits im Namen trägt. Hier lohnt es sich, auf das Verhältnis zwischen wiederkehrenden Figuren und individuellen Einwürfen zu achten. Mingus denkt nicht ausschließlich in der Abfolge Thema, Solo, nächstes Solo. Das Ensemble kann selbst zum handelnden Gegenüber werden. Danach führt Cryin‘ Blues in eine andere Gewichtung desselben großen Themenfelds. Die beiden aufeinanderfolgenden Titel geben dem Beginn eine klar umrissene Gestalt.

Als dritter Titel folgt Moanin‘. Es ist Mingus‘ eigene Komposition und nicht das gleichnamige Stück von Bobby Timmons. Pepper Adams‘ Baritonsaxofon ist ein wichtiger Bezugspunkt für die besondere Farbe dieser Aufnahme. Das tiefe Saxofonregister unterscheidet sich deutlich von den beiden Altstimmen und Booker Ervins Tenor. Es geht dabei nicht nur um Tonhöhe: Auch die Art, eine Phrase anzusetzen und eine wiederkehrende Figur zu gewichten, trägt zum Charakter bei. Die größere Besetzung bietet deshalb mehr als zusätzliche Lautstärke.

An vierter und fünfter Stelle folgen Tensions und My Jelly Roll Soul. Schon die Gegenüberstellung der Titel weist auf unterschiedliche Blickrichtungen innerhalb des Programms. Mit E’s Flat Ah’s Flat Too endet das Album als sechster Titel. Alle sechs Stücke stammen von Mingus, doch das Programm verlangt keine einzige gleichbleibende Haltung von seiner Band. Für Sammler, die den Komponisten bereits von anderen Aufnahmen kennen, ist das besonders reizvoll: Blues & Roots stellt eine bestimmte Seite seiner musikalischen Welt heraus, ohne sie als vollständige Erklärung seines Schaffens auszugeben.

Booker Ervin · 1959 · historisch inspirierte Illustration
Booker Ervin · 1959

Zehn Namen, neun Plätze und ein wichtiger Klavierwechsel

Die beiden Altsaxofonisten heißen John Handy und Jackie McLean. Booker Ervin spielt Tenorsaxofon, Pepper Adams Baritonsaxofon. Jimmy Knepper und Willie Dennis besetzen die beiden Posaunenstimmen. Mit Mingus am Bass und Dannie Richmond am Schlagzeug entsteht ein Ensemble, dessen Register sorgfältig auseinanderzuhalten sind. Ein Altsaxofon ist hier kein verkleinertes Tenor-Etikett, und das Bariton übernimmt nicht einfach dieselbe Aufgabe eine Oktave tiefer. Die unterschiedlichen Stimmen sind Teil der kompositorischen Möglichkeiten dieses Albums.

Am Klavier spielt Horace Parlan auf den ersten fünf Titeln: Wednesday Night Prayer Meeting, Cryin‘ Blues, Moanin‘, Tensions und My Jelly Roll Soul. Mal Waldron übernimmt ausschließlich E’s Flat Ah’s Flat Too. Die Namen dürfen deshalb nicht als zwei auf sämtlichen Stücken gleichzeitig beteiligte Pianisten erscheinen. Dieser einzelne Wechsel erklärt zugleich, warum eine vollständige Musikerliste zehn Personen enthält. In den Credits dieser Ausgabe bleibt die Zuordnung zu den einzelnen Titeln sichtbar, statt in einer undifferenzierten Albumzeile zu verschwinden.

Richmond und Mingus verbinden die Bläser mit einem beweglichen rhythmischen Fundament. Ein lohnender Hörzugang besteht darin, die Aufmerksamkeit zeitweise von den hervortretenden Bläserstimmen auf Bass und Schlagzeug zu lenken: Was hält eine wiederkehrende Figur zusammen, und wodurch gewinnt ein Einsatz neue Energie? Danach lässt sich das Zusammenspiel der Register anders verfolgen. Solche Wechsel der Perspektive machen die Aufnahme für wiederholtes Hören ergiebig. Man muss sie weder auf einen einzigen berühmten Titel reduzieren noch jeden Moment analytisch zerlegen. Die Besetzung bietet eine Orientierung, mit der die Musik ihre unmittelbare Wirkung behalten kann und zugleich an Tiefe gewinnt.

Atlantic 75 auf Hybrid-SACD

Diese Ausgabe trägt die Katalognummer CAPA 001 SA und gehört zur Atlantic 75 Series von Analogue Productions. Sie enthält das vollständige sechsteilige Album in Stereo auf einer Hybrid-SACD. Kevin Gray bei Cohearent Audio verantwortet das Mastering; der Herausgeber beschreibt die Übertragung vom originalen analogen Band direkt nach DSD. Diese Herkunftsangabe gehört zur konkreten Veröffentlichung. Sie wird hier weder um eine unbelegte DSD-Abtastrate ergänzt noch mit Angaben zu einer LP-Pressung vermischt. Die angebotene Disc ist eine eigenständige Ausgabe neben der ebenfalls erhältlichen 45er-Doppel-LP.

Hybrid bedeutet, dass neben der SACD-Schicht eine CD-kompatible Schicht vorhanden ist. Ein geeigneter SACD-Spieler erschließt die SACD-Schicht, während ein regulärer CD-Spieler die CD-Schicht wiedergeben kann. Das ist eine praktische Entscheidung für die vorhandene Anlage und keine Aufforderung zu einem pauschalen Formatvergleich. Das Programm läuft in seiner Albumfolge von Wednesday Night Prayer Meeting bis E’s Flat Ah’s Flat Too, ohne die durch eine vierseitige Vinyl-Ausgabe notwendigen Unterbrechungen. Die Tracknummern in der Besetzung beziehen sich deshalb auf diese sechs Titel, nicht auf Plattenseiten.

Zur Ausstattung gehört eine Super Jewel Box. Der dokumentierte Ausgabeneintrag nennt Sonopress als Hersteller und Sony DADC beim Glasmaster; daraus lassen sich keine zusätzlichen Aussagen über den musikalischen Transfer ableiten. Für die Auswahl zählen hier das eindeutig bezeichnete Mastering, das Stereo-Programm und die Hybrid-Ausführung. Wer Mingus‘ Zusammenspiel aus komponierten Figuren und beweglichen Einzelstimmen über einen ganzen Albumdurchlauf verfolgen möchte, findet alle sechs Stücke in ihrer regulären Reihenfolge. Gerade der Wechsel von Parlan zu Waldron am Ende bleibt dabei ein kleines, aber aufschlussreiches Detail innerhalb eines zusammenhängenden musikalischen Gedankens.

Das macht diese Veröffentlichung zu einer klar zuzuordnenden Ergänzung einer Mingus-Sammlung: dieselbe historische Aufnahme, eine konkret dokumentierte digitale Ausgabe und die vollständige Besetzung statt einer verkürzten Liste der bekanntesten Namen. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch in einer anderen Ausgabe: Blues & Roots

Mehr von Charles Mingus: Mingus, Mingus, Mingus, Mingus, Mingus · The Clown

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Charles MingusBass, Komposition, BandleitungMitwirkung: alle 6
  • Dannie RichmondSchlagzeugMitwirkung: alle 6
  • John HandyAltsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Jackie McLeanAltsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Pepper AdamsBaritonsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Jimmy KnepperPosauneMitwirkung: alle 6
  • Willie DennisPosauneMitwirkung: alle 6
  • Horace ParlanKlavierMitwirkung: 1, 2, 3, 4, 5
  • Mal WaldronKlavierMitwirkung: 6

Titelnummern bzw. Seitenangaben beziehen sich auf diese Ausgabe. Albumcredits bedeuten nicht jedes Instrument auf jedem Titel.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,2 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Charles MingusBass, Komposition, BandleitungMitwirkung: alle 6
  • Dannie RichmondSchlagzeugMitwirkung: alle 6
  • John HandyAltsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Jackie McLeanAltsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Booker ErvinTenorsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Pepper AdamsBaritonsaxofonMitwirkung: alle 6
  • Jimmy KnepperPosauneMitwirkung: alle 6
  • Willie DennisPosauneMitwirkung: alle 6
  • Horace ParlanKlavierMitwirkung: 1, 2, 3, 4, 5
  • Mal WaldronKlavierMitwirkung: 6

Titelnummern bzw. Seitenangaben beziehen sich auf diese Ausgabe. Albumcredits bedeuten nicht jedes Instrument auf jedem Titel.


SACD

  • 1 · Wednesday Night Prayer Meeting (5:39)
  • 2 · Cryin‘ Blues (4:58)
  • 3 · Moanin‘ (7:57)
  • 4 · Tensions (6:27)
  • 5 · My Jelly Roll Soul (6:47)
  • 6 · E’s Flat Ah’s Flat Too (6:37)