Ornette Coleman – Tomorrow Is The Question!

44,00 € inkl. MwSt.

Mastering Engineer
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Rein analog (AAA)
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Nur noch wenige

✓ Versand meist in 1–2 Werktagen

LabelContemporary Records (Acoustic Sounds Series)
KatalognummerACONC 596
GenreJazz
Anzahl Platten1

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Eine Frage an die Zukunft, gestellt im Frühjahr 1959

Tomorrow Is the Question! ist ein Titel, der offen nach vorn weist. Bei Ornette Coleman gehört diese Offenheit unmittelbar zur Musikgeschichte des Albums. Es ist seine zweite LP und die letzte für Contemporary, bevor die Aufnahmen für Atlantic begannen. Das Debüt Something Else!!!! hatte noch ein Klavier in der Besetzung. Hier stehen Altsaxofon, Trompete, Kontrabass und Schlagzeug im Mittelpunkt. Das fehlende Akkordinstrument verändert die Voraussetzungen des Zusammenspiels: Die beiden Bläser, der Bass und das Schlagzeug müssen Beziehungen herstellen, die kein Pianist mit einer durchlaufenden Folge von Akkordgriffen festlegt.

Aufgenommen wurde Anfang 1959 in Contemporary’s Studio in Los Angeles. Lester Koenig produzierte, Roy DuNann betreute den Ton. Coleman spielt Altsaxofon, Don Cherry Trompete, Shelly Manne Schlagzeug. Am Kontrabass wechseln sich Red Mitchell und Percy Heath ab. Beide gehören zu diesem Album, aber sie spielen nicht gleichzeitig: Mitchell ist auf den drei Titeln der zweiten Seite zu hören, Heath auf den sechs Titeln der ersten. Schon diese Verteilung macht deutlich, dass die LP mehrere Aufnahmetermine zu einem bewusst geordneten Programm verbindet.

Die Chronologie ist besonders interessant. Lorraine entstand am 16. Januar, Turnaround und Endless am 23. Februar 1959. Die sechs Stücke der ersten Seite wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. März aufgenommen. Am 22. Mai folgte bereits The Shape of Jazz to Come für Atlantic, dort mit Charlie Haden und Billy Higgins anstelle der hier beteiligten Rhythmusmusiker. Tomorrow Is the Question! erschien erst später im Jahr. Die Reihenfolge der Sessions und die Reihenfolge der Veröffentlichungen sind deshalb nicht identisch – eine kleine, aber aufschlussreiche Verschiebung auf Colemans Weg durch 1959.

Ornette Coleman · 1959 · historisch inspirierte Illustration
Ornette Coleman · 1959

Ornette Coleman und Don Cherry ohne Klavier zwischen sich

Don Cherry ist auf allen neun Titeln Colemans Partner in der vorderen Reihe. Altsaxofon und Trompete bieten unterschiedliche Ansätze für dieselbe melodische Situation: ein durchgehender Atemstrom, ein kurzer Einsatz, eine gemeinsame Figur oder zwei auseinanderlaufende Linien. Ohne Klavier lässt sich besonders gut auf die Beziehungen zwischen diesen Stimmen achten. Das bedeutet nicht, dass die Musik ohne Form oder Orientierung auskommen müsste. Vielmehr werden melodische Entscheidungen und die Reaktionen der Mitspieler zu besonders wichtigen Bezugspunkten.

Coleman schrieb sämtliche neun Kompositionen. Das Programm ist also kein Standardalbum, auf dem eine neue Besetzung vertraute Vorlagen umdeutet. Die Themen selbst gehören bereits zu seiner Vorstellung von Musik. Der Weg vom geschriebenen Material zur Improvisation wird dadurch zu einer zentralen Hörfrage: Welche Gestalt hat eine Melodie am Anfang, welche ihrer Bewegungen kehren später wieder, und wie finden die beiden Bläser zum gemeinsamen Gedanken zurück? Man muss diese Fragen nicht analytisch beantworten. Oft genügt es, beim erneuten Hören eine Stimme zu verfolgen und anschließend die andere in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Aufnahme dokumentiert einen konkreten Schritt zwischen dem Contemporary-Debüt und den bald folgenden Atlantic-Sitzungen. Cherry bleibt dabei eine personelle Verbindung, während Bass und Schlagzeug in den verschiedenen Projekten wechseln. Es wäre schade, Tomorrow Is the Question! nur als Vorstufe eines berühmteren Albums zu behandeln. Die Kombination mit Shelly Manne und den beiden Bassisten besitzt eine eigene Identität. Gerade weil wir die spätere Entwicklung kennen, ist es reizvoll, diese frühere Konstellation für sich zu hören: als neun Stücke mit ihren eigenen Proportionen und mit Musikern, die nicht einfach gegen die spätere Stammbesetzung austauschbar sind.

Don Cherry · 1959 · historisch inspirierte Illustration
Don Cherry · 1959

Zwei Bassisten, zwei Plattenseiten

Seite A gehört Percy Heath. Sie beginnt mit dem Titelstück und führt über Tears Inside, Mind and Time, Compassion und Giggin‘ zu Rejoicing. Die meisten dieser Nummern bleiben im Bereich von drei bis fünf Minuten. Ihre Folge bietet viele kurze Anfänge, Themen und erneute Anläufe. Für einen Einstieg ist das eine einladende Form: Statt einer einzigen ausgedehnten Improvisation begegnet man mehreren kompakten Stücken, die jeweils eine neue Ausgangslage schaffen. Der identische Aufnahmezeitraum und die gleichbleibende Besetzung halten die Seite zusammen.

Auf Seite B übernimmt Red Mitchell den Bass. Lorraine steht vor Turnaround und Endless; die drei Stücke stammen aus den beiden früheren Sitzungen. Turnaround ist mit knapp acht Minuten die längste Nummer dieser Ausgabe. Der Wechsel der Seite bringt damit nicht nur einen anderen Bassisten, sondern auch einen anderen Zeitmaßstab. Drei längere Darstellungen stehen sechs kürzeren gegenüber. Diese Anlage kannst du ganz unmittelbar verfolgen, ohne eine diskografische Tabelle neben den Plattenspieler zu legen: Die physische Form der LP trägt einen Teil der Entstehungsgeschichte bereits in sich.

Shelly Manne bleibt auf beiden Seiten am Schlagzeug. Seine durchgehende Beteiligung verbindet die unterschiedlichen Termine, ebenso wie Coleman und Cherry. Achte beim Wiederhören einmal besonders auf Bass und Schlagzeug: Wo stützen sie eine gemeinsame Bewegung, wo setzen sie einen eigenen Akzent, und wie verändert sich der Raum unter den beiden Bläsern? Die Aufnahme lässt sich über solche Beziehungen erschließen, ebenso gut aber über Colemans Themen und ihre Wiederkehr. Nat Hentoffs Begleittext, datiert auf den 14. September 1959, gehört zur ursprünglichen Präsentation eines Albums, dessen Titel die Zukunft anspricht und dessen konkrete Arbeit ganz in diesen Los-Angeles-Sitzungen liegt.

Contemporary Acoustic Sounds Series: die Ausgabe von 2023

Hier angeboten wird ACONC 596, bei Craft Recordings als CR00596 geführt: eine 180-Gramm-Stereo-LP mit 33⅓ Umdrehungen pro Minute aus der Contemporary Records Acoustic Sounds Series. Die Ausgabe erschien 2023. Bernie Grundman verantwortet das vollständig analoge Mastering von den Originalbändern, wie es der Herausgeber für diesen Titel beschreibt. Die Platte wurde bei Quality Record Pressings gefertigt und steckt in einer Tip-on-Hülle von Stoughton Printing. Das sind die Merkmale dieser einzelnen LP, nicht die Ausstattung einer separaten Coleman-Box oder einer SACD.

Das 33⅓-Format bewahrt die beiden ursprünglichen Seiten als zusammenhängende Abschnitte. Gerade bei diesem Album hat der Seitenwechsel eine gut nachvollziehbare Bedeutung: Er führt von Percy Heaths sechs März-Aufnahmen zu Red Mitchells drei früheren Stücken. Die Laufzeitverteilung und der Wechsel am Bass bleiben damit unmittelbar erfahrbar. Wer sich dem Album in zwei konzentrierten Durchgängen nähert, folgt zugleich einer sinnvollen Gliederung der Sessions. Die Drehzahl allein macht daraus kein Qualitätsversprechen; sie bestimmt hier vor allem den praktischen Ablauf und die Länge der musikalischen Bögen zwischen den Unterbrechungen.

Für Sammler verbindet diese Ausgabe eine genaue Zuordnung zum Contemporary-Katalog mit dokumentierten Angaben zu Bandquelle, Mastering, Presswerk und Hülle. Für den musikalischen Einstieg bleibt das Entscheidende noch einfacher: neun Coleman-Kompositionen, zwei Bläser, zwei abwechselnde Bassisten und Shelly Manne als durchgehender Partner. Diese konkrete Besetzung erzählt einen eigenen Teil der Jazzgeschichte von 1959. Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Ornette ColemanAltsaxofonMitwirkung: alle 9
  • Don CherryTrompeteMitwirkung: alle 9
  • Percy HeathKontrabassMitwirkung: A1–A6
  • Red MitchellKontrabassMitwirkung: B1–B3
  • Shelly ManneSchlagzeugMitwirkung: alle 9

Titelnummern und Seitenangaben beziehen sich auf diese Ausgabe.

Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,7 kg

Rezensionen

Es gibt noch keine Rezensionen.

Schreibe die erste Rezension für „Ornette Coleman – Tomorrow Is The Question!“

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website ist durch reCAPTCHA geschützt und es gelten die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen von Google

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Ornette ColemanAltsaxofonMitwirkung: alle 9
  • Don CherryTrompeteMitwirkung: alle 9
  • Percy HeathKontrabassMitwirkung: A1–A6
  • Red MitchellKontrabassMitwirkung: B1–B3
  • Shelly ManneSchlagzeugMitwirkung: alle 9

Titelnummern und Seitenangaben beziehen sich auf diese Ausgabe.


Seite A

  • A1 · Tomorrow Is The Question! (3:09)
  • A2 · Tears Inside (5:00)
  • A3 · Mind And Time (3:08)
  • A4 · Compassion (4:37)
  • A5 · Giggin‘ (3:19)
  • A6 · Rejoicing (4:04)

Seite B

  • B1 · Lorraine (5:55)
  • B2 · Turnaround (7:55)
  • B3 · Endless (5:18)