Duke Ellington – Masterpieces By Ellington (Mono)

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Mastering Engineer
Sterling Sound
Geschwindigkeit
33⅓ RPM
Quelle
Originale Masterbänder
Gewicht
180 Gramm
Presswerk
Quality Record Pressings
Genre
Jazz

Auf Bestellung

LabelAnalogue Productions
KatalognummerAAPJ 4418
GenreJazz

Was die Wäsche bringt

Auf Wunsch waschen wir deine Platte vor dem Versand in unserer Klaudio-Ultraschallmaschine und prüfen sie danach mit dem Auge. Nach meiner Erfahrung lohnt sich das auch bei neuen Platten: Beim Pressen können Rückstände bleiben, und eine saubere Rille schont deinen Tonabnehmer.

Dafür öffnen wir die Folie – die Platte kommt gewaschen in deinem Paket an. Ab 5 € pro Platte, je nach Album.

I am aware and agree, that the Record will be put out of the original shrink wrap (this will be included to the delivery).

Artikelnummer: AAPJ 4418 Kategorien: , ,

Als die Langspielplatte den Stücken mehr Zeit gab

Masterpieces by Ellington erzählt nicht nur von einem großen Orchester, sondern auch von einem neuen Umgang mit dem Medium Schallplatte. Im Dezember 1950 nahm Duke Ellington im Columbia 30th Street Studio in New York vier ausgedehnte Stücke auf. Die Veröffentlichung erschien 1951 als Columbia Masterworks ML 4418. Die längere Spielzeit einer Zwölf-Zoll-LP erlaubte es, bekannte Kompositionen nicht auf die gewohnte kurze Plattenseite zu verdichten. Melodien konnten sich verwandeln, Solisten länger sprechen und Arrangements mehrere aufeinander bezogene Abschnitte entwickeln.

Die drei vertrauten Titel „Mood Indigo“, „Sophisticated Lady“ und „Solitude“ stehen neben „The Tattooed Bride“, einer größeren Komposition aus dem Jahr 1948. Das ergibt keine bloße Sammlung von vier unabhängig aneinandergereihten Hits. Die Stücke werden als musikalische Räume behandelt, in denen ein Orchester seine unterschiedlichen Stimmen zeigen kann. Wer Ellington vor allem über kurze Swingaufnahmen kennt, begegnet hier einer anderen zeitlichen Dimension. Die größere Länge ist nicht einfach mehr desselben Materials, sondern eine Gelegenheit, den inneren Aufbau eines Stücks neu zu denken.

Ellington und Billy Strayhorn sind für die Arrangements genannt; beide erscheinen außerdem in den Klaviercredits. Welche einzelnen Passagen auf welchen Pianisten entfallen, ist in den ausgewerteten Angaben nicht durchgehend gesichert. Diese Unterscheidung bleibt deshalb offen. Ihre gemeinsame Arbeit lässt sich dennoch als wesentlicher Teil der Platte verstehen: Das Orchester verfügt über viele Farben, aber erst die Anordnung dieser Farben macht aus einer langen Aufnahme einen überzeugenden Verlauf. Eine zurückgenommene Passage kann ein späteres Tutti vorbereiten, eine einzelne Stimme die Perspektive auf eine bekannte Melodie verändern.

Der Zeitpunkt verleiht dem Album zusätzliche Bedeutung. Johnny Hodges, Lawrence Brown und Sonny Greer gehörten noch zur Besetzung, kurz bevor ihre Wege sich vorübergehend beziehungsweise dauerhaft vom Orchester trennten. Die Aufnahme hält damit auch einen bestimmten personellen Zusammenhang fest. Bei Ellington waren Instrumentengruppen nie nur anonyme Klangblöcke. Die Eigenart einzelner Musiker gehörte zum kompositorischen Denken. Eine ausführlichere Plattenform konnte diesen persönlichen Stimmen mehr Raum geben und zugleich zeigen, wie sie sich in ein größeres Ganzes einfügen.

Duke Ellington · 1950 · historisch inspirierte Illustration
Duke Ellington · 1950

Solisten mit Namen, Stimmen mit eigener Geschichte

Johnny Hodges am Altsaxofon gehört zu den prägenden Persönlichkeiten dieser Besetzung. Lawrence Brown spielt Posaune, Sonny Greer Schlagzeug, Wendell Marshall Kontrabass. In der Trompetengruppe stehen Cat Anderson, Harold „Shorty“ Baker, Andrew „Fats“ Ford, Ray Nance und Nelson Williams. Tyree Glenn und Quentin Jackson ergänzen Brown bei den Posaunen. Schon diese Namen machen deutlich, warum es zu kurz greifen würde, die Platte allein mit einem Porträt des Bandleaders zu erklären. Das Orchester besteht aus Musikern mit unterscheidbaren Aufgaben und Ausdrucksmöglichkeiten.

Jimmy Hamilton ist mit Klarinette und Tenorsaxofon verzeichnet. „The Tattooed Bride“ gibt besonders seiner Klarinette Raum und lässt sich in diesem Sinn fast als konzertante Gelegenheit für den Solisten hören. Russell Procope ist mit Altsaxofon und Klarinette beteiligt, Paul Gonsalves mit Tenorsaxofon. Ihre Instrumente bilden nicht nur einen Hintergrund für andere Solisten. Sie gehören zur beweglichen Farbpalette, mit der die Arrangements zwischen einer einzelnen Linie, einem kleinen Satz und dem vollständigen Orchester wechseln können.

Eine wichtige Stimme tritt bei „Mood Indigo“ und „Sophisticated Lady“ hinzu: Eve Duke, auf der ursprünglichen Veröffentlichung unter dem Namen Yvonne Lanauze geführt. Ihr Gesang gehört zur Gestalt dieser langen Fassungen. Er sollte weder in einem pauschalen Orchestercredit verschwinden noch mit einer anderen Ellington-Sängerin verwechselt werden. Gerade wenn bekannte Instrumentalthemen in eine größere Form eingebettet werden, verändert eine Gesangspassage den Blick auf das Stück. Ein zuvor von einem Instrument formulierter Gedanke erhält Worte, eine andere Phrasierung und einen anderen Platz im Verlauf.

Zwei Angaben verlangen Zurückhaltung. Harry Carney wird in der ergänzenden Album-Enzyklopädie mit Baritonsaxofon und Bassklarinette genannt, fehlt jedoch in den verglichenen Herausgeber- und Discogslisten. Bei Mercer Ellington widersprechen sich die Instrumentenangaben: Horn beziehungsweise Flügelhorn. Beide Fälle bleiben in den Credits gekennzeichnet. Die gesicherten Holzbläser- und Blechbläsercredits zeigen bereits, wie viele unterschiedliche Klangmöglichkeiten Ellington zur Verfügung standen. Bei einem weiteren Durchgang kann man deshalb einmal den Wechseln zwischen den Instrumentengruppen folgen, statt ausschließlich auf die Solopassagen zu warten.

Lawrence Brown · früheres Porträt, um 1946 · historisch inspirierte Illustration
Lawrence Brown · früheres Porträt, um 1946

Vier lange Formen statt einer Parade kurzer Standards

„Mood Indigo“ eröffnet die Platte in einer Fassung von ungefähr einer Viertelstunde. Die bekannte Melodie ist dabei ein Ausgangspunkt, zu dem das Arrangement unterschiedliche Beziehungen herstellen kann. Ellington-Biograf John Edward Hasse hebt unter anderem wechselnde Taktarten, einen Walzerabschnitt und mehrere Tonarten hervor. Für das Hören lässt sich daraus eine einfache Einladung ableiten: Nicht nur auf die Rückkehr des Themas warten, sondern beobachten, was sich zwischen diesen Wiederbegegnungen verändert. Die Größe der Fassung entsteht durch ihre inneren Unterschiede.

„Sophisticated Lady“ folgt auf derselben Seite und bringt mit der Gesangspassage eine weitere Perspektive auf einen vertrauten Titel. Die längere Form ermöglicht es, instrumentale und vokale Teile aufeinander wirken zu lassen. Man kann darauf achten, wie ein Solist vorbereitet wird und wie das Orchester nach seinem Beitrag wieder übernimmt. Solche Übergänge entscheiden darüber, ob sich eine lange Aufnahme als Aneinanderreihung einzelner Nummern oder als zusammenhängende Entwicklung erschließt. Gerade dort zeigt sich die Sorgfalt des Arrangements.

Die zweite Seite beginnt mit „The Tattooed Bride“. Das Stück stammt aus einer anderen Entstehungssituation als die älteren Standards und bringt eine größere, beinahe konzertartige Anlage mit. Hamiltons Klarinette ist ein wichtiger Wegweiser, doch auch hier lohnt sich der Blick auf das Umfeld des Solisten. Welche Instrumente antworten, welche Bewegung bleibt im Hintergrund bestehen, wann verändert sich die Dichte? „Solitude“ beschließt die Platte. Lawrence Browns Posaunensolo ist einer der konkreten Punkte, an denen die persönliche Stimme eines Orchestermusikers besonders deutlich ins Zentrum tritt.

Damit besitzt das Album einen schönen inneren Zusammenhang: bekannte Melodien werden weitergedacht, ein größeres Werk erhält Platz, und die Musiker bleiben innerhalb der geschriebenen Formen erkennbar. Die vier Titel fordern keine musikwissenschaftliche Vorbereitung. Ein erster Durchgang kann ganz den Melodien folgen; ein weiterer den wechselnden Besetzungen innerhalb des Orchesters. Für Sammler ist die Aufnahme außerdem ein Dokument der frühen LP-Geschichte. Das neue Format wird nicht nur benutzt, um mehr kurze Stücke auf einer Platte unterzubringen, sondern um den Stücken selbst mehr Zeit zu geben.

Die Mono-33er von Analogue Productions

Die hier beschriebene Ausgabe ist Analogue Productions AAPJ 4418, eine Mono-LP mit 33⅓ Umdrehungen. Ryan K. Smith übernahm das Mastering bei Sterling Sound nach Herausgeberangabe von den analogen Originalbändern; gepresst wurde bei Quality Record Pressings. Die Aufnahme entstand unter Beteiligung der Toningenieure Fred Plaut und Harold Chapman. Als Bandtechnik nennt der Herausgeber eine Ampex 200 mit 3M-111-Band bei 15 Zoll pro Sekunde. Der genaue Dezembertag wird in den Quellen unterschiedlich angegeben, weshalb hier bewusst der gesicherte Monat und das Jahr stehen.

Für diese Musik hat die einzelne 33er einen ganz praktischen Reiz. „Mood Indigo“ und „Sophisticated Lady“ bilden die erste Seite, „The Tattooed Bride“ und „Solitude“ die zweite. Die längeren Arrangements können dadurch in zwei zusammenhängenden Hörabschnitten laufen; nur ein Seitenwechsel unterbricht das Album. Wer gern einer ganzen Seite folgt, statt nach jedem kürzeren Abschnitt aufzustehen, findet hier einen nachvollziehbaren Grund für dieses Format. Die ebenfalls veröffentlichte 45-RPM-Ausgabe verteilt dieselbe Musik anders. Die Drehzahl allein ist kein Ersatz für die Beurteilung des konkreten Masterings und der eigenen Hörgewohnheiten.

Die frühere AP-Auflage von 2014 wurde mit 200 Gramm, die spätere Nachpressung mit 180 Gramm dokumentiert; die aktuelle Produktbeschreibung führt die 180-Gramm-Fassung. Eine physisch geprüfte Lagercharge wird damit nicht behauptet. Das Stoughton-Tip-on-Klappcover greift das ursprüngliche Motiv von Stan Fraydas auf. Zusammen mit dem vollständigen Vier-Titel-Programm entsteht eine Ausgabe, deren Wert in der Verbindung aus Musikgeschichte, genauer Ausgabenidentität und liebevoller Ausstattung liegt. Mono bezeichnet dabei das ursprüngliche Klangbild, nicht eine Einschränkung der musikalischen Vielfalt dieses Orchesters.

Du bestellst bei Michael 45 in Deutschland. Wir organisieren den US-Import und versenden aus Hilden.

Auch in einer anderen Ausgabe: Masterpieces By Ellington

Mehr von Duke Ellington: Duke’s Big 4 · The Ellington Suites

Kundenfragen: 45 oder 33⅓ RPM: Welche Ausgabe lohnt sich? · Analogue Productions in Europa kaufen

Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Duke EllingtonKlavierMitwirkung: alle (Aufteilung mit Strayhorn offen)
  • Billy StrayhornKlavierMitwirkung: Aufteilung offen
  • Cat AndersonTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Harold „Shorty“ BakerTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Andrew „Fats“ FordTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Ray NanceTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Nelson WilliamsTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Lawrence BrownPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Tyree GlennPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Quentin JacksonPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Mercer EllingtonHorn (French horn laut Wikipedia; Flügelhorn laut Discogs-Erstpressung)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Jimmy HamiltonKlarinette, TenorsaxofonMitwirkung: alle; Solist B1
  • Johnny HodgesAltsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Russell ProcopeAltsaxofon, KlarinetteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Paul GonsalvesTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Harry CarneyBaritonsaxofon, Bassklarinette (A2)Mitwirkung: Mitwirkung nur ergänzend belegt
  • Wendell MarshallKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Sonny GreerSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
  • Eve Duke (Yvonne Lanauze)GesangMitwirkung: A1, A2

Aufnahme: Dezember 1950, Columbia 30th Street Studio, New York; der genaue Tag ist widersprüchlich dokumentiert (18./19.). Ton: Fred Plaut und Harold Chapman. Arrangements: Duke Ellington und Billy Strayhorn; Klavieraufteilung offen. Gesang: Eve Duke, im Original als Yvonne Lanauze. Harry Carneys Mitwirkung wird nur in der ergänzenden Enzyklopädie genannt; Mercer Ellingtons Instrument ist widersprüchlich belegt. Begleittext: George Dale; Originalcover: Stan Fraydas. AP-Mastering: Ryan K. Smith; Pressung: Quality Record Pressings.

🎧 Review video: The 20 Best Audiophile Analogue Production Editions (Still in Print 2021)

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Zusätzliche Informationen

Gewicht 0,8 kg

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Beteiligte Musiker

Mitwirkende und dokumentierter Creditstand. Titelnummern beziehen sich auf die Tracklist.

  • Duke EllingtonKlavierMitwirkung: alle (Aufteilung mit Strayhorn offen)
  • Billy StrayhornKlavierMitwirkung: Aufteilung offen
  • Cat AndersonTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Harold "Shorty" BakerTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Andrew "Fats" FordTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Ray NanceTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Nelson WilliamsTrompeteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Lawrence BrownPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Tyree GlennPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Quentin JacksonPosauneMitwirkung: Album-Besetzung
  • Mercer EllingtonHorn (French horn laut Wikipedia; Flügelhorn laut Discogs-Erstpressung)Mitwirkung: Album-Besetzung
  • Jimmy HamiltonKlarinette, TenorsaxofonMitwirkung: alle; Solist B1
  • Johnny HodgesAltsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Russell ProcopeAltsaxofon, KlarinetteMitwirkung: Album-Besetzung
  • Paul GonsalvesTenorsaxofonMitwirkung: Album-Besetzung
  • Harry CarneyBaritonsaxofon, Bassklarinette (A2)Mitwirkung: Mitwirkung nur ergänzend belegt
  • Wendell MarshallKontrabassMitwirkung: Album-Besetzung
  • Sonny GreerSchlagzeugMitwirkung: Album-Besetzung
  • Eve Duke (Yvonne Lanauze)GesangMitwirkung: A1, A2

Aufnahme: Dezember 1950, Columbia 30th Street Studio, New York; der genaue Tag ist widersprüchlich dokumentiert (18./19.). Ton: Fred Plaut und Harold Chapman. Arrangements: Duke Ellington und Billy Strayhorn; Klavieraufteilung offen. Gesang: Eve Duke, im Original als Yvonne Lanauze. Harry Carneys Mitwirkung wird nur in der ergänzenden Enzyklopädie genannt; Mercer Ellingtons Instrument ist widersprüchlich belegt. Begleittext: George Dale; Originalcover: Stan Fraydas. AP-Mastering: Ryan K. Smith; Pressung: Quality Record Pressings.


Seite A

  • A1 · Mood Indigo
  • A2 · Sophisticated Lady

Seite B

  • B1 · The Tattooed Bride
  • B2 · Solitude