Drei Abende in Washington
Vom 30. Juli bis zum 1. August 1993 spielte Hugh Masekela im Blues Alley in Washington, D.C. Die Aufnahmen erschienen 1994 als „Hope“. Ein amerikanischer Jazzclub wurde damit zum Ort eines Programms, das weit nach Südafrika zurückreicht. Masekela tritt als Bläser, Sänger und Erzähler auf; die Auswahl verbindet verschiedene Stationen seines Repertoires mit der Geschichte seiner Heimat.
Zur Band gehören unter anderem Bassist Bakithi Kumalo, Keyboarder Themba Mkhize und Perkussionist Remi Kabaka. Zusammen mit den weiteren Musikern entsteht eine Besetzung, in der Bläser, elektrische Instrumente und Perkussion unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Die zwölf Stücke geben dieser Gruppe Zeit, mehr als nur eine Seite von Masekelas Musik zu zeigen.

Zwischen „Grazing in the Grass“ und „Stimela“
„Grazing in the Grass“, Masekelas internationaler Erfolg von 1968, steht im ersten Teil des Programms. Daneben finden sich „Uptownship“, „Market Place“ und „Ntyilo Ntyilo“. Auch Musik von Miriam Makeba, Fela Kuti und Caiphus Semenya gehört zum Repertoire des Albums. Die Auswahl macht aus dem Konzert eine Begegnung verschiedener musikalischer Beziehungen, an denen Masekela über viele Jahre beteiligt war.
Zwei Stücke tragen besonders deutliche historische Bezüge. „Mandela (Bring Him Back Home)“ entstand als Lied für den damals noch inhaftierten Nelson Mandela. Das abschließende „Stimela“ erzählt von den Wanderarbeitern in den südafrikanischen Minen. Der Kohlezug des Titels ist Teil dieser Geschichte. Die ausgedehnte Form lässt dem Erzählen einen Platz, den ein kurzes Instrumentalstück nicht bieten könnte.

Der Erzähler und seine Band
Wenn du „Stimela“ hörst, achte auf das Verhältnis zwischen gesprochenem Wort, Gesang und Begleitung. Wann übernimmt die Band den Fortgang, wann folgt sie einer erzählten Passage? Auf einem solchen Livealbum ist Zeit ein gemeinsames Material: Eine Pause des Solisten kann auch eine Entscheidung für alle anderen Musiker sein.
Ein weiterer Beteiligter kommt in dieser Ausgabe selbst zu Wort. Die Beilage enthält ein Interview mit David Hewitt, dem Tonmeister der ursprünglichen Aufnahme. Damit führt die Neuauflage auch hinter das Konzertdokument zurück. Die Aufnahmen wurden später in den Mad Hatter Studios in Los Angeles abgemischt; Produktion und Veröffentlichung schließen an die drei Clubabende an, sind aber eigene Schritte ihrer Entstehung.
Diese Ausgabe
Analogue Productions’ AAPJ 117 enthält alle zwölf Titel auf zwei 180-Gramm-LPs mit 33⅓ RPM. Kevin Gray bei Cohearent Audio übernahm das Mastering vom originalen analogen Band. QRP verantwortet Galvanik und Pressung; das Tip-On-Klappcover stammt von Stoughton. Das Interview mit David Hewitt liegt bei. Diese Ausgabe ist die Doppel-LP, nicht die separate 45-RPM-Box auf vier Platten.
Michael 45 lagert die Ware in Deutschland und versendet Bestellungen aus Hilden, sodass Sammler in der EU keinen eigenen US-Import organisieren und nicht auf die Zollabwicklung warten müssen.
Auch als SACD: Hope
Kundenfrage: Analogue Productions in Europa kaufen
Beteiligte Musiker
Dokumentierte Auswahl der beteiligten Musiker. Die Besetzung kann je Titel wechseln; die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Name | Instrument / Rolle |
|---|---|
| Hugh Masekela | Flügelhorn, Trompete |
| Damon Duewhite | Schlagzeug |
| Bakithi Kumalo | Gesang, Bass |
| Lawrence Matshiza | Gesang, Gitarre |
| Themba Mkhize | Tasteninstrumente, Gesang |
| Remi Kabaka | Perkussion, Gesang |
| Los Ballederos Hornas Africanos De Townsheep | Begleitgesang |
So hört Michael diese Ausgabe
Höreindruck · sinngemäß zusammengefasst
Michael zählt die AP-Ausgabe mit 33⅓ RPM zu seinen besonders gut klingenden Platten. Im anschließenden Vergleich hört er bei der 45-RPM-Box dennoch zusätzliche Dynamik, Bühne und Klarheit.







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