Vier Namen, vierzehn kurze Ansagen
Vier Musiker, vierzehn Songs, knapp eine halbe Stunde: Das Debüt der Ramones von 1976 setzt seinen Maßstab früh. „Blitzkrieg Bop“, „Beat on the Brat“ und „Judy Is a Punk“ stehen gleich am Anfang. Die Stücke brauchen wenig Vorlauf und verlassen sich auf Wiedererkennung, Kürze und den gemeinsamen Zugriff der Band. Joeys Gesang, Johnnys Gitarre, Dee Dees Bass und Tommys Schlagzeug bilden eine Besetzung, deren Rollen leicht zu benennen sind. Was sie zusammen daraus machen, lässt sich weniger einfach auf eine Formel reduzieren.
Aufgenommen wurde bei Plaza Sound in New York, im Gebäude der Radio City Music Hall. Craig Leon produzierte, Tommy Ramone war unter seinem bürgerlichen Namen T. Erdelyi als Associate Producer beteiligt. Rob Freeman betreute die Aufnahme. Hinter der scheinbaren Unmittelbarkeit steht also konkrete Studioarbeit; der Eindruck einer Band, die einfach loslegt, entstand nicht ohne Entscheidungen über Arrangement und Aufnahme.

Auch Punk kennt Liebeslieder
„I Wanna Be Your Boyfriend“ gehört ebenso zu diesem Album wie „Chain Saw“ und „I Don’t Wanna Go Down to the Basement“. Zwischen romantischem Wunsch, Filmassoziationen und dunklem Keller liegt ein weiter Bogen. Die knappe Form schließt unterschiedliche Themen nicht aus. Gerade wenn du die Platte durchhörst, wird deutlich, dass ihr Zusammenhalt nicht von einer einzigen Sorte Song abhängt.
Mit „Let’s Dance“, geschrieben von Jim Lee und bekannt durch Chris Montez, steht auch eine Fremdkomposition im Programm. Sie verweist auf ältere Popmusik, die sich in diesen Kontext versetzen lässt. Das Debüt beginnt nicht bei null: Es nimmt vorhandene Möglichkeiten kurzer Songs auf und bringt sie in eine eigene Form. Melodie und Refrain bleiben dabei zentrale Werkzeuge.

Die Gitarre hält die Linie
Johnny Ramones Gitarrenarbeit ist ein guter Ausgangspunkt, um das Ensemble zu verfolgen. Richte die Aufmerksamkeit zunächst auf das rhythmische Muster und dann auf den Wechsel zwischen Gesang und Begleitung. Wie viel braucht ein Stück, bevor es seine Gestalt erkennen lässt? Bei dieser Platte ist die Frage oft nach wenigen Takten beantwortet.
Zu den Aufnahmen gehören auch Overdubs und gedoppelte Stimmen. Das ist ein hilfreiches Gegengewicht zum Bild einer völlig unbearbeiteten Rohaufnahme. Die Ramones entschieden sich für eine konzentrierte Form, nicht für den Verzicht auf Gestaltung. Vierzehn kurze Stücke verlangen dabei ebenso viel Gespür für Unterschiede wie ein Album mit wenigen ausgedehnten Kompositionen.
Diese Ausgabe
Analogue Productions führt AAPR 023-45 in der Acoustic Sounds 40 Series: zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM, QRP-Pressung und Stoughton-Tip-On-Klappcover. Die vierzehn Originaltitel verteilen sich auf vier Seiten; entsprechend unterbrechen drei Seitenwechsel das kurze Album. Als Quelle ist das Originalmasterband angegeben. Ein titelbezogener Mastering-Engineer und die vollständige Übertragungskette sind nicht ausgewiesen. Der Mastering-Credit Greg Calbi für die Veröffentlichung von 1976 beschreibt nicht diese Neuausgabe.
Auch als SACD: Ramones
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Serie: Acoustic Sounds 40th Anniversary – alle 25 Alben, Empfehlungen und Musiker
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Joey Ramone | Leadgesang |
| Johnny Ramone | Gitarre |
| Dee Dee Ramone | Begleitgesang, Leadgesang, Bass |
| Tommy Ramone | Begleitgesang, Schlagzeug |
| Craig Leon | Begleitgesang, Gitarre, Orgel |
| Mickey Leigh | Begleitgesang |
| Rob Freeman | Begleitgesang |







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