Wieder drei Stimmen, acht Jahre später
CSN ist das Album von 1977 mit dem Boot auf dem Cover. Zwischen ihm und dem Trio-Debüt lagen acht Jahre, eine gemeinsame Tour mit Neil Young und mehrere gescheiterte Versuche, wieder ein Studioalbum zusammenzubringen. Die Wiederannäherung begann, als Stephen Stills unangemeldet bei einem Konzert von Crosby und Nash auftauchte. Aus einer persönlichen Versöhnung wurde schließlich neue gemeinsame Arbeit. Die vertrauten Stimmen trafen dabei auf Musiker, die inzwischen eigene Platten, Beziehungen und Konflikte hinter sich hatten.
Erste Grundlagen entstanden Ende 1976 im Record Plant in Los Angeles, die Arbeit wurde in den Criteria Studios in Miami fortgesetzt. Ron und Howard Albert betreuten Aufnahme und Produktion mit dem Trio. Ihre Erfahrung passte zu einem Projekt, das dreistimmigen Gesang mit einer deutlich erweiterten Studiobesetzung verband.

Ein kurzer Abschied und eine lange Reise
Graham Nash lieferte mit „Just a Song Before I Go“ einen der knappsten Titel des Albums. Er erzählte später, das Lied auf Hawaii in etwa zwanzig Minuten geschrieben zu haben, ausgelöst durch eine Wette vor seinem Abflug. Stephen Stills steuerte zwei elektrische Gitarrensoli bei. Die kleine Form trug weit: Die Single erreichte Platz sieben der amerikanischen Charts. Ihre Entstehung steht in reizvollem Gegensatz zur langen Vorgeschichte des gesamten Albums.
„Cathedral“ verlangt einen anderen Maßstab. Nash verarbeitete einen Besuch in Winchester und persönliche Fragen an religiöse Gewissheiten. Nach eigener Aussage arbeitete er jahrelang an den Worten. Die beiden Stücke zeigen damit auch zwei Seiten seines Schreibens: einen unmittelbar fassbaren Moment und eine ausgedehnte Auseinandersetzung. Auf CSN bekommen beide Platz, ohne dass die unterschiedliche Perspektive geglättet wird.

Drei Autoren und eine größere Band
David Crosbys „Shadow Captain“ entstand aus einem Text über Orientierung und Verantwortung auf See; Craig Doerge schrieb die Musik. Crosby führt später mit „In My Dreams“ in eine andere, nach innen gerichtete Welt. Stills wiederum bringt auf „Dark Star“ und „Fair Game“ seine Beschäftigung mit lateinamerikanischen Rhythmen ein. Auf „Fair Game“ treffen seine Timbales auf Ray Barrettos Congas. Diese konkrete Zusammenarbeit erklärt die rhythmische Anlage besser als das pauschale Etikett Folkrock.
Joe Vitale, Russ Kunkel, verschiedene Bassisten und weitere Studiomusiker erweitern die Möglichkeiten des Trios. Erstmals gehören auch Streicher zu einem CSN-Projekt. Die Stimmen bleiben der gemeinsame Bezugspunkt, aber die Lieder bestehen aus sehr unterschiedlichen instrumentalen Entscheidungen. Wenn du das Album erneut auflegst, lohnt sich der Blick auf diese Wechsel: Welche Stimme führt, wer antwortet, und wie verändert sich darunter die Begleitung?
Diese Ausgabe: Bellman und die Atlantic-75-Reihe
AAPA 021-45 erscheint als Doppel-LP mit 45 RPM und 180 Gramm. Der Herausgeber nennt Chris Bellman bei Bernie Grundman Mastering und das Originalmasterband als Quelle. Quality Record Pressings übernimmt die Pressung; Stoughton fertigt das Klappcover aus strukturiertem Material. Je drei Titel stehen auf einer Seite. So endet die zweite Seite mit „Cathedral“, während „Dark Star“ den folgenden Abschnitt eröffnet.
Das Frontmotiv zeigt die lachende Variante von Joel Bernsteins Aufnahme an Bord von Crosbys Schoner Mayan. Frühere Originalexemplare trugen zunächst die ernstere Pose. Für diese Ausgabe gehört das spätere Foto zur konkreten Gestaltung. Die Angabe zum Originalmasterband ist eine Herstellerinformation; sie allein beschreibt noch nicht jede Stufe der Verarbeitung. Vor allem bleibt die Albumidentität eindeutig: Hier geht es um die erneuerte Zusammenarbeit von 1977 und ihre zwölf Lieder.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| David Crosby | Akustikgitarre, Gesang, Gitarre |
| Stephen Stills | E-Piano, Gesang, Gitarre, Klavier |
| Graham Nash | Mundharmonika, Gesang, Klavier |
| Joe Vitale | E-Piano, Perkussion, Vibrafon, Pauken, Orgel, Schlagzeug, Flöte |
| Craig Doerge | E-Piano, Klavier |
| Mike Finnigan | Orgel |
| George "Chocolate" Perry | E-Bass |
| Jimmy Haslip | E-Bass |
| Tim Drummond | E-Bass |
| Gerald Johnson | Bass |
| Russ Kunkel | Perkussion, Congas, Schlagzeug |
| Ray Barretto | Congas |








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