Detroit trifft sich in Hackensack
Vier der fünf Musiker dieser Aufnahme kommen aus Detroit: Kenny Burrell, Tommy Flanagan, Doug Watkins und Elvin Jones. Burrell und Flanagan waren 1956 gemeinsam nach New York gezogen. Als sie am 1. Februar 1957 bei Rudy Van Gelder in Hackensack aufnahmen, brachten sie also eine Verbindung mit, die vor dem Umzug begonnen hatte. Cecil Payne am Baritonsaxofon ergänzt diesen Kreis zum Quintett.
Bob Weinstock produzierte die Sitzung für Prestige. Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug treffen hier auf die tiefe Bläserstimme des Baritons. Das ist eine andere Konstellation als die häufiger anzutreffende Kombination mit Tenorsaxofon oder Trompete. Gerade die Besetzung macht diesen frühen Abschnitt von Burrells Laufbahn interessant.

Fünf Stücke, verschiedene Bezugspunkte
„Don’t Cry Baby“ und „Drum Boogie“ füllen die erste Seite. Auf der zweiten folgen Bud Powells „Strictly Confidential“, Cole Porters „All of You“ und Burrells eigenes „Perception“. Das Programm führt damit von älterem Songmaterial über einen Bebop-Komponisten bis zum Bandleader als Autor. Die fünf Titel bekommen jeweils genügend Zeit, um über die reine Vorstellung der Melodie hinauszugehen.
Auf „All of You“ pausiert Payne. Diesen Wechsel kannst du beim Hören nutzen: Was verändert sich, wenn die Gitarre ohne Bläserpartner vor der Rhythmusgruppe steht? Flanagans Klavier bleibt ein Gegenüber, das begleiten und eigene Linien entwickeln kann. Die kleinere Besetzung innerhalb des Albums lässt die Aufgaben der Beteiligten besonders gut vergleichen.

Ein anderer Titel auf derselben Musik
1964 erschien das Album erneut unter dem Namen Blue Moods. Die OJC-Ausgabe von 1982 brachte den ursprünglichen Titel und die ursprüngliche Gestaltung zurück. Zur visuellen Geschichte gehört Reid Miles: Der vor allem mit Blue Note verbundene Grafiker arbeitete für diese Hülle bei Prestige. Auch abseits der Musik gibt es hier also Verbindungen zwischen den Katalogen.
Beim Suchen nach dem Album lohnt sich genaues Hinsehen. Burrell hat ebenfalls ein gleichnamiges Blue-Note-Album aufgenommen, dessen Programm ein anderes ist. Der Prestige-Ursprung und die fünf genannten Stücke identifizieren diese Platte eindeutig. „Perception“ am Schluss gibt dabei dem Gitarristen selbst das letzte Wort als Komponist.
Die Original-Jazz-Classics-Ausgabe
Craft veröffentlicht diese Neuauflage als CR00861, im Shop geführt unter ACONC 861. Die 180-Gramm-LP läuft mit 33⅓ RPM, wird bei RTI gepresst und kommt in einer Stoughton-Tip-On-Hülle mit Obi. Für den Schnitt nennt Craft Kevin Gray bei Cohearent Audio und eine vollanaloge Bearbeitung von den Originalbändern. Es handelt sich um das Prestige-Album von 1957.
Michael 45 lagert die Platte in Deutschland und versendet sie aus Hilden, sodass europäische Kunden keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabfertigung warten müssen.
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Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Kenny Burrell | Gitarre |
| Cecil Payne | Baritonsaxofon |
| Tommy Flanagan | Klavier |
| Doug Watkins | Bass |
| Elvin Jones | Schlagzeug |







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