Ein Anruf verändert ein Lied
Joan Baez schrieb „Diamonds & Rust“ im November 1974. Nach ihrer eigenen Erinnerung nahm das Stück eine andere Richtung, als Bob Dylan sie während der Arbeit anrief. Die Vergangenheit trat mitten in einen neuen Song hinein. Auf dem im April 1975 erschienenen Album steht dieses persönliche Titelstück neben Interpretationen anderer Songschreiber. Baez begegnet Erinnerungen dabei sowohl als Autorin als auch als Sängerin fremder Lieder.
Die Aufnahmen entstanden im Januar 1975 in Hollywood, in den A&M Studios und bei Wally Heider. Als Produzenten sind Baez, David Kershenbaum und Larry Carlton genannt. Die Besetzung führt ihre Stimme mit erfahrenen Studiomusikern zusammen und erweitert den instrumentalen Rahmen über die akustische Gitarre hinaus.

Die Auswahl erzählt mit
Bob Dylans „Simple Twist of Fate“ steht neben Jackson Brownes „Fountain of Sorrow“ und John Prines „Hello in There“. Dazu kommt „Never Dreamed You’d Leave in Summer“ aus Stevie Wonders Repertoire. Diese Nachbarschaften machen die Titelliste selbst interessant: Eigene Erinnerung, erzählte Lebensgeschichte und Interpretation sind auf derselben Platte miteinander verbunden.
Hör bei den fremden Kompositionen darauf, wie Baez ihre Stimme durch die Melodie führt. Welche Worte werden innerhalb einer Phrase hervorgehoben, wo entsteht eine Pause? Dafür braucht es keinen Vergleichssieger zwischen Versionen. Die bekannte Vorlage gibt vielmehr einen Bezugspunkt, von dem aus sich die Entscheidungen dieser Sängerin nachvollziehen lassen.

Joni Mitchell kommt dazu
Auf „Dida“ wirkt Joni Mitchell mit einer vokalen Improvisation mit. Das ist eine andere Form der Begegnung als die Interpretation eines ihrer Songs: Zwei Stimmen teilen unmittelbar denselben musikalischen Raum. Gitarrist Larry Carlton, Keyboarder Joe Sample, Schlagzeuger Jim Gordon und Holzbläser Tom Scott gehören ebenfalls zu den Musikern des Albums.
Am Schluss steht das Medley „I Dream of Jeannie / Danny Boy“, gewidmet Baez’ Großmutter Barbara Bridge. Zwischen dem autobiografisch geprägten Titelstück und dieser familiären Widmung liegt ein Programm mit mehreren persönlichen Verbindungen. Es lohnt sich deshalb, nach „Diamonds & Rust“ weiterzuhören: Der berühmte Song ist der Anfang einer sorgfältig zusammengestellten Platte.
Diese Doppel-LP und ihre Bandquelle
AAPF 175-45 enthält das Studioalbum von 1975 auf zwei 180-Gramm-LPs mit 45 RPM. Matthew Lutthans masterte bei The Mastering Lab; gepresst wird bei Quality Record Pressings. Analogue Productions nennt ausdrücklich eine flache Halbzoll-Bandkopie des analogen Originalmasterbands als Schnittquelle. Die Auflage umfasst laut Herausgeber 2.000 nummerierte Exemplare. Das spätere Livealbum Diamonds and Rust in the Bullring ist eine eigenständige Aufnahme und gehört nicht zu dieser Ausgabe.
Michael 45 lagert die Ausgabe in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass Kunden in Deutschland und der EU bestellen können, ohne einen eigenen US-Import zu organisieren oder auf die Zollabfertigung zu warten.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Joan Baez | Akustikgitarre, Synthesizer, Gesang |
| Larry Carlton | Akustikgitarre, E-Gitarre |
| Jim Gordon | Schlagzeug |
| Joe Sample | E-Piano, Orgel |
| Tom Scott | Saxofon, Flöte |







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