Ein Album als Plattensammlung
Ry Cooder behandelt musikalische Überlieferung auf Paradise and Lunch wie einen Vorrat an lebendigen Möglichkeiten. Sein viertes Studioalbum von 1974 führt Gospel, Blues und Rhythm & Blues zusammen, ohne daraus eine chronologische Lehrstunde zu machen. „Tamp ’Em Up Solid“, „Jesus on the Mainline“ und „Mexican Divorce“ kommen aus unterschiedlichen Zusammenhängen. Cooders Auswahl stellt sie nebeneinander und fragt, was sich mit ihnen in einer neuen Besetzung anfangen lässt.
Produziert wurde das Album von Russ Titelman und Lenny Waronker. Die Aufnahmen fanden bei Warner Brothers in North Hollywood und in den Burbank Studios statt, Lee Herschberg war Toningenieur. Cooder singt, spielt Gitarre und Mandoline. Die eigene Handschrift liegt hier nicht ausschließlich im Schreiben neuer Songs, sondern ebenso in Auswahl, Bearbeitung und Zusammenspiel.

Bekannte Namen, andere Nachbarschaften
„It’s All Over Now“ steht zwischen „Jesus on the Mainline“ und dem Medley „Fool for a Cigarette / Feelin’ Good“. Solche Übergänge machen einen wesentlichen Teil des Albums aus. Ein Stück verändert seinen Zusammenhang, sobald ihm etwas anderes vorausgeht und folgt. Du kannst die Platte deshalb auch als sorgfältig zusammengestellte Folge lesen, in der die Beziehungen zwischen den Songs genauso interessieren wie die einzelnen Titel.
Zur Besetzung gehören Jim Keltner und Milt Holland am Schlagzeug beziehungsweise an Perkussionsinstrumenten, Ronnie Barron an Klavier und Orgel sowie weitere Bassisten und Bläser. Unter ihnen finden sich Plas Johnson am Altsaxofon und Oscar Brashear am Kornett. Die Instrumentierung eröffnet verschiedene Möglichkeiten, das Material zu begleiten; sie ist kein Anlass, jeden Musiker jedem Stück zuzuordnen.

Zum Schluss ein Gespräch am Klavier
Der besondere Gast des Albums wartet im letzten Stück: Auf „Ditty Wa Ditty“ spielt Earl „Fatha“ Hines Klavier im Duo mit Cooder. Hier treffen zwei musikalische Biografien direkt aufeinander. Die reduzierte Besetzung schafft einen anderen Rahmen als die größeren Gruppen zuvor. Das Album endet damit nicht mit einer weiteren Ausweitung, sondern mit einer konzentrierten Begegnung.
Gerade dieser Schluss bietet einen guten Grund, die neun Titel in ihrer Reihenfolge zu hören. Von den unterschiedlichen Besetzungen führt der Weg zu zwei Musikern, die einen gemeinsamen Song gestalten. Achte dabei auf das Verhältnis von Gitarren- und Klavierphrasen: Wo übernimmt eines der Instrumente, wo antwortet das andere?
Diese Ausgabe
AAPR 020-45 erscheint bei Analogue Productions in der Acoustic Sounds 40 Series: zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, QRP-Pressung und Stoughton-Tip-On-Klappcover. Enthalten sind die neun Titel des Originalalbums. Als Quelle nennt der Herausgeber das Originalmasterband; der titelbezogene Mastering-Engineer und die vollständige Übertragungskette bleiben unbenannt. Die Daten einer früheren Speakers-Corner-LP mit 33⅓ RPM gehören nicht zu dieser Ausgabe.
Auch als SACD: Paradise And Lunch
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Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Ry Cooder | Mandoline, Gesang, Gitarre |
| Milt Holland | Perkussion, Schlagzeug |
| Jim Keltner | Schlagzeug |
| Russ Titelman | E-Bass |
| Chris Ethridge | E-Bass |
| Ronnie Barron | Klavier, Orgel |
| Red Callender | E-Bass |
| John Duke | E-Bass |
| Plas Johnson | Altsaxofon |







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