Eine leise Rückkehr
Zwischen Mississippi John Hurts ersten Platten und seiner Wiederentdeckung liegen Jahrzehnte. 1928 nimmt er für OKeh auf, danach arbeitet er lange außerhalb des Musikgeschäfts. Anfang der sechziger Jahre führt eine Spur in „Avalon Blues“ Sammler nach Mississippi. Hurt kehrt auf die Bühne zurück und erreicht beim Newport Folk Festival ein neues Publikum.
Today! erscheint 1966 bei Vanguard. Die zugrunde liegenden New Yorker Aufnahmen stammen aus dem Juli 1964; Patrick Sky betreut die Produktion. Es ist Musik aus Hurts später Karriere, in der ältere Stücke und traditionelle Lieder ganz selbstverständlich zusammenfinden.

Der Daumen hält die Tür offen
Hurts Fingerpicking lässt sich besonders gut in zwei Bewegungen verfolgen: Der Daumen gibt dem Bass Kontinuität, darüber formen die Finger die melodischen Figuren. Seine Stimme kommt als weitere Ebene hinzu. „Candy Man“ und „Make Me a Pallet on the Floor“ sind gute Stellen, um die Verbindungen wahrzunehmen.
Versuch zunächst, nur dem Bass zu folgen. Beim zweiten Hören wandert die Aufmerksamkeit zu den höheren Saiten. Die Wirkung entsteht daraus, dass diese Aufgaben zusammengehören und dennoch unterschiedliche Bewegungen ausführen. Dafür braucht es keine große Besetzung.

Alte Stücke, eine geliehene Gitarre
„Candy Man“, „Louis Collins“ und „Spike Driver’s Blues“ hatte Hurt bereits 1928 aufgenommen. Auf Today! begegnen sie dir in späteren Fassungen. „Talking Casey“ zeigt daneben sein Slidespiel, „Beulah Land“ beschließt das Programm. Die zwölf Titel öffnen mehrere Seiten seines Repertoires.
Für die Vanguard-Sessions spielte Hurt eine von Stefan Grossman geliehene Martin OM-45. Laut Sessiondiskografie unterstützt Jerry Ricks ihn bei „Pay Day“ und „If You Don’t Want Me, Baby“ mit einer zweiten Gitarre. Die Platte ist deshalb nicht durchgehend eine unbegleitete Soloaufnahme, auch wenn Hurt ihr eindeutiger Mittelpunkt bleibt.
Diese Bluesville-Ausgabe
ACONC 837 ist eine einzelne 180-Gramm-LP. Craft nennt Matthew Lutthans bei The Mastering Lab für das Remastering und den Lackschnitt von den Originalbändern; die analoge Arbeitsweise ist eine Angabe des Herausgebers. QRP übernimmt die Pressung. Zur Replikat-Tip-on-Hülle gehört ein Obi mit Anmerkungen von Scott Billington. Die zwölf Titel folgen dem ursprünglichen Programm. Die widersprüchlichen Angaben zur Mono-/Stereo-Einordnung werden hier nicht zu einer unbelegten Zusage aufgelöst.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Mississippi John Hurt | Gesang, Gitarre |







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