Texas-Blues mit einer Band aus Los Angeles
Lightnin’ Hopkins nimmt diese Musik am 4. und 5. Oktober 1965 in Los Angeles auf. Seine elektrische Gitarre und die Stimme treffen auf Don Crawfords Mundharmonika, Jimmy Bonds Bass und Earl Palmers Schlagzeug. Produzent Dave Hubert bringt damit einen Musiker, dessen Erzählweise eng mit Texas verbunden ist, mit erfahrenen Partnern der kalifornischen Studioszene zusammen. Die Platte erscheint bei Verve Folkways.
Der Titel kann Sammler zunächst in die falsche Richtung führen: Bereits 1962 hatte Vee-Jay ein anderes Hopkins-Album namens Lightnin’ Strikes veröffentlicht. Hier geht es um die späteren Aufnahmen mit Band. Auch das historische Cover birgt eine Verwechslung: Es zeigt Reverend Gary Davis, nicht Hopkins. Für die Einordnung dieser Ausgabe sind deshalb Label, Katalognummer und Programm aussagekräftiger als das Gesicht auf der Hülle.

Ein bekanntes Stück bekommt eine neue Umgebung
„Mojo Hand“ eröffnet die neun Titel. Hopkins hatte das Stück schon 1960 für das Label Fire aufgenommen; hier steht eine weitere Fassung aus der Session von 1965. Solche Wiederaufnahmen gehören zu seiner Arbeitsweise als Musiker mit einem umfangreichen Repertoire. Ein vertrauter Titel ist dabei nicht automatisch dieselbe Aufnahme und muss auch nicht dieselbe musikalische Situation bezeichnen.
Hör in dieser Fassung darauf, wie Hopkins’ Gitarre mit Bass und Schlagzeug verbunden ist. Wo greifen die anderen Musiker einen Einsatz auf, wo lassen sie ihm Platz? „Little Wail“, „Cotton“ und „Take Me Back“ führen auf der ersten Seite durch weitere Teile seines Repertoires. Die einzelnen Stücke lassen sich als Begegnungen zwischen einer sehr persönlichen Phrasierung und einer gemeinsam getragenen Begleitung verfolgen.

Ein Sturm wird zum aktuellen Thema
„Hurricane Betsy“ eröffnet die zweite Seite. Der Hurrikan hatte Louisiana im September 1965 getroffen, gut drei Wochen vor den Aufnahmen. Damit steht neben älterem Repertoire ein Titel, der unmittelbar auf ein Ereignis seiner Zeit verweist. Hopkins’ Musik bewahrt nicht nur Formen und Geschichten aus der Vergangenheit; sie reagiert auch auf die Welt, in der er gerade lebt.
Earl Palmer bringt Erfahrungen aus New Orleans und vielen Studiositzungen in Los Angeles mit. Jimmy Bond gehört ebenfalls zu den gefragten Bassisten der Stadt. Für diese Begleiter ist es entscheidend, sich auf Hopkins einzulassen. Nimm „Guitar Lightnin’“ oder „Woke Up This Morning“ als Einstieg und verfolge eine komplette Begleitstimme. Welche kleinen Veränderungen halten das Stück in Bewegung? Der Blick auf die Band erweitert das Bild des oft allein mit seiner Gitarre vorgestellten Bluesmusikers.
Die Verve-Acoustic-Sounds-Neuauflage
AVER 40053 enthält die neun Albumtitel auf einer Stereo-LP mit 180 Gramm und 33⅓ RPM. Der Herausgeber nennt ausdrücklich analoges Mastering durch Matthew Lutthans bei The Mastering Lab. Die Auslaufrillen dokumentieren den TML-Lackschnitt, Quality Record Pressings fertigt die Platte. Zur Ausstattung gehört ein Tip-on-Klappcover; Stoughton wird in den erfassten Angaben zur physischen Ausgabe genannt.
Die genaue Bandgeneration wird auf der Herausgeberseite nicht festgelegt. Aus der allgemeinen Angabe analoger Bänder wird hier deshalb kein zusätzliches Originalmaster-Versprechen abgeleitet. Diese Neuauflage gehört zur Acoustic Sounds Series und nicht zu den verschiedenen früheren Veröffentlichungen des gleichnamigen Vee-Jay-Albums. Sie bietet Hopkins in jener elektrischen Bandbesetzung von 1965, deren Mitglieder und Aufnahmesituation dem vertrauten Namen eine sehr konkrete Bedeutung geben.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Lightnin' Hopkins | E-Gitarre, Gesang |
| Don Crawford | Mundharmonika |
| Jimmy Bond | Bass |
| Earl Palmer | Schlagzeug |







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